Samstag, 2. September 2017

Woran starb CDU-Politiker Axel Bernstein wirklich? Warum werden die Todesumstände geheim gehalten?



In Heim und Garten ist immer größte Vorsicht angebracht, denn der Tod lauert an jeder Ecke. Zumindest, wenn wir den offiziellen und von den Medien gerne überdramatisierten Statistiken Glauben schenken. Denn in vertrauter Umgebung sterben deutlich mehr Menschen, als im Straßenverkehr. Die Zahl liegt offiziell im Schnitt zwischen knapp 9.000 bis knapp 10.000 erfassten Todesfällen im trauten Heim pro Jahr (Quelle z.B. SPIEGEL). Hört sich gewaltig an, aber bei über 40 Millionen Privathaushalten in Deutschland (2016) relativiert sich das ganz schnell. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand im eigenen Haushalt durch einen Unfall stirbt, liegt bei unter 0,25 Prozent – also Nullkommanichts, passiert quasi fast nie.

BILD war anfangs mißtrauisch und witterte einen "Krimi". Zu Recht?


Dennoch soll ausgerechnet der 43jährige CDU-Landtagspolitiker Axel Bernstein aus dem schleswig-holsteinischen Wahlstedt zu diesen seltenen 0,25 Prozent gehören. Er war am 24. August 2017 überraschend gestorben. Angeblich soll er in seinem eigenen Garten „gestolpert“ oder“ gestürzt“ sein, so genau weiß man es nicht oder will es uns nicht sagen. Quelle der Todesmeldung sind die „Kieler Nachrichten“ (KN), zumindest bezogen sich zunächst alle anderen Medien auf den Bericht der KN, die behauptet hatte, Bernstein sei auf seinem Grundstück „gestürzt“. Dass dies ein sehr seltenes Ereignis ist, machte wohl auch die BILD-Zeitung mißtrauisch. Dort hieß es am 26.08.2017: „Krimi um Tod von CDU-Politiker: Laut „Kieler Nachrichten“ soll Axel Bernstein vergangenen Donnerstagnachmittag im Garten gestürzt sein. Doch die Umstände sind höchst rätselhaft! Wie starb Bernstein wirklich?“

Nun weiß man, dass die BILD-Zeitung meist sehr gut informiert ist, dies aber in der Regel nur andeutungsweise preisgibt. Zumindest war die BILD das einzige Blatt, das in dem überraschenden Todesfall einen „Krimi“ sah. Das kann Auflagenstrategie sein, aber vielleicht auch eine gewisse Ahnung oder Erfahrung bei Todesfällen von Politikern. Wenn jemand allgemein als gesund und munter gilt und dann plötzlich im besten Alter stirbt, dann wirft das Fragen auf. Diese sollten durch ein Todesermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Kiel ausgeräumt werden. Doch das gelang ganz und gar nicht. Zwar verkündeten die Medien brav und gleichgeschaltet die offizielle Obduktionsversion der Staatsanwaltschaft, aber die wirklichen Todesumstände bleiben weiter im Dunkeln.

Der Tod des CDU-Politikers sei „aufgeklärt“, schlagzeilte das Hamburger Abendblatt am 30.08.2017. Im Artikel jedoch hieß es dann, dass die Verlautbarung der Staatsanwaltschaft nur „indirekt“ die Sturz-Theorie bestätige. Wieso nur indirekt? Eine Obduktion müsste doch ganz klar offenbaren, ob jemand an den Folgen eines Sturzes starb oder nicht. Und vor allem: Worüber war der Mann denn gestürzt und wie genau war er gestürzt, dass er daran sogar gestorben war? Darüber erfährt die Öffentlichkeit bislang gar nichts. Nun kommt es ja häufig vor, dass man im Garten stolpert, aber daran stirbt so gut wie nie jemand. Warum starb Bernstein an einem solchen „Sturz“?

Die Staatsanwaltschaft macht aus dem Obduktionsergebnis ein großes Geheimnis. Bekannt gab sie nur, dass „Fremdverschulden“ angeblich ausgeschlossen werden könne. Wohl in der Hoffnung, dass sich damit alle zufrieden geben und die Todesursache „Unglücksfall“ als gegeben akzeptieren. Aber war Bernstein nun eigentlich im Garten „gestützt“ oder in seiner Garage? Den Kieler Nachrichten vom 30.08.2017 konnten wir zwar entnehmen, dass die „Ermittlungen beendet“ seien, aber weiter hieß es dort: „Der 43-jährige Landtagsabgeordnete war in der Vorwoche leblos in seiner Garage aufgefunden worden.“. Das war jetzt ein ganz neuer Aspekt, denn die Garage ist nicht der Garten. Warum lag Bernstein leblos in seiner Garage, wenn er doch im Garten „gestürzt“ war? Und wie wahrscheinlich ist es, dass jemand nach einem „Sturz“ sofort tot ist und keinerlei Hilfe mehr herbeirufen kann? Hat der Mann nach dem „Sturz“ keinen Mucks mehr von sich geben können? Hat kein Nachbar oder Familienmitglied Schmerzensschreie bzw. Hilferufe gehört?

Fremdverschulden ausschließen besagt nichts - es ist oft nicht nachweisbar!


Dass ein „Fremdverschulden“ ausgeschlossen werden kann, ist überhaupt kein Beleg für einen Unglücksfall. Tatsächlich ist ein Fremdverschulden bei vielen Morden nicht nachweisbar, z.B. wenn jemand absichtlich kräftig geschubst oder irgendwo herunterstoßen wird. Dahinter kann sich eine klare Tötungsabsicht verbergen, die jedoch quasi nie nachweisbar sein kann, weil sie einfach keine Spuren hinterlässt. In manchen Zeitungen wie z.B. der MOPO vom 30.08.17 heißt es dann auch ganz vorsichtig, dass Bernstein „wohl“ durch einen Unfall gestorben sei. Ein klares Indiz, dass der Fall alles andere als geklärt ist. Wenn die Staatsanwaltschaft sagt, es „ist von einem Unglückfall auszugehen“, dann klingt das auch eher wie ein Befehl, denn wie eine seriöse Klärung der Todesumstände.

Doch warum sollte Axel Bernstein mit Absicht getötet worden sein? Ein politisches Motiv ist nicht erkennbar, denn der Landtagsabgeordnete war voll und ganz ins Establishment integriert, total angepasst und stromlinienförmig. Streitbare Aussagen oder Initiativen gingen ebenso wenig von ihm aus, wie interne Grabenkämpfe. Zwar bewegte sich der studierte Historiker auf dem schwierigen Gebiet der Innenpolitik, war aber auch hier ein regelrechter Leisetreter, der niemandem wirklich auf die Füße trat. Zuletzt hatte sich Bernstein zwar auf seiner Webseite deutlich gegen die linksextreme Gewalt beim G20-Gipfel in Hamburg geäußert, aber das war allgemeiner Konsens bei den meisten Politikern. Das Mitglied der Freimauerloge Lions Club sorgte sich in seinem letzten Tweet auf Twitter um die „Zuverlässigkeit unseres Partners USA“, aber das verdient sicher keine Überbewertung, denn Bernstein war voll auf Merkels Linie und stand fest hinter der Strategie des Ausbaus des Überwachungsstaates nach US-Vorbild.

Ein Tötungsmotiv könnte natürlich auch in seinem unternehmerischen Umfeld begründet sein, denn Bernstein war nach eigenen Angaben Unternehmensberater. Zusammen mit seiner Frau soll er die zurückliegenden Jahre eine „Agentur für Kommunikation und Politikberatung“ betrieben haben. Etwas seltsam ist allerdings, dass diese Agentur oder überhaupt eine Firma mit Bernsteins Namen seit 2007 weder im Unternehmens- noch im Handelsregister eingetragen war. Für ein reguläres Unternehmen äußerst fragwürdig. Generell geraten Unternehmensberater schnell ins Fadenkreuz, weil sie oftmals mitverantwortlich für Massenentlassungen und dubiose Firmenverkäufe sind. Bei Bernstein läßt sich jedoch übers Internet überhaupt nicht ermitteln, welche Firmen er beraten hat. Negative Schlagzeilen hat er in diesem Zusammenhang jedoch auch keine gemacht.

Bliebe noch das private Umfeld, dass in den meisten Tötungsfällen ursächlich ist. Während Morde aus politischen Gründen eher selten sind, gehören Neid, Hass und Eifersucht zu den klassischen Mordmotiven. Diese finden wir hauptsächlich im Privat- und Beziehungsleben. Anhaltspunkte ergeben sich aber für uns Außenstehende auch hier nicht. Nach Außen hin gibt es keinerlei Details aus Axel Bernsteins Privatleben, was auch völlig in Ordnung ist.

Doch gerade weil es eigentlich kein erkennbares Motiv für eine Tötungsabsicht gibt, stellt sich umso mehr die Frage, warum die Staatsanwaltschaft beim Obduktionsergebnis dermaßen auffällig mauert? Immerhin war Axel Bernstein als Politiker und gewählter Abgeordneter eine Person des öffentlichen Lebens, ja der Zeitgeschichte. Und die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, unter welchen Umständen genau der Mann ums Leben kam. Andernfalls könnte ja jeder beliebige Politiker hierzulande einfach umgebracht werden und die Öffentlichkeit würde es nie erfahren, weil die Details unterm Deckel bleiben. Bei einer Person des öffentlichen Lebens darf in so einem Fall auch kein Datenschutz gelten, denn die Geheimhaltung des vollständigen Obduktionsergebnisses steht dem Grundgedanken des Rechtsstaates entgegen.

Vielmehr haben wir alle einen Anspruch darauf, dass das Obduktionsergebnis vollständig veröffentlicht wird, um sicher zu sein, dass wirklich nichts unklar bleibt oder vertuscht wird. Immerhin wäre es ja auch denkbar, dass die Todesumstände ein wenig „heikel“ sind und geheim gehalten werden, weil es der CDU im Bundestagswahlkampf unangenehm wäre, wenn die Todesumstände bekannt würden. Das soll keine Spekulation sein, aber wenn ein Politiker z.B. an einer Überdosis stirbt oder in Folge eines Ehekrachs wegen einer Geliebten, dann wäre das schon etwas, dass eventuell negativ auf den Wahlkampf der Partei durchschlägt. Genau das darf aber kein Grund sein, die Todesumstände unter Verschluss zu halten, denn das wäre nichts anderes als Korruption und Manipulation.

Die bisherigen Informationen klären nichts auf, sondern werfen weitere Fragen auf und erhalten die Ungewissheit, ob hier wirklich nur ein Unfall passierte.

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