Sonntag, 15. April 2018

Kriegsgeheul und Propaganda: Medien rechtfertigen alliierten Luftangriff auf Syrien



Gestern haben die USA und ihre Vasallen erneut einen illegalen Luftangriff auf Syrien ausgeführt. Mit über 120 Tomahawk-Raketen war der Angriff doppelt so schwer, wie letztes Jahr im April. Als Auslöser des Angriffes wird – wieder einmal – ein vermeintlicher Giftgas-Angriff von Assad-Truppen auf Zivilisten vorgeschoben. Beweise dafür gibt es natürlich  - wieder einmal – keine. Der Ort des angeblichen Angriffes befand sich in Rebellenhand. 

Ohne Zweifel legt BILD falsche Fährten


Das transatlantische Propagandablatt BILD-Zeitung will uns weismachen, dass der französische Geheimdienst in einem ganz „drastischen“ und „ungewöhnlichen Schritt“ einen Geheimbericht veröffentlicht hätte, der Assads Giftgas-Schuld beweisen würden. Das tut der Bericht jedoch nicht. Dort heißt es laut BILD vom 15.04.2018 nur, dass es am 7. April einen Giftgas-Einsatz in Duma gegeben habe, aber nicht, von wem er ausgeführt wurde. BILD arbeitet hier wieder mit der Masche, ein rührendes Baby-Foto zu präsentieren. Von wo das Foto stammt und was es zeigen soll, bleibt unklar. Sicher zeigt es kein Giftgas-Opfer, denn das sähe dann ganz anders aus.

Tatsächlich geben sogar die alliierten Kriegstreiber selbst zu, dass der am Sonnabend bekannt gewordene Giftgas-Angriff noch überhaupt nicht untersucht, geschweige denn eine Urheberschaft Assads bewiesen wäre. Wie üblich hat die globale Elite einfach schon mal zugeschlagen nach dem Motto: Erst bomben, dann fragen. Erst Terror verbreiten, dann auf Frieden machen und ganz „diplomatisch“ lügen. Im NATO-SPIEGEL vom 15.04.2018 heißt es:



„Nach ihren Angriffen in Syrien haben die USA, Frankreich und Großbritannien eine neue diplomatische Initiative gestartet. Einen Tag nach den gemeinsamen Angriffen in Syrien haben die Staaten dem Uno-Sicherheitsrat in New York den Entwurf für eine neue Resolution zu dem Bürgerkriegsland vorgelegt. Der von Frankreich verfasste Entwurf, welcher der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, schlägt der Agentur zufolge die Schaffung eines "unabhängigen Mechanismus" für die Untersuchung des mutmaßlichen Chemiewaffenangriffs in der einstigen Rebellenhochburg Duma vor. Dadurch soll auch die Verantwortlichkeit für den Angriff geklärt werden, heißt es.“


Tatsächlich läuft diese „unabhängige“ Untersuchung längst. Die Assad-Regierung hatte den Vertretern der OPCW schon unmittelbar nach Bekanntwerden des neuesten Giftgas-Vorwurfes die Einreise erlaubt, wie die ZEIT am 12.04.2018 berichtete. Die angeblichen Chemiewaffen-Experten der OPCW sind allerdings alles andere als „unabhängig“, denn größter Geldgeber dieser UN-nahen Organisation sind ausgerechnet die USA, gefolgt von den US-hörigen Lakaien Japan und BRD. 

Die Erlaubnis half auch nichts, denn der Krieg ist "alternativlos"!


Schon 2017 wurde der Assad-Regierung ein Giftgas-Angriff auf Zivilisten vorgeworfen, den die OPCW untersuchen sollte. Die OPCW konnte nichts beweisen, im Gegenteil. Sie erstellte offenbar ein völlig haltloses Gefälligkeitsgutachten, denn die OPCW-Vertreter waren überhaupt nicht selbst vor Ort, sondern bekamen Proben von Boden und Opfern aus unbekannter Quelle zur Verfügung gestellt. Sie konnten nur nachweisen, dass die Proben kontaminiert waren, aber nicht von wem und auch nicht wo und wann (Quelle: Heise Online, April 2017).

Die westlichen Kriegstreiber behaupten laut Medien, der Einsatz der OPCW käme im aktuellen Fall zu spät. Tatsächlich aber sieht es eher so aus, als wäre der Einsatz beinahe zu früh gekommen! Bereits vor zwei Jahren stellten UN-Experten fest, dass Assad über keinerlei Giftgas verfügt. Bei der laufenden Untersuchung hätte sich das möglicherweise bestätigt, sofern die verdächtigte Infrastruktur noch vorhanden gewesen wäre, um sie zu untersuchen. Genau das haben die USA mit ihrem Luftangriff aber verhindert! Denn laut Medienberichten hatten die Raketen drei Ziele: Eine Forschungs- und Produktionsstätte von Chemiewaffen in Damaskus sowie zwei Lager bei Homs und Aleppo. Was immer dort wirklich war, dürfte sich nach den Raketeneinschlägen kaum noch feststellen lassen. 

Sollte der gestrige Luftangriff also verhindern, dass Assads Unschuld belegt werden kann? Musste der Luftangriff deshalb so schnell erfolgen, bevor die Untersuchungen der OPCW beginnen?

Seit Jahren hetzten etablierte Medien massiv gegen Syriens Assad-Regierung, aber sie verschweigen uns, dass der Krieg in Syrien schon vor 2001 von den USA geplant und vorbereitet worden ist. Der britische Guardian berichtete am 07. Oktober 2015 darüber, dass nach Aussage des pensionierten NATO-Generalsekretärs Wesly Clark ein Memo des US-Verteidigungsministers belegt, dass


 „wenige Wochen nach dem 11. September 2001“ Pläne gefasst wurden, „die Regierungen in sieben Ländern in fünf Jahren anzugreifen und zu zerstören, beginnend mit dem Irak und dann weiter mit Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und Iran".


In einem anschließenden Interview gibt Clark zu, dass diese Strategie grundsätzlich die Kontrolle der riesigen Öl- und Gasressourcen der Region sei. Mit Assad hat der Krieg in Syrien rein gar nichts zu tun, der ist nichts weiter als eine Spielfigur für die globale Elite. Möglicherweise sogar eine gut bezahlte Spielfigur, denn es gibt Hinweise darauf, dass Assad seine Rolle im Auftrag des US-Geheimdienstes erfüllt. Im März 2015 konnte man die entlarvende Schlagzeile lesen: „CIA hält an Assad fest“ (Quelle: ntv, 14.03.2015). CIA-Chef Brennan sagte das damals ausgerechnet auf einem Treffen des  „Council on Foreign Relations“ (CFR), der in den USA seit Jahrzehnten als Schattenregierung gilt.

Seltsame Formulierung: Ist Assad ein CIA-Mann?


Die USA und Großbritannien sind seit mittlerweile rund zehn Jahren aktiv dabei, in Syrien Rebellengruppen aufzubauen, zu bewaffnen und zu trainieren. Es würde zu ihrer Strategie passen, auf beiden Seiten die Finger im Spiel zu haben, um beide Seiten zu steuern und aufeinander los zu hetzen, damit am Ende sie selbst das Land unter ihre Kontrolle bringen können. Kriegstreibende Anti-Assad-Schlagzeilen helfen ihnen dabei, ihren völkerrechtswidrigen Eroberungskrieg als „gerechtfertigt“ zu tarnen. Auch BILD rasselt einen Tag nach dem gestrigen Luftkrieg weiter mit dem Säbel: „Das war nicht genug“ (bitte noch mehr Bomben auf Assad) – „Wie schlagen Putin und Assad jetzt zurück?“ (es wird einfach unterstellt, dass es das tun).

Von der Methodik ähnelt der Syrien-Krieg stark dem Irak-Krieg, den die USA ebenfalls mit Lügenpropaganda gegen Saddam Hussein inszeniert und mit Hilfe willfähriger Medien gerechtfertigt hatten. Auch damals hieß es, Saddam hätte dies, das und jenes an Waffen, die uns alle bedrohen. Tatsächlich stellte sich später heraus, dass die Bush-Regierung uns alle belogen hat. Aber der Irak stand ebenso auf der Speisekarte der globalen Elite wie Syrien. Und auch Saddam Hussein war ursprünglich von den USA installiert und bewaffnet worden, um ihn später scheinheilig als „bösen Aggressor“ vermarkten und entsorgen zu können.

Die wahren Aggressoren sind jedoch die USA und ihre NATO-Verbündeten, die sich den Nahen Osten der Rohstoffe wegen einverleiben wollen. Dabei gehen sie völlig skrupellos und eigenmächtig vor, sie scheren sich einen Scheiß darum, ob sie gegen Völkerrechte oder Konventionen verstoßen, sie machen es einfach, weil es keiner verhindern kann. „Deutschland steht peinlich unbeteiligt daneben“, höhnt die BILD-Zeitung und bindet ihren Lesern einen weiteren Bären auf. Denn die Bundeswehr ist im Hintergrund alles andere als unbeteiligt, das war sie schon beim Irak-Krieg 2003 nicht, auch wenn es durch die Medien so vorgegaukelt wurde. Logistisch und als Kanonenfutter sind deutsche Soldaten seit den späten 90er Jahren im Dauereinsatz für die globalen Ziele der US-Mächtigen. Auch der Transatlantiker Steinmeier kann sich seine Friedensheuchelei im Nachherein sparen, er hängt nachweislich am Rockzipfel der US-Mächtigen.

Kriegsgeheul und Lügenpropaganda des Springer-Verlages

Und so sieht die Realität aus: 1.500 Tote Zivilisten durch US-Angriffe


Welche „Kollateralschäden“ der gestrige US-Luftangriff verursacht hat, steht noch nicht fest. Sicher ist aber, dass die USA schon bei vergangenen Angriffen auf Syrien massenhaft Zivilisten ermordet haben, ohne mit der Wimper zu zucken. Alleine in den ersten zwei Monaten von Trumps Präsidentschaft, im Februar und März 2017, tötete die US-geführte Kriegskoalition fast 1.500 Zivilisten bei Luftangriffen im Irak und Syrien, wie Newsweek am 31.03.2017 berichtete. Wie viele Tausend Zivilisten ermordet und Städte in Schutt und Asche gelegt wurden durch die von CIA und Mossad betreuten „Rebellengruppen“, lässt sich schon gar nicht mehr beziffern. Legen Sie einfach all die Schreckensbilder und Zahlen zu Grunde, die in Kriegstreibermedien wie BILD & Co. zum Nachteil von Assad propagiert werden. Das alles sind in Wahrheit Opfer eines von den USA geplanten Eroberungsfeldzuges.

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