Donnerstag, 15. Dezember 2016

Aleppo und warum der CIA Krieg in Syrien führt



Gestern verbreiteten westliche Medien die Meldung, dass die „Schlacht um Aleppo“ zugunsten der syrischen Regierung geschlagen scheint. Die syrische Großstadt Aleppo wurde in diesem Jahr zum Dauerbrenner der bundesdeutschen Medienpropaganda hochstilisiert. Immer neue Gräuelbilder aus dem umkämpften Kriegsgebiet wurden uns regelrecht um die Ohren geschlagen. Vor allem eindrucksvolle Bilder mit leidenden Zivilisten und weinenden Kindern. Insbesondere Massenblätter wie die BILD-Zeitung verstanden sich sehr gut auf diese Art der einseitigen Meinungsmache, mit der hierzulande Mitleid und Aufnahmebereitschaft für Hundertausende weitere „Flüchtlinge“ erzeugt werden sollte.

typisch proamerikanische Anti-Assad-Propaganda in BRD-Medien


Die „Marschrichtung“ US-höriger Massenmedien in Deutschland war seit Jahren klar: Syriens Präsident musste wie einst Saddam Hussein, Bin Laden oder Gaddafi dämonisiert werden. Ein Teufel in Menschengestalt, das unsäglich Böse, das von den Guten bekämpft werden muss, um die Menschheit zu retten. Klingt wie aus einem schlechten Hollywoodfilm – und ist es auch. Die Inszenierung von der Welt- und Menschheitsrettung durch die „Guten“ ist immer wieder der Klassiker zur Rechtfertigung von in aller Welt. Die „Guten“ sind natürlich die USA, zusammen mit ihren Vasallen Verbündeten. Sie beherrschen diese Inszenierung wie keine andere Macht der Erde, wie auch schon der 11. September zeigte.

Unter ihrem Einfluss befinden sich auch fast alle maßgeblichen westlichen Massenmedien, vor allem im Besatzungskonstrukt Bundesrepublik, wo in allen Redaktionen Lobbyisten transatlantischer Verbände, Denkfabriken oder Geheimdienste an den richten Stellen sitzen. Da können Sie bei BILD-Chef Diekmann anfangen und bei Claus Kleber vom ZDF aufhören. Überall wird pro-amerikanische Hofberichterstattung betrieben. Erst recht nach dem 11. September, der der künstlich erzeugte jüngste Wendepunkt der Weltgeschichte ist.

Aleppo wurde bei uns im Westen zum Synonym der pro-amerikanischen Propaganda. Assad sei der Verbrecher, er müsse entfernt werden, angeblich um die „IS-Terroristen“ besser bekämpfen zu können. Auch der „IS“ ist Teil der westlichen Propaganda, was daran liegt, dass der „IS“ vom Westen überhaupt erst erschaffen wurde. Was deutsche Medien nach wie vor beharrlich verschweigen: Der IS / ISIS wurde vom US-Geheimdienst CIA aufgebaut, finanziert und bewaffnet. Damit konnte der CIA einen wunderbaren Kriegsvorwand für alle Länder schaffen, die die USA bekriegen, besetzen und kontrollieren wollen. Der Trick wurde auch in Syrien angewandt: Der Krieg der von den USA unterstützten „Rebellen“ wurde als Krieg gegen den IS deklariert – und schon war alles in Butter, alle westlichen Politiker und Medien spielen brav mit.

Ein weiterer Klassiker als Vorwand für US-Kriege sind angebliche Giftgas- und Chemiewaffen des Feindes. Das klappte offenbar auch in Syrien:


„Am 25. Juli 2013 trafen sich Führer der syrischen Opposition (in Wahrheit politische Agenten der Vereinigten Staaten) dann mit John Kerry. Im Verlauf des knapp einstündigen Treffens sagten sie dem Außenminister, die Situation sei „verzweifelt“ und die Vereinigten Staaten müssten rasch etwas tun, um den Zusammenbruch des Aufstands zu verhindern.

Zwischen dem verhängnisvollen Treffen der syrischen Opposition mit dem Außenminister am 25. Juli und dem Giftgasangriff vom 21. August liegt weniger als ein Monat. Der Zusammenhang zwischen diesen beiden Ereignissen – dem Treffen mit seinen flehenden Bitten um eine amerikanische Militäraktion und dem geheimnisvollen Gasangriff nur 27 Tage später – springt ins Auge. Die drohende Niederlage der von der CIA und ihren saudischen Lakaien geführten Aufständischen nötigte die Vereinigten Staaten, die „Chemiewaffen“-Karte auszuspielen, um einen Vorwand für einen Militärschlag zu haben. Anders als die Assad-Regierung, die die Oberhand über den von der CIA unterstützten Aufstand gewonnen und keinen Grund für den Einsatz von Chemiewaffen hatte, benötigten die USA, ihre Verbündeten und die Aufständischen dringend einen dramatischen Zwischenfall, um die Bombardierung von Damaskus zu rechtfertigen. Man kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass die CIA weit mehr über die Planung und Ausführung des Giftgasangriffs weiß, als Baschar al-Assad.“





Kaum jemand weiß, dass der Krieg in Syrien nicht erst vor drei Jahren begonnen hat, sondern schon mindestens vor fünfzehn Jahren von der US-Machtelite geplant worden war. Deutsche Medien schreiben darüber vorzugsweise gar nichts. Der britische Guardian berichtete am 07. Oktober 2015 darüber, dass nach Aussage des pensionierten NATO-Generalsekretärs Wesly Clark ein Memo des US-Verteidigungsministers belegt, dass


„wenige Wochen nach dem 11. September 2001“ Pläne gefasst wurden, „die Regierungen in sieben Ländern in fünf Jahren anzugreifen und zu zerstören, beginnend mit dem Irak und dann weiter mit Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und Iran".


In einem anschließenden Interview gibt Clark zu, dass diese Strategie grundsätzlich die Kontrolle der riesigen Öl- und Gasressourcen der Region sei.

Natürlich Ölinteressen, was sonst...


Es geht also wieder mal ums Milliardengeschäft mit Öl und Gas. All das Gedöns über Terroristen, Islamischen Staat und den bösen Assad sind nichts als Propaganda und nachträglich inszenierte Vorwände, um die wahren Kriegsgründe zu verschleiern. Wenn es um Syrien geht, dann geht es auch um dessen Verbündeten Iran. Hierzu schreibt der Guardian: 


"Nur wenige erinnern daran, dass die US-Agitation gegen Syrien schon lange vor den jüngsten Gräueltaten begonnen hat, im Kontext weiterer Operationen, die auf den iranischen Einfluss im gesamten Nahen Osten abzielen."


Schon im Mai 2007 zeigte sich, daß Präsident Bush CIA-Operationen gegen den Iran genehmigt hatte. Auch Operationen gegen Syrien waren im vollen Gange als Teil eines verdeckten Programms. "Die USA haben auch an heimlichen Aktivitäten teilgenommen, die auf den Iran und dessen Verbündeten Syrien gerichtet waren", berichtete der US-Journalist Seymor Hersh.

Das war sechs Jahre vor dem offiziellen Beginn des Krieges in Syrien. Der ehemalige französische Außenminister Roland Dumas sagte aus, dass ihm schon 2009, also vier Jahre vor Kriegsbeginn, britische Spitzenbeamte gestanden hatten, dass sie etwas in Syrien vorbereiten. Geleakte E-Mails der US-amerikanischen Denkfabrik „Strategic Forecasting Inc.“ (Stratfor) sowie Notizen von einem Treffen mit Pentagon-Beamten bestätigten, dass die USA und Großbritannien seit 2011 – zwei Jahre vor Kriegsbeginn – syrische „Rebellen“ rekrutieren und ausbilden. Die Assad-Regierung sollte dadurch zu einem „Zusammenbruch von Innen“ gebracht werden.

In deutschen „Qualitätsmedien“ erfahren wir über diese geheimen Pläne und Vorbereitungen gar nichts, obwohl sie längst nicht mehr geheim waren und es sogar namhafte Quellen dafür gibt. Wenn überhaupt wird lediglich darauf hingewiesen, dass die „Aufständischen“ und „Rebellengruppen“ im Kampf gegen Assad von den USA unterstützt würden. Dass aber die gesamte Kriegsplanung einschließlich Aufbau, Ausbildung und Finanzierung solcher „Rebellengruppen“ von den USA ausging, das wird von unterwürfigen BRD-Journalisten unter den Tisch gekehrt.

Seit dem 11. September propagieren die USA über ihre westlichen Massenmedien einen „Krieg gegen den Terror“, insbesondere gegen Al-Kaida. Dass der CIA jedoch in Syrien ganz bewusst mit Al-Kaida zusammenarbeitet, um Assad stürzen zu können, das wird in deutschen Nachrichtensendungen weitgehend verharmlost oder gleich verschwiegen. Ja, Sie haben richtig gelesen! USA und Al-Kaida machen gemeinsame Sache. 

Im Ausland kein Geheimnis: Die CIA bewaffnet die "Rebellen"


Die Times hatte im August darüber berichtet, dass der CIA die mit Al-Kaida verbundenen Milizen mit quasi unbegrenzten Mengen an hochwertigen Panzerabwehr-Raketen und anderen Waffen beliefert.  Zwar hatte Obama zuvor noch beteuert, die Lieferungen seien verringert worden und gingen ausschließlich an „gemäßigte Kräfte“, doch die CIA hat die Unterstützung für die eingeschlossenen Anti-Assad-Milizen in Aleppo verstärkt, zu denen vor allem Al-Nusra Kämpfer gehören. (Quelle: wsws, 10.08.2016). Die Times räumte unverblümt ein:


„Ein wesentlicher Faktor beim Vormarsch der Rebellen am Wochenende war die Zusammenarbeit zwischen den regulären Rebellengruppen, von denen einige verdeckte Waffenlieferungen aus den USA erhalten haben, und der dschihadistischen Organisation, früher unter dem Namen Nusra-Front bekannt, die Al-Qaida angeschlossen war.“


Dabei stellt die Times die Namensänderung und die offizielle Trennung der Al-Nusra-Front von Al-Kaida so dar, als wäre es eine ferne Erinnerung. Tatsächlich wurde sie aber erst kurz zuvor verkündet. Wie die meisten westlichen Medien bejubeln sie jetzt die angeblichen Erfolge der „Rebellen“. Genau diese „Rebellen“ hatten noch bis Ende Juli ihrer Al-Kaida die Treue geschworen.

Obwohl Al-Kaida und CIA gemeinsame Sache machen, geht die verlogene Anti-Al-Kaida-Propaganda im Westen aber weiter. Die Washingtoner Denkfabrik „Institute for Study of war“ (Institut für Kriegsstudien) behauptet dreist, dass die Situation nach der Einnahme Aleppos der Al-Kaida in die Hände spiele und die von Syrien ausgehende Terrorbedrohung eher zu- als abnehmen werde. Deutsche Medien zitieren diese Propaganda, ohne auch nur im Geringsten darauf hinzuweisen, dass es sich bei dem „Institut“ um eine Denkfabrik handelt und dass es die USA selber sind, die Al-Kaida in Syrien unterstützen.

Die USA sind also tief verstrickt in den Sumpf ihrer eigenen geheimdienstlichen Machenschaften zur Schaffung einer angeblichen „Opposition“ in Syrien. Dafür schreckt die westliche Supermacht vor nichts zurück. Sie bezahlen junge, vorwiegend arme und kriminelle Leute, um sie für ihren globalen Wirtschaftskrieg zu missbrauchen. Nach dem altbekannten Prinzip „Teile und herrsche“ sorgen sie dafür, dass die „Rebellengruppen“ sich auch untereinander spinnefeind bleiben und sich vorwiegend mit sich selbst beschäftigen. CIA und Pentagon fahren dabei mehrgleisig. Während der Geheimdienst mit einem Budget von fast einer Milliarde US-Dollar (Washington Post, 12.06.2015) „Rebellengruppen“ aufbläst und aufs Schlachtfeld schickt, unterstützen die Militärs andere Assad-feindliche Gruppen wie zum Beispiel die syrischen Kurden. Der Russia-Insider kommentierte das am 15.06.2016 so:


„Man hat das Gefühl, dass das Pentagon erfreut darüber ist, dass al-Qaida und vor allem die CIA in Aleppo zuschlägt. Besonders zu einem Zeitpunkt, in der auch die eigenen Bemühungen des Pentagons, die syrischen Kurden zu unterstützen, großen Erfolg haben."


In deutschen „Qualitätsmedien“ erfahren wir auch darüber nichts. Stattdessen wird nach Kalter-Krieg-Manier plumpe Hetze gegen Russland verbreitet, weil Putin zu Assads Verbündeten zählt. Tatsächlich ist die Verbindung zwischen Assad und Putin aus einem ganz anderen Grunde interessant und ausschlaggebend für die Kriegsvorbereitungen der USA gewesen: Assad sollte 2009 eine Vereinbarung mit Katar über den Bau einer Pipeline unterzeichnen, die über die US-hörigen Länder im Nahen Osten und die Türkei nach Europa führen soll. Damit wollten die US-Konzerne ganz offensichtlich Russland als bisherigen Hauptlieferanten für Öl und Gas in Europa ausbooten.

Assad weigerte sich jedoch, diese Vereinbarung zu unterzeichnen, weil er den wirtschaftlichen Interessen Russlands nicht schaden wollte. Stattdessen verfolgte Assad Verhandlungen über einen Pipelinebau mit dem Iran, der wiederum US-Interessen geschadet hätte. Das Memorandum wurde 2012 unterzeichnet und war ein Schlag ins Gesicht für Katars Pläne (mit den USA). Katar unternahm noch den Versuch, Russland zu bestechen, aber als auch das misslang, drohte Katars Staatsoberhaupt Hamad Al Thani Assad einen Krieg an. Bald darauf begann der (lange geplante) Krieg in Syrien.

Noch ist unklar, ob Washingtons Extremistengruppen die rechtmäßige syrische Regierung im Auftrag der USA absetzen und vertreiben können. Klar ist jedoch, dass es ein kaum verhüllter US-Krieg mit vielen Zielen ist. Die Eroberung der riesigen Öl- und Gasvorkommen ist wirtschaftlich sicher das maßgebliche. Hier betätigte sich auch die EU als Handlanger US-amerikanischer Interessen: 2011 erließ die EU ein Ölembargo gegen Syrien, um die Assad-Regierung zu isolieren und den westlichen Interessen zu unterwerfen. Das klappte aber nicht. Zwei Jahre später, kurz nach Beginn des Krieges, lockerte die EU ihr Ölembargo plötzlich wieder, um „Ölexporte aus den von den Rebellen kontrollierten Gebieten wieder zuzulassen“. (Spiegel, April 2013). Außenamtschef Westerwelle bezeichnete das als Unterstützung der „demokratischen Kräfte“ – tatsächlich unterstützt die EU jedoch ganz offiziell die „Rebellengruppen“-Taktik der CIA.

Die EU unterstützt mit Embargospielchen die CIA


Doch es spielen auch politische Ziele eine wichtige Rolle, wie der US-Journalist Hersh feststellte. Im Guardian heißt es dazu:


„Hersh stellte fest, daß die saudische Regierung, mit Zustimmung Washingtons, Mittel und logistische Hilfe zur Verfügung stellen würde, um die Regierung von Baschir Assad und Syrien zu schwächen, um ihn zu "versöhnenderen und offenen Verhandlungen" mit Israel zu drängen.“


Darum geht es also! Assad soll mit einem Krieg dazu gezwungen werden, sich den Interessen Israels zu beugen. In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass der israelische Geheimdienst schon seit den 1970er Jahren im Nahen Osten eine vergleichbare Strategie wie der CIA fährt, nämlich scheinbar arabische „Rebellengruppen“ und „Terror-Milizen“ zu konstruieren, die den Friedensprozess immer wieder torpedieren. Als Beispiel sei die „palästinensische“ Organisation Hamas genannt, die vom Mossad geschaffen wurde, um die Absichten der PLO und Arafat mit völlig sinnlosen Attentaten, Anschlägen etc. zu unterminieren. Gut möglich, dass der Mossad auch im aktuellen Syrien-Krieg eine einflussreiche Rolle spielt und die CIA lediglich als vorgeschobener Pappdrache fungiert.

Besonders nützlich dürfte den USA eine logische Folge ihrer Kriegspläne im Nahen Osten sein: Das Auslösen von „Flüchtlingsströmen“ Hunderttausender obdachlos gewordener Menschen, die vor dem Bombenterror der CIA-finanzierten „Rebellen“ flüchten und „rein zufällig“ von westlichen Politikern wie Merkel und Steinmeier nach Deutschland eingeladen werden. Die „Flüchtlingsströme“ sind kein zufälliges „Nebenprodukt“, sondern von den Washingtoner Kriegsstrategen von vornherein einkalkuliert worden. Das belegen Pläne der UN aus Ende der 1990er Jahre, in denen eine gezielte Massenmigration nach Europa zwecks Austausch der angestammten Bevölkerungen („Replacement“) angestrebt wird.

Mit den Wirtschaftskriegen im Nahen Osten wird also ganz bewusst das produziert, was richtigerweise als „Migrationswaffe“ bezeichnet wird. Die Journalistin Ellen Brown von der renommierten Asia Times berichtete darüber, warum Saddam Hussein und Gaddafi wirklich gestürzt wurden und warum die „Flüchtlingsströme“ als „Migrationswaffe“ losgetreten wurden. Die Harvard University hat schon 2008 einen wissenschaftlichen Fachaufsatz zum Missbrauch von Flüchtlingsströmen als »Migrationswaffe« (»Migration as a weapon of War«) veröffentlicht. An der John F. Kennedy School of Government der Harvard University wird seither ganz offen über die »Migrationswaffe« gesprochen. Auch der „Islamische Staats“ (IS) – angeblicher Kriegsgrund in Syrien – drohte offen damit, eine halbe Million Flüchtlinge nach Europa zu schicken. Hinter diesem „IS“ steht nichts anderes als der CIA, der Kriege wie in Syrien organisiert.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen