Freitag, 10. November 2017

„Die Kohle der Löwen“: ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“ nimmt neoliberale Denkfabriken und Sozialstaatsplünderer aufs Korn



Nur einen Tag nach dem politisch unkorrekten „NSU“-Krimi „Dengler – Die schützende Hand“ zur besten Sendezeit legte das ZDF am Dienstag noch einmal politisch unkorrekt nach. Dieses Mal im Visier: Neoliberale Denkfabriken und ihr geheimer Einfluss auf das Handeln der Politik bei Sozialabbau und Privatisierung. Was von etablierten Medien oft und gerne als Verschwörungstheorien verleugnet wird, durfte zumindest in der Satiresendung „Die Anstalt“ am 07.11.2017 plausibel und treffend thematisiert werden. Besonders wichtig auch in diesem Fall: Es wird eine Massenzielgruppe erreicht, die sich ansonsten eher nicht so intensiv mit solchen Dingen beschäftigt. Es ist also ein „Augenöffner“ in der ansonsten linksversifften Mainstream-Medienlandschaft.

sehr schöne Satire auf Maschmeyers "Höhle der Löwen"


Dabei bekam auch der Finanzabzocker Carsten Maschmeyer seine längst fällige Abreibung verpasst. In aller Öffentlichkeit und mit bissiger Satire wurde Maschmeyers aktuelle Fernseh-Verdummungsshow auf VOX – „Die Höhle der Löwen“ – auseinander genommen. Passend umgetauft in „Die Kohle der Löwen“ wurde die billige Investoren-Propaganda für Taugenichtse regelrecht vorgeführt, dass es eine echte Genugtuung für alle war, die Maschmeyers Machenschaften kennen und das Sendekonzept des Polit-Primitivsenders VOX verabscheuen.

Bei der „Kohle der Löwen“ konnte nur ein „Produkt“ überzeugen. Zitat:

„Mit einer als Versicherungsgesellschaft getarnten Drückerkolonne bringe ich die Menschen um ihre Ersparnisse.  Dieses Geld investiere ich dann in eine Geschäftsidee, die nennt sich Cum-Ex und die dient dazu die Gesellschaft auszurauben. Dann setze ich mich ins Fernsehen und verkaufe Grünschnabel-Gründern meine kriminelle Energie als Businesserfahrung und lasse mich in Form einer Hammer Einschaltquote von der Gesellschaft feiern, die ich gerade ausgeplündert habe“.

Wie das Produkt wohl lauten mag? Sie ahnen es schon: „Carsten Maschmeyer“.

In der Tat steckt auch der machtelitenverbundene Carsten Maschmeyer ganz tief im Sumpf der bundesrepublikanischen Politmafia, die dafür verantwortlich zeichnet, dass sich Deutschland auf dem Weg zum Almosen- und Suppenküchenstaat befindet. Einen Löwenanteil daran trägt Maschmeyers Kumpel und Rothschildagent Gerhard Schröder, der während seiner Kanzlerschaft (1998 – 2005) alle „Reformen“ installierte, die aus neoliberaler Sicht nötig waren, damit sich der Staat aus seiner Verantwortung gegenüber dem Volk herausstehlen konnte: Arbeitslose wurden durch die Hartz-Gesetze auf Sozialhilfeempfängerniveau gedrückt, eine gute medizinische Versorgung ist nur noch für höhere Gesellschaftsschichten möglich, die Renten wurden massiv gekürzt, das Rentenalter heraufgesetzt und eine private Rentenvorsorge gefordert.

Und da kommt dann Schröders Busenfreund Maschmeyer wieder ins Spiel, der diese Steilvorlage dankbar aufnehmen und mit seinem AWD faule private „Vorsorgeleistungen“ verschachern konnte. Ob das „Zufall“ war oder geplant, das lässt sich bis heute nicht beweisen, aber die Vermutung liegt mehr als nahe, wie auch ein Bericht in der Süddeutschen Zeitung vom 13.11.2014 belegt:

"Es geht darum, ob Schröder während seiner Zeit als Kanzler die Riester-Rente, also das System der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge, auf Betreiben Maschmeyers hin so weiterentwickelte, dass es dessen Finanzdienstleister AWD zugutekam - und dafür im Gegenzug bedacht wurde, wenn auch erst nach Ende seiner Amtszeit.“

Raubtiere unter sich: Schröder und Maschmeyer


Beweisen könnten die Buchautoren das laut SZ nicht, aber Lobbyismus sei eben oft auch schwer zu beweisen. Weniger schwer zu beweisen ist hingegen, dass Maschmeyer die Kanzlerkandidatur von Gerhard Schröder 1998 massiv mit teuren Werbekampagnen unterstützt hat. Da wäscht eine Hand immer die andere, auch wenn Maschmeyer sicher nicht das maßgebliche Rädchen im Getriebe sein dürfte, denn Privatisierung und Sozialstaatsabbau wurden hinter den Kulissen der globalen Agenda geplant, wie auf den Nachdenkseiten zu lesen steht:

"Entworfen hatte die Agenda 2010 ein kleiner Zirkel von Schröder-Vertrauten im Kanzleramt. Indirekt war auch die Bertelsmann Stiftung, welche die Regierungspolitik der Bundesrepublik seit Schröders Amtsübernahme 1998 stärker beeinflusste, an den Vorarbeiten beteiligt. „Das Grundkonzept der Agenda 2010 hat eine neoliberale Tendenz und stammt aus den angelsächsischen Ländern."

Womit wir wieder beim globalen Netzwerk neoliberaler, marktradikaler Denkfabriken wären, die in der ZDF-Satiresendung vom letzten Dienstag aufs Korn genommen wurden. Eine davon ist z.B. die „Friedrich A. von Hayek-Stiftung“, die in letzter Zeit in die Schlagzeilen geriet, weil sie gemeinsam mit der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) zu den Geburtshelfern der „Alternative für Deutschland“ (AfD) gehört. Beide Denkfabriken werden teilweise von ranghohen Politikern in der BRD repräsentiert und vor allem die INSM ist ein besonders aktiver Brandstifter, wenn es um Sozialabbau und Verschleudern von Volksvermögen geht.

Aufklärung über die Rolle von Denkfabriken auf satirische Art - gut gelungen!


Dass die „AfD“ ein staatlich-neoliberales „U-Boot“ ist, darüber haben wir in diesem Blog schon vor längerem berichtet. Die Gründer dieser Partei sind durchweg Leute aus machtelitären Gesellschaftskreisen, die sich für Sozialabbau, Hartz IV-Almosen und Privatisierung stark machen. Ohne diesen Hintergrund hätte es die „AfD“ niemals in den Bundestag geschafft oder besser gesagt: schaffen dürfen. Wer diesen Bundestagseinzug bejubelt, weil er auf eine politische Wende zugunsten des Volkes hofft, für den wird es noch ein böses Erwachen geben. Im Gewande des scheinbaren Volkstribuns wird die AfD als trojanisches Pferd neoliberaler Netzwerke das von Gerhard Schröder begonnene Werk der Sozialstaatszerstörung weiter fortsetzen.

Sehr erfreulich, dass diese Zusammenhänge in der ZDF-„Anstalt“ vom Dienstag näher beleuchtet wurden. Ausnahmsweise also an dieser Stelle mal ein ausdrückliches Lob für das Zweite.