Dienstag, 1. Mai 2018

Das lancierte Kaffeekränzchen oder: Wie zufällig war Minister Jens Spahns Hausbesuch bei der „Hartz-IV-Rebellin“ Sandra Schlensog?



Davon träumen wahrscheinlich Millionen normaler Bürger: Endlich mal einen dieser feisten Politbonzen in die eigenen vier Wände geschickt zu bekommen und ihm gründlich die Meinung geigen können. Ob es was bringt oder nicht, aber mal so richtig Dampf ablassen über die politischen Mißstände, die uns die Herrschenden hier eingebrockt haben, das würde sicher guttun. Doch für gewöhnlich lebt die politische Elite eher abgeschottet vom einfachen Volk ins Saus und Braus und ist in keiner Weise greifbar. 

Alles eitel Sonnenschein beim inszenierten Kaffeekränzchen


Nun aber wurde einer alleinerziehenden Hartz-IV-Empfängerin der hohe Besuch des Gesundheitsministers Jens Spahn zuteil, der zu einem privaten Kaffeekränzchen zu ihr nach Hause in Karlsruhe kam. Scheinbar hatte sie selbst diesen ungewöhnlichen Besuch mit einer Online-Petition „erzwungen“, denn die arbeitslose 40jährige hatte Spahns Äußerung „Hartz IV bedeutet nicht Armut“ zum Anlass genommen, ihn per Petition aufzufordern, selbst einen Monat von Hartz IV zu leben.

Spahn in der Höhle der Löwin

Was für eine Rebellin! Was für eine tolle Geschichte! Kaum wagt es nach 13 Jahren Hartz IV endlich mal ein Bürger, die Politik zu kritisieren, kommt sogleich ein hoher Minister ins Wohnzimmer, um sich dieser Kritik zu stellen. Ein Riesenerfolg, von den Medien entsprechend flankiert. Sandra Schlensog heißt die tapfere Frau, ist alleinerziehend mit einem 9-jährigen Sohn, und durfte nun eineinhalb Stunden lang Kaffee und Kuchen in ihrem bescheidenen Heim in der Yorckstraße mit einem Bundesminister teilen.

Das geschah am 28. April 2018 unter großer medialer Beachtung. Die Wohnzimmer-Revolution blieb allerdings aus, denn Minister Spahn lehnte erwartungsgemäß ab, einen Monat lang von Hartz IV auskommen zu müssen, auch wenn über 200.000 Unterzeichner dies gefordert hatten. Ganz richtig stellte Spahn fest: "Allerdings denke ich, dass es viele Bürger eher als Farce empfänden, wenn ich als Bundesminister versuchte, für einen Monat von Hartz IV zu leben. Denn zu offenkundig käme mein beruflicher Alltag auch dann der realen Lage eines Hartz-IV-Empfängers nicht nahe."

Petition war realitätsferner Nonsens

Anders gesagt: Schon die Aufforderung von Schlensog war im Grunde eine Farce, denn selbst wenn jemand wie Spahn einen Monat lang von Hartz IV leben müsste, würde das niemals die realen Lebensbedingungen eines jahrelangen Hartz-IV-Abhängigen widerspiegeln, der nach vielen Jahren sozialer Abhängigkeit alles aufgebraucht hat, was vorher vielleicht mal an Ersparnissen und Werten vorhanden war. Schlensogs Vorschlag war von Anfang an realitätsferner Nonsens, der zu keinem sinnvollen Ergebnis hätte führen können. Jemand, der tatsächlich seit Jahren unter den Hartz-Reformen leidet, hätte ganz sicher nicht einen Monat, sondern wenigstens 1 Jahr Hartz IV für Spahn gefordert – und zwar unter realen Bedingungen, nicht unter Genuss aller bereits angehäuften Privilegien und Vermögensbestände.

Was droht uns nach Hartz IV?

Schlensogs Petition war also erkennbarer Unfug, trotzdem wurde sie von den Medien stark gepuscht. Das kann nur damit zusammenhängen, dass neue politische Reformen bevorstehen, die uns schmackhaft gemacht werden sollen. Schon seit ein paar Monaten lässt die Journaille Gerüchte aus der politischen Elite durchsickern, dass Hartz IV abgeschafft werden solle. Darüber wären Millionen Menschen erst mal froh und erleichtert – aber nur, weil sie nicht ahnen, was dann kommt! Um Hartz IV abschaffen zu können, muss es medial sturmreif geschossen werden. Dazu passen auch scheinbar bürgerlich-demokratische Proteste wie die Petition von Sandra Schlensog, die entsprechend aufgebauscht werden.

Das wirft die Frage auf, ob die Petiton von Sandra Schlensog wirklich so zufällig aufgrund der Äußerung von Jens Spahn zustande kam und ob Frau Schlensog wirklich nur eine einfache Bürgerin ist, die ihrem Unmut Luft machen wollte?

Zeitliche Unstimmigkeiten bei der Petition

Der zeitliche Ablauf bringt erste Unstimmigkeiten: Laut offizieller Lesart (z.B. Interview in Neues Deutschland) entstand die Idee zur Petition logischerweise erst NACH Spahns Äußerung „Hartz IV bedeutet nicht Armut“. Diese Äußerung tat Spahn am Wochenende 10./11.März 2018, wie die Medienberichte (z.B. NDR vom 12.03.2018) belegen. Schlensogs Petition auf change.org ist nicht datiert, aber den Kommentaren nach (Screenshot vom 01.05.2018) muss sie schon mindestens vor „2 Monaten“, also bereits Ende Februar 2018 gestartet sein. Das ist etwas seltsam, denn da konnte Schlensog eigentlich noch gar nicht wissen, was Spahn erst Mitte März sagen würde.

Screenshot vom 01.05.2018: Die Petition lief da schon mind. 2 Monate!


Auf change.org gibt es unzählige Petitionen zu tausend verschiedenen Themen, von denen sicher viele aktuell und wichtig sind und auch große Unterstützerzahlen vorweisen können. Doch ausgerechnet die Petition einer unbekannten Bürgerin gegen Spahn sorgte unmittelbar nach dessen Äußerung für auffallend großes Interesse der etablierten Massenmedien. Am 18. März saß Spahn beim ARD-TV-Talk „Hart aber Fair“ wegen seines streitbaren Interviews wenige Tage zuvor. Schon eine Woche später, am 25. März, saß Sandra Schlensog als „Hartz IV Rebellin“ ebenfalls bei „Hart aber Fair“. Gestern noch völlig unbekannt, heute schon mitten im Rampenlicht der größten Fernsehanstalt als große Nummer im politischen Geschehen. Seltsam, oder?

Für den 28. April wurde dann der nächste Showdown geplant: Minister Spahn bot ein privates Kaffeekränzchen daheim bei der „Rebellin“ an, um mit ihr über ihre alltäglichen Probleme zu plauschen. Wie nett, endlich mal ein Politiker, der zuhört und dafür sogar zum besorgten Bürger nach Hause kommt. Endlich mal wichtig sein und dafür noch öffentlich von den Medien gefeiert werden. Gibt es eine Warteliste, auf die sich auch andere interessierte Normalbürger eintragen können? Oder war die ganze Nummer vielleicht gar nicht so normal, wie man uns weismachen wollte?

Keine normale Bürgerin: Schlensog und die „DiB“

DiB-Funktionärin Schlensog kandidierte für die Bundestagswahl 2017


Zu den zeitlichen Unstimmigkeiten, die sozusagen hellseherische Fähigkeiten von Frau Schlensog verlangten, gesellen sich andere Aspekte hinzu, die ihre vermeintliche Eigeninitiative in einem anderen Licht erscheinen lassen. Denn Frau Schlensog ist eben keine einfache Bürgerin, sondern hat einen politischen Hintergrund: Sie ist bereits seit rund einem Jahr in einer neuen politischen Partei namens „Demokratie in Bewegung“ (DiB) organisiert und trat sogar zur Bundestagswahl 2017 als Listenkandidatin auf der Landesliste für Baden-Württemberg an. Schlensog ist kein kleines Mäuschen, sondern eine richtige Macherin, denn laut Aussage von Jörg Rupp, dem DiB-Landesvorsitzenden von Ba-Wü , waren er und Schlensog die beiden ersten Aktivisten der neuen Partei in Ba-Wü und haben den LV gemeinsam aufgebaut.

Dabei hat laut Rupp interessanterweise auch DIE LINKE offenbar stark mitgeholfen, die der aus der ehemaligen DDR stammenden Schlensog sicher noch als SED/PDS vertraut sein dürfte. Schlensog selbst vertritt als Listenkandidatin fragwürdige politische Positionen. So spricht sie sich gegen die Stärkung der „traditionellen Familie“, für die Mitgliedschaft in der EU und NATO sowie für Ausländerintegration und Muslimenzuzug aus. Wie ihre Sympathie für globale Diktatur und Massenüberfremdung mit einer gerechteren sozialen Gesellschaft zusammenpassen sollen, ist schleierhaft. Hochbegabte Schüler sollen ihrer Ansicht nach auf keinen Fall gefördert, sondern (als logische Konsequenz) von der minderbemittelten Masse runtergezogen werden. Die enden dann ganz solidarisch auch in Hartz IV, vielleicht, damit sich Frau Schlensog nicht so allein mit ihren Problemen fühlt.

Globalisten-Plattform verbindet Partei und Petition

Ihre Online-Petition gegen Minister Spahn hatte Schlensog ausgerechnet über die dubiose Plattform change.org initiiert. Kein Zufall, denn da gibt es eine enge Verbindung zu ihrer Partei. Die wie auch immer rekrutierten 100.000 Unterzeichner einer Onlinepetition auf change.org wurden als Alibi für die Gründung der „DiB“ im Frühjahr 2017 verkauft. Tatsächlich wurde die Partei zu einem strategisch auffälligem Zeitpunkt vor der Bundestagswahl 2017 gegründet, offenbar um der AfD Paroli zu bieten. Die „DiB“ betreibt auffallende Propaganda für die EU, für Ausländerzuzug und ist politisch eine Art Abklatsch von Grünen und Piraten.

Gates & Co. finanzieren "Big Brother" change.org


Es ist sicher kein Zufall, dass eine Wahlpartei mit solcher Färbung ausgerechnet auf change.org ins Leben gerufen wird. Denn change.org ist ein Netzwerk, hinter dem ausgemachte Globalisten wie der Rockefeller-Intimus Bill Gates und der Bilderberger Reid Hoffman stecken (siehe FAZ vom 11.12.2014). Beide investierten massiv in dieses Portal, dessen Deutschlandchef Gregor Hackmack ein Ashoka Fellow ist und in das berüchtigte Young Global Leader Netzwerk des Weltwirtschaftsforums aufgenommen wurde. Reid Hoffman beschaffte bereits das Startkapital für Facebook und machte es damit überhaupt erst zum aktuell größten Überwachungsinstrument der globalen Eliten.

Mit Gates, Rothschild und Bilderbergern im Bunde

2016 wurde change.org mit dem „Big Brother Award“ gebrandmarkt, weil es ein knallhartes Wirtschaftsunternehmen ist, welches die Daten von Petitions-Unterzeichnern sammelt, daraus Profile erstellt und diese verkauft. Als Globalisten-Netzwerk verkauft es aber nicht nur Daten, sondern stellt diese mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch US-Geheimdiensten wie dem CIA zur Verfügung. Schleswig-Holsteins Datenschutzbeauftragter Thilo Weichert ist sich sicher, dass von change.org aus sensible Daten über politische Meinungen bei US-Behörden landen könnten.

Ashoka ist ebenfalls ein Globalisten-Netzwerk, das gezielt Bürgerinitiativen weltweit unterwandert, sprich mit „Spendengeldern“ aufbläht, und den Veränderungswillen gutmeinender Bürger für die Zwecke der globalen Agenda kanalisiert. Ein prominenter Ashoka Fellow ist z.B. Steve Rothschild, dessen berüchtigter Rothschild-Klan ebenso Partner von Ashoka ist wie die Bill Gates Stiftung oder Denkfabriken vom Schlage Hill + Knowlton oder Pricewaterhousecoopers. Das alles hört sich nicht gerade nach dem richtigen Umfeld für ernsthaft rebellierende Hartz-IV-Empfänger an, dafür aber sehr nach geballter globaler Macht derjenigen Kreise, die Hartz IV dank des Rothschild-Agenten Gerhard Schröder überhaupt erst in Deutschland etablieren konnten.

Die Hintergründe sprechen also stark dafür, dass das „private Kaffeekränzchen“ von Minister Spahn bei der „Hartz-IV-Rebellin“ Sandra Schlensog sorgfältig vorbereitet und mit Hilfe der Onlinepetition inszeniert war. Das macht auch die zeitgleich zum Ministerbesuch in der Nähe stattfindende Demo mit 100 Teilnehmern deutlich, wo zufällig genau die passende Botschaft propagiert wurde. Es waren aber nicht irgendwelche Leute, die diese Demo organisiert hatten, sondern Schlensogs Parteifreunde aus dem DiB-Landesverband, der vorher tagelang auf seiner Internetseite dafür mobilisiert hatte. 

Das Kaffeekränzchen mit dem Minister war für beide Seiten ein Erfolg: Die Politik brauchte eine Alibi-Hartzerin, um die Abschaffung von Hartz IV zu propagieren, die neue Demokratenpartei braucht mediale Aufmerksamkeit, um weiter zu wachsen und gutwillige Menschen vor den falschen Karren zu spannen.

Keine Ahnung vom echten Hartz-IV-Leben

Dumm nur, dass Sandra Schlensog eigentlich gar keine typische Hartz-IV-Empfängerin ist. Die Frau, die dem Minister Spahn vorwarf, nicht zu wissen wie es ist, mit Hartz IV zu leben, weiß es eigentlich selber kaum. Denn vom Beginn ihrer Lehre im Jahre 1994 bis 2013 hatte sie ohne jegliche Arbeitslosigkeit voll durchgearbeitet, wie ein Interview im „Neuen Deutschland“ belegt. Danach war sie nur für ein paar Monate bis ca. Mitte 2014 arbeitslos, wobei sie größtenteils ALG I bezog und kein Hartz IV. Die nächsten drei Jahre bis Mitte 2017 war sie als selbstständige Unternehmerin tätig. Angeblich war sie dabei nicht so erfolgreich und musste „aufstocken“, was aber nicht mit Hartz IV zu vergleichen ist. Als sie zur Bundestagswahl 2017 kandidierte, war sie als Bürofachkraft angestellt. Erst bei Ablauf der Probezeit, die demnach mindestens 6 Monate dauerte, wurde sie arbeitslos und bezog ab dem 15. Februar 2018 Hartz IV.

Zwei Wochen später startete sie die von der Politik erwünschte Petition gegen Jens Spahn. Den bisherigen Indizien nach, ohne dessen Aussage zu dem Zeitpunkt schon gekannt haben zu können. Einiges spricht aber dafür, dass möglicherweise schon vorher etwas mit der DiB-Funktionärin lanciert worden sein könnte, was dann erst später – nämlich Mitte März – in die Medien kam.