Samstag, 27. April 2019

Aus Presselügenclub wird AKTENZEICHEN BRD

Dieser Blog wurde umfirmiert und publiziert ab sofort unter dem Namen AKTENZEICHEN BRD. Ansonsten ändert sich nichts, die Beiträge bleiben weiter unbequem und kritisch wie bisher. Alle bisherigen Posts werden hier beim Presselügenclub abrufbar bleiben.



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Der erste Beitrag wurde am 27.04.2019 bereits eingestellt.

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Dienstag, 16. April 2019

Notre-Dame: Nach dem Brand fließen endlich Spendengelder für Sanierung

Eine lange und bewegte Geschichte hat die alte Kathedrale des römisch-katholischen Erzbistums Paris schon hinter sich. Weltberühmt ist das gotische Bauwerk aus dem frühen Mittelalter und einer der wichtigsten Anziehungspunkte für Touristen. Seine schwerste Beschädigung erhielt der Bau allerdings nicht etwa in einem Krieg, sondern durch ein Feuer, das am Abend des 15. April 2019 im Dachstock ausbrach und die hölzerne Dachkonstruktion in wenigen Stunden zerstörte.

Wird ein absichtliches Zündeln hinter Bauarbeiten versteckt?


Ganz Frankreich scheint ob dieser Zerstörung eines Kulturerbes in einem Tränenmeer zu versinken. In den meinungsmachenden Medien vergießen insbesondere Promis und Politiker dicke Krokodilstränen. Darunter sicher viele, die sich bislang wenig für die Kathedrale interessiert haben dürfen. Und noch weniger für die damit verbundene katholische Kirche. Manche vermuten hinter dem verheerenden Brand deshalb ein politisches Fanal, einen symbolischen Akt für die Preisgabe des christlichen Abendlandes an die arabischen Eroberer, die Dank der europäischen Einwanderungspolitik in Heerscharen kommen und auch große Teile Frankreichs längst fest im Griff haben.

Marode und seit 200 Jahren nicht saniert

Aber nicht nur dem europäische Abendland droht im „Kampf der Kulturen“ die Zersetzung. Dem „Herz von Paris“, wie Notre-Dame jetzt kitschig tituliert wird, droht die Zersetzung ebenso und das schon sehr viel länger. Denn tatsächlich haben sich die Verantwortlichen in Paris und Frankreich zuletzt viel zu wenig für den Erhalt ihres Wahrzeichens interessiert. Das spricht dafür, dass sie es zuletzt auch nicht mehr als ihr Wahrzeichen ansahen. Notre-Dame ist großenteils baufällig und dringend sanierungsbedürftig, aber Gelder flossen schon viel zu lange viel zu wenige.

Geschichte wiederholt sich eben doch: Auch im ausgehenden 18. Jahrhundert drohte Notre-Dame zu verfallen, aber die französische Gesellschaft war bereits selber so verfallen und geistig verfault, dass sogar die Revolutionshorden von 1793 die Kathedrale plündern und schänden durften. Erst Victor Hugo vermochte mit seinem 1831 erschienenen Roman „Der Glöckner von Notre Dame“ die Begeisterung der Franzosen für das Wahrzeichen wieder zu wecken. Einige Jahre danach wurde eine umfangreiche Sanierung vorgenommen.

Doch das ist fast 200 Jahre her und seitdem wurden keine Gelder mehr investiert, um die Substanz wirklich erhalten. In den 1990er Jahren wurde lediglich die Gebäudefront gereinigt, um den schönen Schein für Touristen zu wahren. Die echten Probleme blieben jedoch dahinter versteckt und ließen sich mit gerade mal ca. 2 Mio. Staatsgeldern jährlich nicht beheben.

Spendensammlung bis gestern eher schleppend

Vor ein paar Jahren gründete sich unter Michel Picaud eine Stiftung der Freunde von Notre Dame, die um den Erhalt kämpfen und Spendengelder für eine richtige Sanierung sammeln wollten. Schätzungsweise 150 Millionen Euro wären dazu nötig. Der französische Staat als Besitzer wollte sich jedoch nur zu einem Drittel an den Kosten beteiligen, wie wir auf vienna.at vom 15.04.2019 erfahren. Der Großteil der Gelder muss durch private Wohltäter aufgetrieben werden, um zu retten, was eigentlich alle, vor allem den Staat, angeht.

Die Spendensammlung lief jedoch nur schleppend an. Mehrere Medien, unter anderem die WELT vom 04.02.2018, berichteten vor gut einem Jahr darüber, dass der Pariser „Touristenmagnet Notre Dam bröckelt“ und finanzielle Rettung noch nicht wirklich in Sicht war. Zwar habe die Stiftung Picauds seit 2017 schon rund 700 Spender gewinnen können, aber ohne eine genaue Summe zu nennen machte der Stiftungsvorsitzende gegenüber der Presse keinen Hehl daraus, dass man „noch weit vom Ziel entfernt ist“. 

Wer schweißt in einer "Streichholzschachtel"?
 

Die jetzt nach dem Brand so hervorgehobene große Bedeutung der Kathedrale für Frankreich schien also bis gestern Abend keine wohlhabenden Kulturliebhaber zu großen Spenden animiert zu haben.

Ein Brand zur rechten Zeit?

Das hat sich nach dem Brand offenbar grundlegend geändert. Auf einmal fließen Spendengelder in Dimensionen, von denen Picaud und seine Stiftung bislang nur träumen konnten. Mit Stand vom heutigen Tage (16.04.19) sind bereits über 300 Mio. Euro Spendengelder von zwei der reichsten Familien Frankreichs zugesagt. Doppelt so viel Geld, wie ursprünglich für die laufende Sanierung veranschlagt wurde.

200 Jahre lang kommen bloß Tropfen auf den heißen Stein, und kaum bricht ein Feuer aus, sprudelt der Geldsegen richtig: „Der französische Milliardär und Ehemann der Schauspielerin Salma Hayek, François-Henri Pinault, sicherte noch in der Nacht 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau zu“, schreibt der Schweizer BLICK vom 16.04.2019. Und Bernard Arnault, der die LVMH-Gruppe leitet und laut Forbes der viertreichste Mensch der Welt ist, haut sogar satte 200 Millionen Euro für den Wiederaufbau auf den Tisch.

Und das ist erst der Anfang: „Die Region Ile-de-France, die größtenteils dem Großraum Paris entspricht, kündigte am Dienstag eine Soforthilfe von zehn Millionen Euro an“, wie das Manager-Magazin am 16.04.2019 berichtet. Und weiter heißt es: „Auch die Uno-Kulturorganisation Unesco stellte Unterstützung in Aussicht.“. Na bitte, geht doch. Es muss halt erst was passieren, damit sich etwas bewegt. 

Perfekt für seine Imagepflege: Macron als Staatsmann und Retter
 

Eine gute Katastrophe für Macrons Imagepflege

Auch für den äußerst unbeliebten französischen Präsidenten Macron, Spitzname Präsident de Rothschild, scheint sich der Brand von Notre-Dame politisch bezahlt zu machen. Vollmundig durfte er seinen trauernden Landsleuten noch während die Flammen loderten den Wiederaufbau von Notre-Dame verkünden. Gekonnt spielt sich Macron als trauernder Staatsmann und Retter in der Not zugleich auf. Macron als Retter eines Wahrzeichens des christlichen Abendlandes - das passt eigentlich gar nicht so richtig zusammen mit seiner langjährigen Leidenschaft für den zionistischen Rothschild-Clan. Aber seine staatstragenden Medienauftritte nach einer „nationalen Katastrophe“ passen sicher gut in Macrons jüngste Ego-Imagekampagne.

Wer schweißt in der „Streichholzschachtel“?

Darf man überhaupt die ketzerische Frage stellen, ob das Feuer ein zufälliges Unglück war oder zumindest auffallend gut zur rechten Zeit geschah? Und ob. Die Brandermittler vermuten sicher nicht zu Unrecht einen möglichen Zusammenhang mit den laufenden Sanierungsarbeiten. Schweißarbeiten könnten den Brand verursacht haben, so kolportieren es zumindest die Mainstreammedien. Ob dort oben unter dem Holzdach überhaupt geschweißt werden musste, wäre die Gegenfrage. Zimmerleute arbeiten in der Regel eher mit Hammer und Nagel, denn mit Funkenschlag. Oder anders gesagt: Wenn der Dachstock laut „Experten“ (BILD, 16.04.2019) eine „Streichholzschachtel“ wäre - welcher fachlich versierte Handwerker würde dann in einer solchen Streichholzschachtel schweißen?

Mittwoch, 3. April 2019

Organspendepflicht: Spahn und Lauterbach Handlanger der Pharma-Mafia?

Manche Ärzte können es wohl kaum abwarten: Schnell noch einen Hirntod postulieren und schon wird der Patient aufgeschlitzt und alles rausgerissen, was sich irgendwie noch zu Geld machen lässt. Herz, Lunge, Leber, Niere... ein Mordsgeschäft! Aber nein, nicht doch! Es wird uns ja als edle ritterliche Tat angepriesen, dass wir unsere Organe nach unserem Ableben „spenden“ dürfen, um das Leben anderer zu retten. Alles ganz freiwillig und mit bester Absicht. Nun, das mit der Freiwilligkeit will die Politik gerade abschaffen, wie „Gesundheits“minister Jens Spahn am 01.04.2019 offiziell bekräftigte.

das blutrünstige Duett: Spahn und Lauterbach


Leider ist das kein schlechter Aprilscherz, sondern blutige Wahrheit. Minister Spahn und SPD-„Gesundheits“experte Karl Lauterbach präsentierten (siehe z.B. STERN, 01.04.19) im Duett ihren (mit der Pharma-Mafia abgestimmten?) Vorstoß für eine Organspendepflicht: Wer zu Lebzeiten nicht nachweislich schriftlich widersprochen hat, dem werden automatisch nach dem Tode die Organe entrissen, sofern sie denn brauchbar sind. Bislang gilt seit der Installation des sog. „Transplantationsgesetzes“ (TPG) von 1997 die Zustimmungslösung. Ohne nachweisliche Zustimmung keine Leichenfledderei. Und: Bislang darf nach § 2 Absatz 2a des TPG auch niemand gezwungen werden, überhaupt eine Erklärung zur Organ- und Gewebespende abzugeben.

Das Schweigen der Lämmer

Spitzenpolitiker wollen das bald ändern und uns die sog. „Widerspruchslösung“ unterjubeln. Auf gut deutsch: Schweigen ist Zustimmung. Jedem Bundesbürger dürfen die Organe rausgeschnipselt werden, wenn er nicht zu Lebzeiten widersprochen hat. Das würde Krankenhäusern, Operateuren und Pharmaindustrie eine endlose „Organflut“ garantieren, mit der sich Jahr für Jahr Unsummen scheffeln lassen. Ein so lukratives Geschäft will sich die Pharma-Mafia nicht entgehen lassen und bringt für Gesetzesänderungen ihre Marionetten in der Politik in Stellung.

Schon in den letzten Jahren haben die Profiteure lukrativer Organtransplantationen mit kostspieligen Werbekampagnen für „Organspenden“ und „Organpatenschaften“ getrommelt, um die Bereitschaft unter den Lebenden zu fördern. Dabei konnten sie auf die Hilfe willfähriger Lobbyverbände, Spitzenpolitiker und Mainstreammedien zählen. Gebracht hat das aber zum Bedauern von Herrn Spahn viel zu wenig. Angeblich seien 80% der Bevölkerung grundsätzlich zum Organe-Verschenken bereit, aber alles sei zu kompliziert. Daran habe auch der Organspendeausweis, der flächendeckend übers Land verstreut wird, nichts ändern können. Tatsächlich ist die Zahl der Spender sogar noch stark zurückgegangen.

Zwang statt Spende

Damit das „legale“ Geschäft mit den Organen nicht weiter einbricht, soll nun der nächste Schritt gemacht und die Freiwilligkeit abgeschafft werden. Die Pharma-Mafia will alles ficken, was nicht bei „Drei“ auf den Bäumen ist. Wer nicht widerspricht und das am besten in dreifacher Ausfertigung, der soll künftig gefleddert werden dürfen, sobald er für „tot“ erklärt wurde. Einzig die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte Spahns und Lauterbachs Organ-Pläne öffentlich: "Bei der Widerspruchsregelung könne von Spende keine Rede mehr sein, sagt Vorstand Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz“, heißt es am 01.04.2019 auf t-online.

Sorgte kaum für Aufmerksamkeit: Der Widerspruch der Patientenschützer


Die Diktatur kommt auch hier auf leisen Sohlen daher. Erst scheint alles freiwillig, aber dann kommt doch der Zwang. Aber, aber, es gibt ja schließlich Menschen, die wirklich dringend Spenderorgane brauchen. Ist es nicht die Pflicht eines jeden Gutmenschen, sich nach dem Tode als Ersatzteillager für die Lebenden verwerten zu lassen? Sollen wir unsere Toten künftig nicht mehr vollständig beerdigen, sondern am besten die ausgeschlachteten Fleischreste gleich im Ofen verbrennen? Ethisch gesehen ist das wohl eher ein Rückfall in die Barbarei, aber unter dem Label der Gutmenschlichkeit lässt sich auch Leichenfledderei als noble Geste verkaufen.

Hier kommen große Mainstreammedien ins Spiel, die diesen Verkauf mit schöngefärbter Propaganda kräftig ankurbeln sollen. Der schwule Minister Spahn durfte bereits vor sieben Monaten die Gelegenheit nutzen, im Massenblatt BILD-Zeitung Werbung dafür zu machen, dass das Ausschlachten von Toten „zum Normalfall“ werde. Auch aktuell bezieht das Blatt der Mächtigen keine klare Position gegen die Pläne von Spahn und Lauterbach. Vielmehr lesen wir am 01.04.19 eine von BILD selbst inszenierte Umfrage, die uns klar machen soll, dass schon ein recht großer Teil „unserer“ Bundestagsabgeordneten für eine Organspendepflicht stimmen würde. 

In BILD durfte Spahn schon vor Monaten PR machen
 

Spitzenpolitiker mit bestem Draht zur Pharmalobby

Eigentlich keine Überraschung, denn die Bundestagsabgeordneten winken eh fast alle Gesetze durch, die im Hintergrund von Lobbyverbänden gebastelt werden. Nicht wenige Abgeordnete betreiben in „Nebentätigkeiten“ selber gut bezahlte Lobbyarbeit und die Pharmaindustrie spielt dabei eine gewichtige Rolle. So gehören zu den aktuellen Hauptbefürwortern neben Jens Spahn und Karl Lauterbach auch Merkels Adjutant im Kanzleramt Helge Braun, Dr. Georg Nüßlein und die Kommunistin Petra Sitte von der SED-Linkspartei. Letztere soll wohl als Feigenblatt fungieren, da sie als einzige zumindest offiziell nicht nachweislich mit der Lobby der Gesundheits- und Medikamentenindustrie in Verbindung gebracht werden kann. Die Meinungsmacher Spahn, Lauterbach, Braun und Nüßlein jedoch sehr wohl:

Spahn hielt laut Lobbycontrol (Stand 2013) jahrelang indirekt Anteile an der Lobby-Agentur Politas, die schwerpunktmäßig Kunden aus dem Pharma- und Medizinsektor beriet. Spahn erhielt Gewinne aus einer Firma, die im gleichen Politikfeld Lobbyarbeit machte, in dem Spahn u.a. als Mitglied des CDU-Gesundheitsausschusses tätig war. In dieser Zeit war Spahn an wichtigen gesundheitspolitischen Entscheidungen beteiligt, z.B. an der Liberalisierung des Apothekenmarktes. Zu Spahns Agentur Politas gehörte auch der befreundete Lobbyist Max Müller, der zu der Zeit auch für die Versandapotheke DocMorris und den Pharmagroßhändler Celesio arbeitete.

Spahn, Lauterbach und die Ärztefunktionäre

Dass Spahn auch aktuell mit der Pharma- und Medizinlobby verbandelt ist, belegt die Tatsache, dass er zusammen mit Karl Lauterbach auf dem diesjährigen Neujahrsempfang der Kassenärztlichen Vereinigung und Ärztekammer geladen war. Das wäre sicher nicht so groß bekannt geworden, wenn nicht Lauterbach mit einem peinlichen Tweet auf Twitter unfreiwillig für Aufmerksamkeit gesorgt hätte: „Mit den Ärztefunktionären von KV und Ärztekammer mit Spahn beim traditionellen Neujahrsempfang im KaDeWe...". Die Medien wie der STERN vom 21.01.19 stürzten sich schnell auf das „Hummer“-Gesülze, um von der eigentlichen Nachricht abzulenken. Die lautete: Spitzenpolitiker Spahn und Lauterbach ganz eng mit Ärztefunktionären verflochten!

Bei Lauterbach nichts Neues, immerhin sorgte der „Gesundheitsexperte“ vor einigen Jahren schon mal für Aufsehen, weil er so ganz nebenbei direkte Lobbyarbeit betrieb: Von 2011 bis 2013 saß er im Aufsichtsrat bei der privaten Rhön-Klinikum AG. Da fällt es schwer zu unterscheiden, ob solche Politiker mehr Politiker oder mehr Lobbyisten sind, die sich als Politiker tarnen und wählen lassen. Auch bei Dr. Georg Nüßlein, einem weiteren Unterstützer der Organspendepflicht, sind die Grenzen fließend. Der umtriebige stellv. Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU ist ebenfalls „rein zufällig“ für Gesundheitspolitik zuständig. Offiziell heimst er neben Steuergeldern auch noch Nebenverdienste bei Konzernen im Energiesektor ein (Quelle: Apotheke adhoc), aber gleichwohl hat Nüßlein auch Verbindungen in den Pharma- und Medizinsektor.

Nüßleins nützlicher Referent

Das funktioniert mit dem bewährten Referententrick: Man sende seinen Referenten als Mitarbeiter in die gewünschten Konzerne und hat so eine informelle Verbindung, die aber nach außen hin kaum nachvollziehbar ist. Nüßleins Referent Ulf Birke ist laut Abgeordnetenwatch vom 10.01.19 seit 2016 für den Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (u.a. Merck, Bayer) tätig. Seitdem ist er zwar offiziell nicht mehr Nüßleins Referent, aber der Austausch dürfte weiterhin funktionieren. Zu mal auch Nüßlein selbst im Pharmabereich tätig ist, nämlich als Mitglied in der PEG eG, einer Einkaufsgenossenschaft im Medizin- und Gesundheitssektor. Die PEG kauft aber nicht nur ein, sondern verkauft auch fleißig: Nämlich medizinische PR in Form von Seminaren, Workshops und Trainings in Zusammenarbeit mit "Meinungsbildnern in der Gesundheitswirtschaft". Im Klartext: Meinungsmachern der Pharmalobby.

Braun im Beirat mit den Pharmakonzernen

Zu solchen Meinungsmachern hat auch Kanzleramtslakai Helge Braun ganz direkte Drähte. Braun war in den „offiziellen“ Hinterzimmern des Berliner Regierungsbezirks zu Gast, wo auch Vertreter von Pharmakonzernen wie Boehringer und Bayer teilnahmen. Der Lobbyverein „Collegium“ veranstaltete regelmäßige Treffen mit Politikern und Lobbyisten, wie cicero am 30.11.2015 berichtete. Braun bekam aber auch schon ganz offenen Besuch von der Apotheker-Lobby (Quelle: Apotheke adhoc, 08.03.19) und sitzt außerdem im Wissenschaftlichen Beirat des LOEWE-Zentrums DRUID der Justus-Liebig-Uni zu Gießen. Solche „Beiräte“ sind auch ein beliebter Trick, um den „Austausch“ zwischen Politikern und Konzernen zu fördern. Braun befindet sich in illustrer Gesellschaft diverser Pharmakonzerne wie Boehringer, Swiss Tropical & Public Health oder BIO Ventures for Global Health. Gesponsert wird das Ganze u.a. von Merck, Sanofi und Boehringer.

Kurz gesagt: Die Spitzenpolitiker, die sich jetzt für eine Organspendepflicht stark machen, sind fast alle durch und durch mit der Pharma- und Medizinlobby verbandelt. Darüber steht in der BILD-Zeitung allerdings keine Silbe.

Organspende-Kritiker Richard Fuchs: Das riesige Geschäft "danach"


Wer verdient an den Organspenden?

Aber wer verdient eigentlich an den Organtransplantationen und wann ist ein Mensch überhaupt wirklich tot? - Auch zu diesen Fragen schweigen sich Mainstreammedien lieber aus, obwohl die Antworten darauf sehr deutlich machen, dass Organspenden wenig mit Nächstenliebe, aber sehr viel mehr Raffgier zu tun haben.

Das beginnt schon bei der Koordination des Organhandels durch die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Diese Stiftung kassiert aktuell 2019 je transplantiertes Organ pauschal 11.547,- Euro. Das Entnahmekrankenhaus bekommt von DSO bei Patienten mit einem Organ 4.112,- Euro erstattet, eine „Multiorganentnahme“ wird mit 5.310,- Euro belohnt. Muss ein Spenderorgan per Flug zur Klinik transportiert werden, kassiert die DSO weitere 8.805,- Euro. Es geht hier noch nicht um medizinische Dinge, sondern nur rein um die Abwicklung über die DSO. (Quelle: DSO Budget 2019, PDF)

Die Transplantationen selbst werden, wie alle Krankenhausleistungen, über Fallpauschalen abgerechnet. Da kommen je Operation und Aufwand Kosten bis weit über Hunderttausend Euro zusammen. In NRW beispielsweise eine Transplantation von Leber, Herz, Lunge samt Knochenmark oder Stammzelleninfusion und 999 Stunden Beatmung schon mal bis zu 215.000 Euro. Eine Lungentransplantation mit Beatmung 140.000 Euro. Eine Nierentransplantation mit Komplikationen – postoperatives Versagen – kostet etwa 25.000 Euro (Zahlen aus 2011, Quelle: Infosperber, Januar 2012). Für Krankenhäuser ist das eine echte Goldgrube, wenn sie solche Operationen häufiger machen dürfen.

Aber das dicke Ende kommt erst noch, denn am allermeisten verdienen die Pharmakonzerne. Dazu der Organspende-Kritiker und Sachbuchautor Richard Fuchs im Interview bei Infosperber im Januar 2012: «Und nun geht es ja weiter. Die Organempfänger benötigen ihr Leben lang immunsuppressive Medikamente, damit das fremde Organ nicht abgestossen wird. Die Transplantationsärzte entscheiden in aller Regel ein für alle Mal, mit welchen Mitteln der Patient von ihnen entlassen wird, welche er sein ganzes Leben lang nehmen wird. Sie werden natürlich von den Pharmavertretern der konkurrierenden Konzerne entsprechend frequentiert. Da wurden schon genügend staatsanwaltliche Ermittlungen aufgenommen wegen Sonderzahlungen, wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit.»

Das Riesengeschäft nach der Transplantation

Es geht hier nicht um ein paar Tabletten, sondern um regelmäßige Einnahme spezieller Präparate für den Rest des Lebens mit dem fremden Organ. Richard Fuchs dazu: «Es gibt eine Statistik, was der Konsum dieser Mittel kostet, und das liegt bei 1 Milliarde 600 Millionen im Jahr. Das ist das eigentliche, das riesige Geschäft, das aus der Transplantationsmedizin gespeist wird.“ Wenn es erst eine Organspendepflicht gäbe, kann man sich leicht ausrechnen, wie hoch die Kosten, aber auch die Profite dann weiter in die Höhe schießen. Daher das große Interesse der Pharmaindustrie, „ihre“ Politiker loszuschicken und solche Gesetzesänderungen zu beantragen.

Wirklich tot oder für den Organraub ermordet?

Organe transplantieren ist also nicht nur lebensrettend, sondern vor allem ein großes Geschäft. Alle Bereiche des Medizin- und Pharmasektors verdienen mit: DSO, Krankenkassen, Krankenhäuser, Ärzte, Apotheken, Pharmahersteller. Darum kann es manchen auch nicht schnell genug gehen, potentielle Organspender ins Jenseits zu befördern. Eine Organspendepflicht würde automatisch dazu verführen, Menschen noch schneller und gewissenloser für „tot“ zu erklären, als bisher. Dabei ist jetzt schon fraglich, ob so manche Betroffene überhaupt schon wirklich tot waren oder erst im Zuge der Organentnahme starben, also im Grunde ein Mord begangen worden ist.

Offiziell ist der sog. „Gesamthirntod“, auch Hirntod genannt, die Voraussetzung, um jemanden für „tot“ zu erklären. Der Hirntod galt lange Zeit als sicheres Zeichen für den endgültigen Tod, doch diese These ist mittlerweile widerlegt. Die Physikerin und Medizinethikerin Sabine Müller vom Berliner Universitätsklinikum Charité schreibt in ihrem Aufsatz „Revival der Hirntod-Debatte“, dass die seit Jahrzehnten vertretene, biologische Begründung für das Konzept vom Hirntod „empirisch widerlegt“ sei. Müller beruft sich vor allem auf ein 2008 veröffentlichtes "White Paper" (Weißbuch) des US-amerikanischen President's Council on Bioethics. Dieses Politikberatungsgremium, eine Art Pendant zum Deutschen Ethikrat, habe eingeräumt, dass das integrierte Funktionieren des Körpers "nicht unbedingt kurz nach Eintritt des Hirntodes aufhöre". Nicht kurz danach ist noch untertrieben: Der Neurologe Alan Shewmon hatte bis 1998 über 170 dokumentierte Fälle gefunden, in denen zwischen Feststellung des Hirntods und Eintritt des Herzstillstands viel Zeit vergangen war. Die Spannen reichten von mindestens einer Woche bis zu 14 Jahren.

Die Feststellung des Hirntods und des Herzstillstands sind auch so eine Sache: Sie müssen durch zwei verschiedene Ärzte unabhängig voneinander erfolgen, die aber weder an der späteren Transplantation beteiligt noch einem daran beteiligten Arzt unterstellt sein dürfen. Einer dieser „unabhängigen“ Ärzte wird in der Regel von der DSO gestellt und kann damit schon mal nicht als wirklich unabhängig gelten, denn immerhin lebt die DSO davon, dass möglichst viele Opfer sterben und ihre Organe entnommen werden können. Der zweite Arzt kommt in der Regel aus dem Entnahmekrankenhaus, ist also auch nicht unabhängig, sondern den wirtschaftlichen Interessen seines Brötchengebers unterworfen.

Alles in allem besteht eine sehr große Gefahr, dass Betroffene zu früh oder gar zu Unrecht für „tot“ erklärt werden. Aufgrund der Methodik, als auch der Auswahl der Ärzte. Hinzu kommt, dass den Medizinern kaum Zeit bleibt, wenn Organe noch erfolgreich transplantiert werden sollen. Da muss man eben auch mal „ein Auge zudrücken“ und wohlwollend davon ausgehen, dass dem Hirntod sicher schnell auch der Herzstillstand folgen wird. Nachprüfen kann das später sowieso niemand mehr.

Nicht, dass Organspenden grundsätzlich falsch sind. Sie können Leben retten. Aber wenn korrupte Politiker im Bunde mit der Pharma-Mafia dahingehend Gesetze erlassen, dass jeder ausgeschlachtet werden darf, der sich nicht ausdrücklich widersetzt, dann geht es nicht mehr um Lebensrettung, sondern vor allem um ein knallhartes globales Geschäft mit dem Tod.