Dienstag, 28. November 2017

Medien übertreiben „Attacke“ auf Bürgermeister Hollstein in Altena: Es ging um abgestelltes Wasser, nicht um Flüchtlinge



Seit heute früh überschlagen sich etablierte Medien wegen einer vermeintlichen „Messerattacke“ auf den Altenaer Bürgermeister Hollstein. In dramatischen Berichten ist von einer „15 Zentimeter langen Schnittwunde“ am Halse des Politikers die Rede, die ihm am gestrigen Montagabend in einem türkischen Dönerimbiss zugefügt worden sei. Aber nein, natürlich nicht von unseren lieben türkischen Mitbürgern, die haben es ja nicht so mit Messern. Vielmehr geht es laut medialer Hysterie um einen „fremdenfeindlichen“ Deutschen, der seinen Bürgermeister angeblich wegen dessen Engagement für „Flüchtlinge“ abmurksen wollte.

Das "Hetzklima" ist Schuld, seine eigene Politik natürlich nicht...


Zumindest behauptet das der Bürgermeister selbst. Der Angreifer habe sich „dementsprechend geäußert“, sagte Hollstein heute gegenüber der Presse. Kolportiert werden in den Medien verschiedene Aussagen, was der 56jährige Mann angeblich zu Hollstein gesagt haben soll. Beide Männer befanden sich in dem türkischen Dönerimbiss, beide hatten sich laut SPIEGEL-Bericht etwas Essen bestellt. Laut ZEIT-Artikel soll der 56jährige den Hollstein zunächst gefragt haben, ob er der Bürgermeister sei. Ob Hollstein das bestätigte, ist unklar. Danach soll der 56jährige den Bürgermeister mit den Worten „Sie lassen mich verdursten und holen 200 Flüchtlinge nach Altena“ angegriffen und ein Messer gezogen haben.

Widersprüchliche Aussagen

Anders liest sich das bei der WAZ von heute: Demnach soll der 56jährige dem Bürgermeister lediglich vorgeworfen haben, dieser habe ihm das Wasser abgestellt. („Du stellst mir mein Wasser ab“). Von Flüchtlingen ist keine Rede. Weiter soll der Mann gedroht haben: „Ich stech dich ab“. Immer noch ist von Flüchtlingen keine Rede. Inhaltlich besteht also ein Widerspruch. In der einen Version siezt der Täter den Bürgermeister ganz förmlich, in der anderen duzt er ihn ganz plump. Wahrscheinlicher dürfte die zweite Version mit dem „Du“ sein, was auch zum Hintergrund des Mannes eher passen würde. Das „Sie lassen mich verdursten…“ klingt zu geschwollen und glatt, so würde es nicht jemand sagen, der innerlich „auf 180“ wegen seines abgestellten Wassers ist.

Es ging um abgestelltes Wasser

Merkwürdig ist nur, dass überhaupt zwei so grundverschiedene Versionen des Gesagten veröffentlicht werden. Stammen beide Versionen von Hollstein? Wurde der politische Teil („200 Flüchtlinge“…) später hinzugedichtet, um dem Fall die gewünschte politische Dimension zu verleihen? Außer dem Bürgermeister und dem 56jährigen selbst scheint es offenbar keine anderen Zeugen zu geben, die überhaupt etwas gehört haben. Auch die Imbissbesitzer haben bislang nichts zum Inhalt des Gespräches gesagt. Bürgermeister Hollstein kann also erst einmal behaupten, was er will, denn seine Glaubwürdigkeit wäre im Zweifelsfall viel größer als die seines Kontrahenten, der laut Medienberichten arbeitslos, verschuldet und schon wegen „Trunkenheitsdelikten“ aufgefallen sein soll.

Völlig überzogener Mordvorwurf

Das wiederum beißt sich aber mit dem hysterisch erhobenen Vorwurf des „versuchten Mordes“ und einer angeblich „politisch motivierten Tat“. Tatsächlich ist der Mann bislang noch gar nicht politisch in Erscheinung getreten. Alleine die Tatsache, dass er ein regelmäßiger Gast in dem türkischem Dönerimbiss ist, spricht schon sehr stark dagegen, dass er generell „fremdenfeindlich“ oder gar „politisch motiviert“ sei. Die Tat war offenkundig auch sehr spontan zustande gekommen, so dass höchstens versuchter Totschlag, aber wohl eher nur Körperverletzung als verfolgbares Delikt in Frage käme. Ganz sicher aber kein versuchter Mord. Dieser Vorwurf ist eine typische Übertreibung infolge der gezielten Medienhysterie.

Kleines Pflaster, große Wunde?

Auch bei der Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern wird maßlos übertrieben. Zwar nahm der 56jährige den Bürgermeister scheinbar „in den Schwitzkasten“ und hielt ihm ein Küchenmesser an den Hal, aber wenn wir uns das Foto in der heutigen BILD-Zeitung ansehen, dann stellen wir fest, dass das Pflaster am Hals sehr klein ist. Warum BILD trotzdem im Artikel behauptet, dass es sich um eine „15 Zentimeter lange Schnittwunde“ handele, lässt sich abermals nur mit hysterischer Übertreibung und Propaganda erklären. Auch der SPIEGEL befeuert diese Hysterie. Dort heißt es hochdramatisch: „Der Fußboden im City Döner in Altena ist wieder sauber. "Hier war alles voller Blut", sagt Ahmet Demir, 27, und zeigt auf die Stelle vor seiner Theke.“

Kleines Pflaster, große Wunde? 15 Zentimeter sind das sicher nicht...


Wir schauen wieder auf das Foto in der BILD-Zeitung. So viel Blut kann da kaum gewesen sein, dafür ist das Pflaster einfach zu klein. Im Gegensatz zur blutrünstigen Schilderung der „Kampfszene“ in einigen Leitmedien bestätigte ein Bericht auf RTL das Gegenteil: Hollstein habe den Angriff gemeinsam mit den Imbiss-Besitzern „abwehren“ können und wurde nur „leicht am Hals verletzt“. Die angeblich so dramatische „Messerattacke“ war also offenbar so voraussehbar, dass sie abgewehrt werden konnte, ehe überhaupt Schlimmeres hätte passieren können. Kleines Pflasterchen drauf und gut.

Propaganda macht Hollstein zum Helden

Dramatisch wird der ganze Vorfall ohnehin nur durch das Mediengezeter, wo sich jetzt auch die ganze Polit-Prominenz ausweint und mit großen Gesten hinter den Bürgermeister stellt. Kein Wunder, immerhin gehört Hollstein zu ihren Vorzeige-Integrations-Funktionären, der seine Stadt mit noch mehr Ausländern vollstopft, als er offiziell müsste. Da gibt es sicher viele Menschen in Altena, denen es nicht gefällt, dass ihr Bürgermeister ausgerechnet zusammen mit der Asylantenkanzlerin Merkel irgendwelche Integrationspreise verleiht und ihren Überfremdungskurs mitmacht. Aber das, was gestern in dem türkischen Imbiss passierte, hat nicht mal annähernd die politische Dimension, die im Nachherein daraus gestrickt wird, um aus dem Bürgermeister einen „tapferen Helden“ zu machen, der das Attentat eines bösen Flüchtlingsgegners nur knapp überlebt hätte.

Die "Attacke" kommt der Integrationspropaganda sehr gelegen...


Nichts Fremdenfeindliches im Dönerimbiss

Tatsächlich hatte Hollstein einfach nur das Pech, auf einen Bürger zu treffen, der ihn nicht mit Lobhudeleien für seine Integrationspolitik überschüttete, sondern zu Recht erbost darüber war, dass die Stadt ihm offenbar das Wasser abgestellt hatte. Bei wem könnte man sich besser darüber beschweren, als beim Bürgermeister? Der Vergleich mit des Bürgermeisters Flüchtlingen, denen ganz sicher niemand das Wasser abstellen würde, wäre in diesem Zusammenhang überhaupt nicht als flüchtlings- oder fremdenfeindlich zu sehen, sondern läge einfach auf der Hand. Die Art und Weise der Auseinandersetzung war sicherlich unangebracht, aber politisch oder fremdenfeindlich war gar nichts an diesem Montagabend im türkischen Dönerimbiss. Möglicherweise verdreht Herr Hollstein da ein wenig die Tatsachen, weil es ihm bei persönlicher Ansprache durchaus unangenehm sein muss, dass seine eigenen Bürger das Wasser abgedreht bekommen, während „Flüchtlinge“ auf Kosten der Allgemeinheit freie Kost und Logis erhalten.