Freitag, 23. Dezember 2016

Berlin-Anschlag: (CIA-) Operation gelungen, Patient tot



Wir hatten es gestern schon indiesem Blog prophezeit: Wenn der vermeintliche Berlin-„Attentäter“ Anis Amri, gefunden wird, dann wird er erschossen. Genau das ist dann auch in der Nacht zum Freitag passiert: Amri wurde in Mailand bei einer „Routinekontrolle“ nachts um drei Uhr von einem Polizisten erschossen. Zuvor habe es eine „Schießerei“ zwischen Amri und der Polizei gegebenen. So jedenfalls lautet die Version des italienischen Innenministeriums.

Damit endet die Sache gerade noch rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest ganz im Sinne der Sicherheitsbehörden: Täter erschossen, Fall gelöst. Laut SPIEGEL-Bericht sollen zwar noch die Fingerabdrücke vom Lkw mit denen des Erschossenen in Mailand abgeglichen werden, aber das dürfte nur eine Formsache sein, um Amris vermutete Täterschaft endgültig zu besiegeln. Zuerst die deponierten zufällig verlorenen Ausweispapiere, dann die fingierten tölpelhaft hinterlassenen Fingerabdrücke – das genügt für ein abschließendes Urteil ohne Prozess. Was immer bisher „ermittelt“ wurde, bleibt geheim und braucht keiner gerichtlichen Überprüfung standhalten, denn Tote bekommen kein Verfahren.

Dabei gibt es berechtigte Zweifel an der filmreifen Version vom bösen Schurken, der auf der Flucht in eine Kontrolle gerät und von der Polizei erschossen wird. Zum Beispiel, zu welchem Zeitpunkt die Fingerabdrücke denn im Lkw gelegt hinterlassen worden sind? Und ob Amri, falls es denn wirklich seine Finger waren, diese Abdrücke freiwillig oder unter Zwang hinterließ? Dass Amri nun erschossen wurde, spricht entweder dafür, dass er tatsächlich der nützliche Idiot des IS-CIA war oder dass die wahren Planer des Attentats verhindern wollten, dass Amri seine Tatbeteiligung glaubhaft bestreiten kann. Denn ob der Tunesier, der seit Jahren in Italien lebt, tatsächlich „auf der Flucht“ war, ist bislang völlig unklar.

Sicherheitsbehörden und besonders eifrige Helfer etablierter Medien lassen nichts unversucht, um die Attentäter-Legende des Anis Amri auch posthum weiter zu untermauern. Der RBB beispielsweise veröffentlichte Aufnahmen, die Amri angeblich ein paar Stunden nach dem Weihnachtsmarkt-Anschlag vor einer Berliner Moschee zeigen sollen. Tatsächlich sind die Aufnahmen von ganz schlechter Qualität und es ist nicht einmal annähernd ein Gesicht klar zu erkennen. Selbst der LKA-Chef winkte angesichts der Bilder ab. (Quelle: Spiegel, 23.12.16). 

Auch der IS-CIA ist erstaunlicherweise gerne dabei behilflich, das Spurenlegen die Spurensuche seiner westlichen Feinde zu erleichtern: Laut Medienberichten (z.B. Spiegel, 23.12.16) soll der „IS“ ein Video veröffentlicht haben, welches Anis Amri in Berlin-Moabit zeigt. Wie der SPIEGEL zutreffend bemerkt, ist die Aufnahme schon einige Wochen alt und daher als Indiz für eine Täterschaft wertlos. Trotzdem wird der Artikel so aufgemacht, dass beim Leser auf den ersten Blick ein falscher Eindruck entstehen kann. Davon abgesehen: Die Person aus dem „IS“-Video kann auch jemand ganz anderes sein, denn eine auffallende Ähnlichkeit mit den ansonsten bekannten Fotos von Amri besteht keineswegs.

Das soll Amri sein...

...und der hier auch?

 
So endet also auch dieser „islamistische Anschlag“ so, wie quasi alle „islamistischen Anschläge“ der letzten Jahre endeten: Der oder die Täter sind tot, es bedarf keines Gerichtsverfahrens, das Urteil wird von den Sicherheitsbehörden eigenmächtig gefällt und von den gefälligen Medien entsprechend propagiert. So war es in Paris, in Brüssel, in Nizza und auch schon in Boston oder in New York  am 11.September. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten, für dieses Jahr haben Sie es überstanden!

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Berliner Anschlag sehr wahrscheinlich CIA-„False-Flag“-Operation



Die Lastwagen-Attacke am 19.12.2016 auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz forderte zwölf Menschenleben und rund fünfzig Verletzte. Nur wenige Minuten danach stand für sofort liveberichtende Nachrichtensender wie N24 oder n-tv fest, dass es sich um einen Terroranschlag mit islamistischem Hintergrund handeln muss. Das ist der typische Reflex, der von der Politik gewünscht wird und der sich ungeachtet anderer Möglichkeiten und widersprüchlicher Aussagen immer weiter verfestigt.

Anfangs hätte das Ereignis auch durchaus noch als schlichter Unfall gewertet werden können. Bei einem osteuropäischen Lkw fallen einem sofort schlechter Reifenzustand, defekte Bremsanlagen, übermüdete Fahrer, Sekundenschlaf und Alkohol am Steuer ein – alles Dinge, die Alltag auf deutschen Fernstraßen sind und immer wieder zu schlimmsten Unfällen führen. Mit dem Auffinden eines erschossenen Polen, der den Lkw angeblich ursprünglich gefahren haben und in Berlin samt seinem Lkw entführt worden sein soll, war die Unfallversion natürlich vom Tisch.

Wie schon bei vermeintlichen „Terroranschlägen“ in jüngster Vergangenheit spielen die etablierten Medien ein „Was-wir-wissen-und-was-nicht“-Spielchen. Anders gesagt: Sie geben uns vor, was wir zu wissen haben. Das Spiel verdient eher den Namen „Was-wir-euch-sagen-wollen-und-was-nicht“, denn die Auflistung vermeintlicher Fakten ist höchst einseitig auf eine ominöse Organisation namens „IS“ ausgerichtet. Alle Spuren müssen irgendwie in diese Richtung gelenkt werden. Nachdenken in andere Richtungen ist unerwünscht, wie auch die Polizei in ihren Ansagen gleich nach der Attacke deutlich machte. Aufruf an die Bevölkerung: „Bleiben Sie zuhause und verbreiten Sie keine Gerüchte“. Auf gut deutsch: Überlassen Sie das Denken uns, wir sagen Ihnen dann schon, was Sie über diese Sache zu denken haben.

Von wegen "souverän": Das geht eher in Richtung Meinungsunterdrückung


Dabei gibt es durchaus gute Gründe, misstrauisch gegenüber Behörden und Geheimdiensten zu sein. Misstrauisch sollte zum Beispiel immer machen, wenn in den Medien über „Pannen“ bei den Ermittlungen berichtet wird. Als anfangs noch die Berliner Kripo die Ermittlungen führte, wurde der Pakistani Navid B. festgenommen. Kaum rissen BKA und Bundesanwaltschaft die Ermittlungen an sich, hieß es, die Festnahme sei ein Irrtum gewesen. Der Pakistani wurde laufen gelassen – und tauchte sofort unter. Er ist derzeit nicht mehr auffindbar, auch sein Handy ist abgeschaltet. (Quelle: Die Welt, 22.12.16)

Innenminister de Misere triumphierte aber bereits vor laufenden Kameras, dass man ganz sicher einen neuen Verdächtigen finden werde. Kurz darauf war es auch gleich so weit: Mit stolzgeschwellter Brust verkündeten BKA und GBA den Tunesier Anis Amri als neuen Tatverdächtigen. Die Art und Weise, wie der Mann zum Verdächtigen wurde, sollte allerdings äußerst misstrauisch machen: Ein Ausweisdokument, ausgestellt auf seinen Namen, wurde im Lkw gefunden. Da mussten selbst manche Medien zugeben, dass es mehr als seltsam ist, dass ein Attentäter seine Papiere ausgerechnet im Tatfahrzeug „verliert“ und dass diese auch durchaus absichtlich dort plaziert worden sein könnten, um eine falsche Spur zu legen.

Interessant dabei: Das Ausweisdokument, das die Ermittler zuerst auf die Spur von Anis Amri führte, wurde erst am Dienstagnachmittag nach einer erneuten Untersuchung des Lkws entdeckt. Die Journaille traut sich natürlich nicht, es auszusprechen, aber es besteht hier der dringende Verdacht einer Tatortmanipulation, denn es spricht vieles dafür, dass das Dokument „nachgefunden“, also nachträglich im Lkw deponiert worden ist. Wenn vermeintliche Täter am Tatort ihre Papiere „verlieren“, dann stinkt die Sache meist ganz gewaltig. Auch bei dem Lkw-Anschlag in Nizza lagen die Identitätspapiere des vermeintlichen „Terroristen“ Bouhlel sorgfältig aufbewahrt im Lastwagen. Und niemandem fiel auf, dass eigentlich kein normaler Mensch seine Ausweispapiere auf diese Weise mit sich führt. Auch beim ominösen Charlie Hebdo-Attentat in Paris hinterließ einer der Kouachi-Brüder „rein zufällig“ seinen Personalausweis im Fluchtauto.

Während echte Terroristen alles tun, um ihre Spuren zu verwischen, scheinen wir es also bei „islamistischen Attentätern“ durchweg mit Trotteln zu tun zu haben, was angesichts der ansonsten  sehr guten Vorbereitung ihrer Aktionen erstaunlich ist. Auch die vermeintlichen „Flugzeugentführer“ vom 11. September bereiteten ihre technisch und logistisch anspruchsvolle Mission höchst akribisch vor, wie die spätere Ausführung mit meisterhafter Punktlandung beweist. Nur in einem Punkt verhielten sie sich selten dämlich: Auch sie hinterließen – neben vielen anderen auffällig gelegten „Spuren“ – ihre Pässe ganz akkurat in ihrem Mietfahrzeug am Flughafen. Einer der Pässe wurde gar am Fuße des World Trade Center „zufällig gefunden“ – das Dokument hatte auf wundersame Weise aus dem brennenden Flugzeugwrack fallen können und war dabei völlig unversehrt geblieben.

Natürlich durfte ein Tatbekenntnis des gefürchteten „IS“ auch nach dem Berliner Anschlag nicht fehlen. Das erschien zunächst als Trittbrettfahrer-Nummer, war aber in Wahrheit nur der logische erste Schritt. Der zweite Schritt war die „Entdeckung“ von Anis Amri als neuen Hauptverdächtigen, der angeblich Kontakt zum „IS“ haben soll. Das behauptet zumindest die New York Times unter Berufung auf Angaben von „amerikanischen Offiziellen“. Amri hätte über den Telegram-Messenger Kontakt zum „IS“ gehabt und sein Name stand sogar auf einer Flugverbots-Liste der USA. Auch wenn deutsche Medien es nicht aussprechen, so dürfte klar sein, dass die Infos in der New York Times nur von den US-Geheimdiensten stammen können. Und die Geheimdienste wissen es tatsächlich ganz genau, weil sie den „IS“ selber ins Leben gerufen, finanziert und bewaffnet haben. Der „IS“ ist ein Kind des CIA, hinter seinen Drohungen stecken die Interessen der USA und dafür werden auch immer wieder nützliche Idioten rekrutiert, die sie dann bei Anschlags-Operationen „verbrennen“.

Ein solcher nützlicher Idiot könnte Anis Amri sein, von dem die Behörden sofort nach Bekanntwerden der „Spur“ alle Informationen parat hatten und öffentlich ausplauderten, anstatt zunächst verdeckt zu fahnden, was sicher viel erfolgreicher gewesen wäre, als den Verdächtigen via Medien vorzuwarnen. Diese Methodik offenbart bereits, dass Amri nur das Bauernopfer derjenigen ist, die den Anschlag tatsächlich planten. Wenn Anis Amir aufgrund der Fahndung wirklich gefunden wird, dann könnte es durchaus passieren, dass er im Zuge der Festnahme „rein zufällig“ von Polizisten erschossen wird oder sich kurz danach in U-Haft erhängt. Denn auch das ist sehr auffällig: Gerichtsprozesse gegen vermeintliche Täter von aufsehenerregenden Anschlägen hat es bislang kaum gegeben – nicht nach Paris, nicht nach Brüssel, nicht nach Nizza und ganz sicher auch nicht nach Berlin. Nur tote Terroristen sind für die Geheimdienste gute Terroristen, denn sie können nichts mehr ausplaudern und es kann auch niemand mehr Fragen stellen, was wirklich passiert ist.



Die bisherigen „Ermittlungen“ deuten stark auf eine ganz andere Spur hin, die in unseren Leitmedien tunlichst verschwiegen wird. Dieser Auffassung ist auch der kritische Journalist Stehen Lendmen aus Chicago. Er ist sich sicher, daß der Angriff auf dem Berliner Weihnachtsmarkt eine staatlich geförderte „False-Flag“-Operation sein könnte, um Deutschland dazu zu zwingen, eine aktivere Rolle im sog. „Krieg gegen den Terror“ in der Region des Mittleren Ostens zu spielen. Lendmen meint, dass „sehr wahrscheinlich die schmutzigen Hände des CIA in das, was in Berlin passierte, involviert waren“. „Deutschland ist ein sehr wichtiger US-Verbündeter und ein solcher Angriff könnte inszeniert werden, um Deutschland an Bord der amerikanischen imperialen Agenda im Nahen Osten zu behalten", sagte Lendmen am Dienstag gegenüber presstv. Lendmen zufolge fällt das Timing des Berliner Vorfalls auffallend mit der Befreiung von Aleppo und mit der Ermordung des russischen Botschafters in der Türkei zusammen. Außerdem passierte der Anschlag weniger als einen Monat nach einer Warnung des US-Außenministeriums, welches zur Vorsicht auf Märkten und anderen öffentlichen Plätzen in ganz Europa zur Ferienzeit riet.

Diese Warnung wird in der aktuellen deutschen Medienberichterstattung gar nicht erwähnt. Eine solche Warnung kann – wenn sie aus den USA kommt – auch als versteckte Drohung verstanden werden. Hatte Innenminister de Misere deshalb eine „dunkle Vorahnung“, von der die Medien am 22.12. (z.B. die WELT) geheimnisvoll berichteten? Laut dem transatlantischen Springer-Blatt BILD-Zeitung soll de Misere eine Woche vor dem Anschlag nach Aussagen mehrerer Anwesender auf einer Personalversammlung im Berliner Innenministerium gesagt haben: „Wenn die Weihnachtsmärkte schließen und es keinen Anschlag gab, mache ich drei Kreuze.“

Das ist schon eine äußerst seltsame Aussage, die eigentlich nur Sinn macht, wenn man die vorherige Warnung/Drohung aus den USA vernommen hat. Um davon abzulenken, dass die Spur des Anschlags direkt zur US-Regierung führt, wurde schnell ein Rechtsanwalt namens Burhkard Benecken in die Berichterstattung hineingeworfen, der angeblich von seinem Mandanten schon im Mai von einem geplanten Anschlag in Berlin erzählt bekommen haben will. Beneckens Mandant, der „Tempelbomber“ Yusuf T., will aus salafistischen Kreisen im Ruhrgebiet gehört haben, dass in Berlin ein Anschlag mit einem Lkw geplant sei. Wenn Benecken das wirklich schon im Mai so genau erzählt bekommen hat, warum blieb gerade er als Rechtsvertreter dann untätig?

Noch völlig unklar ist die Rolle des vermeintlichen polnischen Fahrers, der im Zuge der Lkw-Attacke erschossen worden sein soll. BILD versucht, einen Helden aus dem Polen zu machen: Er soll angeblich heftigen Widerstand gegen „den Attentäter“ geleistet haben – und noch gelebt haben, als die Todesfahrt über den Weihnachtsmarkt begann. Hier haben wir einen möglicherweise relevanten Widerspruch, denn laut SPIEGEL war der Mann auf dem Beifahrersitz schon tot, als „der Täter“ den Lkw auf den Weihnachtsmarkt fuhr. Er soll mit einem einzigen Schuss in den Kopf aus einer kleinkalibrigen Waffe getötet worden sein, was gegen die Theorie vom „heftigen Widerstand“ spricht, als vielmehr für einen eiskalten Mord, auf den das Opfer offenbar nicht vorbereitet war. Betrachtete sich das Opfer vielleicht als Teil des Plans und rechnete deshalb nicht damit, plötzlich eiskalt erschossen zu werden?

Das Opfer soll zuvor nach eigener Meldung an seine Spedition seinen Lkw in Berlin in einem Stadtteil „voller Muslime“ abgestellt haben und einen Döner essen gegangen sein. In so einem Kanakenghetto („voller Muslime“) hätte sicher jeder halbwegs vernünftige Mittel- oder Osteuropäer seinen Lkw abgestellt, wo auch sonst? Und dort treibt sich dann just zu diesem Zeitpunkt ganz zufällig ein Attentäter herum, der sich ganz spontan überlegt, diesen Lkw zu klauen und damit über den Weihnachtsmarkt zu brausen. Natürlich klaut niemand ein geparktes unbesetztes Fahrzeug, sondern wartet, bis der Fahrer wieder zurückgekehrt ist. Auch diese Theorie über die „Entführung“ des Lkw klingt alles andere als plausibel, sondern konstruiert.

Plausibel klingt nach Lage der Dinge und mit dem Wissen über die zahlreichen seltsamen „islamischen Anschläge“ der letzten Jahre am ehesten die Überlegung von Stephen Lendmen, der den CIA hinter dieser Sache sieht. Vielleicht waren US-amerikanische Medien wie CNN & Co. deshalb so auffallend schnell vor Ort, um als Erste live zu berichten. Oder hatten die auch einfach bloß eine „dunkle Vorahnung“?

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Bana, die Propagandawaffe oder: Wie ein 7-jähriges Mädchen auf Twitter mißbraucht wird



Kriegspropaganda kann äußerst perfide sein. Vor allem dann, wenn sie so nett und adrett wie ein kleines Mädchen daherzukommen scheint. Die kleine Bana al-Abed soll aus Aleppo stammen, wo CIA-konstruierte „Rebellengruppen“ zuletzt mit allen Mitteln die syrischen Regierungstruppen schlagen wollten. Mitten aus dem Kriegsgebiet erreichten seit September herzerweichende Tweets die Öffentlichkeit via Twitter. Mehrmals täglich gab die 7-jährige Bana Kommentare zum Kriegsgeschehen um sie herum ab. Aber wer steckt wirklich hinter dem ominösen Konto?

Verfasst sind die Tweets durchgehend in englischer Sprache, was zumindest sehr clever ist, denn auf Arabisch wäre die Wirkung wohl kaum so groß gewesen. Aber vielleicht beherrschen die Macher des Kontos die arabische Sprache auch gar nicht richtig, was jedem echten Syrer sofort aufgefallen wäre. In den etablierten Medien wurde hauptsächlich die 7-jährige Bana als „Twittermädchen“, als „Twitterstar“ oder gar als „Anne Frank von Aleppo“ gefeiert. Die sympathisch wirkende Kleine mit den großen traurigen Augen paßt perfekt in die westliche Anti-Assad-Propaganda. Daß ein siebenjähriges Mädchen in Syrien wohl kaum in der Lage ist, sich derart geschickt auszudrücken, noch dazu in einer völlig fremden Sprache, wurde einfach ignoriert.

Tatsächlich kann nur eine erwachsene Person mit entsprechender Schulbildung dazu in der Lage sein. Angeblich soll es sich dabei um die Mutter Fatemah handeln, die namentlich sehr oft als Absender einer Nachricht genannt wird. Laut Medienberichten soll Mutter Fatemah Lehrerin, unter anderem für Englisch, sein. Sie soll aber auch Jura studiert haben, d.h sie hat 12 Jahre lang nach arabischem Lehrplan studiert plus vier Jahre an der Universität, wo alle Fächer in Arabisch gelehrt werden. Trotzdem weigerte sich Mutter Fatemah, mit einem syrischen Landsmann, der ihr und ihrer Tochter bei der Evakuierung helfen wollte, auf Arabisch zu kommunizieren.

Wenn Sie auf einen Landsmann irgendwo in aller Welt oder im Netz treffen, würden Sie dann nicht ganz automatisch deutsch mit dem sprechen?

In den zahllosen Tweets der letzten Monate ging es immer wieder um Bombardierungen, Zerstörungen, Angriffe und Tote. Die Art und Weise der Schilderungen wirkt oftmals alles andere als natürlich, sondern eher sehr überspitzt und bewußt dramatisiert. Wer sich das alles durchliest und sich die auffallend eindrucksvollen Fotos und Videosequenzen anschaut, der kommt sich bald vor wie in einem Hollywoodfilm und stellt sich unwillkürlich die Frage, ob all das nicht die Möglichkeiten eines kleinen Mädchens und seiner kriegsgebeutelten Familie übersteigt? Haben Mama und Töchterlein mitten im Bombenhagel wirklich keine anderen Sorgen, als jeden Tag derlei banalen Dingen nachzugehen?

Von etablierten, insbesondere US-hörigen Medien wurde Bana sehr schnell als das arme kleine Mädchen propagiert, das den zivilen Opfern des Syrienkrieges „ein Gesicht“ gab. Neben tränenreichen und dramatisch inszenierten Tweets schlug jedoch auch eine klare Propagandalinie durch: Es richtete sich immer nur gegen Assad und Putin als alleinige Schuldige des Krieges. Dass die Pläne der USA, Syrien mit einem Krieg zu erobern, schon 2001 bekannt wurden, war kein Thema auf Banas Twitterkonto. Auch dass der CIA die „Rebellengruppen“ in Syrien bekanntermaßen aufgebaut, finanziert und bewaffnet hat, wurde schlicht unterschlagen. Nur Assad und Putin wurden aufgefordert, mit dem Krieg aufzuhören. Die von den USA protegierte Gegenseite darf also gerne weiter bomben und töten? 

einseitiger Zynismus gegen Assad und Putin

Spätestens diese einseitigen, falschen Schuldzuweisungen entlarven Banas Twitterkonto als politische Propagandawaffe zugunsten der US-Kriegstreiber. Auch die Verwendung des Schlüsselbegriffes „Holocaust“ im Zusammenhang mit den Kriegshandlungen in Aleppo ist entlarvend: Ein 7-jähriges Mädchen käme niemals auf einen solchen Begriff, eine unbedarfte Zivilistin sicher auch nicht. Aber eine solche dürfte Mutter Fatemah auch kaum sein. Zumal ihr Mann, Banas Vater,  Behördenmitarbeiter und Mitglied der islamischen Brigade al-Safwed ist.

"Holocaust" - Sprachgebrauch einer Siebenjährigen?


Kritik an diesem von den Medien bejubelten „Twitterstar“ war vorprogrammiert. Darum ließ wer auch immer (?) die „Glaubwürdigkeit“ von Banas Twitterkonto untersuchen. Das Ergebnis war nicht überraschend: Natürlich ist Bana total glaubwürdig und ihr Konto waschecht. Weniger glaubhaft dürften vielleicht die Untersuchenden selbst sein. Denn zum einen stammt der Untersuchungsbericht von einem ehemaligen britischen Armeemitglied, dessen Armee schon Jahre vor Kriegsbeginn zusammen mit der US-Armee „Rebellen“ für Syrien ausbildete. Zum anderen wissen wir von der Internetplattform „Bellingcat“ alias Brown Media Ltd., dass sie z.B. im Zusammenhang mit dem dubiosen Absturz von Flug MH-17 ganz im Sinne US-westlicher Propaganda Putin als Täter beschuldigen.

US-Regierungshörige Medien, u.a. CNN, berichteten am 5. Dezember mit heuchlerischer „Besorgnis“ darüber, dass Banas Propaganda Twitterkonto gelöscht worden sei. Das sollte wohl irgendeine hackermäßige Sabotage seitens Assad oder Putin suggerieren. Doch tatsächlich war das Konto lediglich ein paar Stunden nicht erreichbar. Besonders aufschlußreich daran ist, dass auf dem Konto selbst mit keiner Silbe, also mit keinem Tweet erwähnt wurde, dass das Konto vorübergehend nicht mehr erreichbar war. (siehe Banas Konto, 5./6. Dez.)

Große Dramatik: Es ist immer die "final Message"


Am nächsten Tag ging die Propaganda unter dem Pseudonym „Bana“ bzw. „Banas Mom“ munter und vor allem dramatisch klingend weiter. Fast jeder neue Tweet geriet zur „final Message“, obwohl es nie „final“ war, sondern offenbar nur die Spannung beim Leser hochhalten sollte. Zwischenzeitlich mußte die Familie den Verlust ihres Hauses beklagen, hatte aber noch den Nerv, ein paar besonders schöne Schnappschüsse fürs Publikum davon zu machen. Die kleine Bana posierte wie gewohnt routiniert und professionell. Stets sauber und ordentlich, putzmunter und immer frisch und unversehrt gekleidet. Genau genommen schon ein bißchen ZU sauber und unversehrt für ein syrisches Mädchen aus einer Familie, die ihr Haus verloren hat und irgendwo zwischen schmuddeligen Trümmern leben muß. Ein Widerspruch, der den Medien scheinbar nicht auffallen wollte.

auffallend professionell arrangierte Fotoaufnahmen


Ebenso wie professionell arrangierte Fotos wie z.B. das Foto, wo Bana ein „selbstgemaltes“ Pappschildchen mit dem einseitigen PR-Text „Please Assad Putin stop the Bombing“ in die Kamera hält. Das Thema Propaganda hatten wir ja schon, aber beachten Sie bitte einfach mal rein technisch gesehen den perfekt arrangierten Hintergrund, wo alles genau paßt, einschließlich Dekoblumen und optimaler Ausleuchtung. Die Qualität spricht ganz klar für eine Studioaufnahme mit Profitools, aber ganz sicher nicht für ein mal eben selbstgeschossenes Handyfoto von zu Hause, mitten im Kampfgebiet, wo jederzeit Bomben einschlagen können. Aber die kleine Bana steht da wie eine Eins, ganz seelenruhig, als befände sie sich gerade am friedlichsten Ort der ganzen Welt.

Immer wieder flehte „Bana“ nachdrücklich um Hilfe. Der syrische Pro-Regierungs-Aktivist Maytham Al Ashkar bot sie ihr am 27. November an. Er wollte ihr bei der Evakuierung aus Aleppo behilflich sein, wie er auf sputnik berichtete. Daraufhin wurde er am 12. Dezember von einem Twitternutzer auf Arabisch kontaktiert, ob sein Angebot noch gelte. Er bejahte – und wurde von „Bana“ direkt angeschrieben. Er chattete mir ihr auf arabisch, aber die Person hinter Banas Konto bevorzugte offensichtlich Englisch statt ihrer eigenen Muttersprache. Maytham wandte sich an die Stadtverwaltung und die syrische Armee in Aleppo. Mit Erfolg. Die Behörden stimmten sogar zu, den rechtlichen Status des Vaters beizubehalten. Maytham lud sogar alle Medien ein, sich mit ihm oder dem Gouverneur in Verbindung zu setzen, um die Evakuierung zu begleiten.

Doch am Ende ging es Bana angeblich zu schnell und sie verweigerte das Evakuierungsangebot. Wollte sie lieber noch ein wenig im Krieg bleiben, weil es bei Twitter grad so gut lief? Maythams Eindruck: „Derjenige, der mich über dieses Konto kontaktiert hat, hatte keine Angst". Maytham glaubt, das Mädchen war in Aleppo, aber mehr auch nicht. Die Macher des Bana-Kontos wollten vermutlich einen Pro-Assad-Kämpfer als Lügner hinstellen, aber als sie merkten, dass er nicht log, sondern wirklich helfen wollte, da zogen sie sich schnell zurück.

 

Kurz darauf wurden Bana und ihre Familie dennoch (oder erst recht) evakuiert, wie etablierte Medien (siehe WELT-Artikel) mit geheuchelter Erleichterung bejubelten. Allerdings wurde sie nun von den „Richtigen“ evakuiert, nämlich von ihren politischen Freunden aus den USA. Genauer gesagt unter Mitwirkung der „Syrian American Medical Society“ (SAMS), die sich auf die medizinische Unterstützung der CIA-gepäppelten „Rebellengruppen“ spezialisiert hat. Maßgeblicher Vertreter von SAMS ist Dr. Zaher Sahloul, ein Syrer der in den USA Karriere gemacht hat. Sahloul betreibt ganz offenkundige US-Propaganda, nicht nur im Namen von SAMS, sondern auch im UN-Sicherheitsrat.

In einem Interview mit „Democrazy now“ (siehe Bericht im Journal Neo) offenbarte Sahloul eine typische Doppelzüngigkeit. Er forderte lautstark eine Flugverbotszone in Syrien, spricht von Genozid und Massakern soweit es sich gegen Assad münzen läßt. Aber eine Welle von Tötungen von Kindern durch US-hörige saudische Truppen verschweigt er ebenso wie die US-Planungen zum Syrienkrieg. Entlarvend ist auch Sahlouls Verwendung politischer Schlüsselbegriffe wie z.B. Barrel Bomben, WMD oder No Fly Zone. Sahloul war einst Klassenkamerad von Regierungschef Assad in der med. Fakultät, hat aber als „US-Syrer“ mittlerweile die Seiten gewechselt.

Ob es wohl Zufall war, dass die „Syrian American Medical Society“ (SAMS) ausgerechnet 1998 gegründet worden war, also zu einem Zeitpunkt, wo die kommenden US-Kriege im Nahen Osten schon in Planung waren und klar war, dass auch „politische“ Ärzte (Medical Intelligence) in Kriegsgebieten gebraucht werden, die sich im Sinne der US-Mächtigen verhalten? Das US-Außenministerium unterstützt SAMS mit Zuwendungen in Höhe von Millionen Dollars. Und die Webseite von SAMS schmückt sich mit einem Video der US-Botschafterin Samantha Powers, die SAMS als einen ihrer "persönlichen Helden" im Syrienkrieg propagiert.

Diese „persönlichen Helden“ aus den USA durften also an Banas Evakuierung mitwirken. Das ist natürlich viel besser, als wenn es ein „böser“ Assad-Mann tun würde, das paßt nicht ins gewünschte Bild. In den Medien hieß es, dass nun Schluss sei mit Banas Twitterei aus Aleppo, weil sie ja evakuiert worden sei. Ob das eine mit dem anderen überhaupt zusammenhängt, wäre noch zu klären, aber die lästigen Tweets gehen auf jeden Fall weiter. Offenbar ist die Propagandashow einfach zu gut, als dass jetzt einfach Schluss sein dürfte.  

Nach dem Krieg ist vor dem Krieg: Die Bana-PR geht weiter...


Der neueste PR-Deal: Bana trifft Erdogan! „Very happy to meet with Mr Erdogan“, macht sich das Nicht-mehr-Aleppo-Girl wichtig. The Show must go on, könnte man auch dazu sagen. Die „final Message“ war es sicher noch lange nicht…