Sonntag, 6. November 2016

Brandanschlag auf Türken-Cafe in Essen: Warum bleiben die üblichen Rituale aus?



Am Freitagabend kam es zu einem Brandanschlag auf eine türkische Teestube in Essen-Kray. Unbekannte Täter zerstörten eine Scheibe und schleuderten Brandsätze in das Cafe. Es kam aber nur zu leichten Verletzungen, der Brand konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden. Wie so oft in letzter Zeit war wieder einmal ein ausländisches Lokal Ziel eines Angriffes – das hätte in den Massenmedien eigentlich die üblichen Reflexe und Rituale auslösen müssen.

Doch es blieb eigenartig still im Blätterwald. Die meisten Medien recherchierten offenbar kaum zu den Hintergründen oder schrieben zumindest nicht selbst darüber. Bis auf wenige Ausnahmen wurden nur die sorgsam vorformulierten Pressemitteilungen von dpa gebracht. Obwohl der Anschlag geradezu eine Steilvorlage für Medienhetze gegen AfD, Reichsbürger & Co. gewesen wäre, geschah nichts dergleichen. Lapidar wurde die weichgespülte dpa-Version verbreitet, daß zwei Tatverdächtige Männer im Alter von 19 und 23 Jahren festgenommen worden seien.

Dieses auffallende Ausbleiben der üblichen Rituale mußte mißtrauisch machen, und zwar zu Recht, wie wir noch sehen werden. Denn was dpa bislang mit Absicht verschwieg und somit auch von den allermeisten Massenmedien einschließlich der sonst so gut informierten BILD-Zeitung verschwiegen wurde, war die Tatsache, daß man schon sehr früh wußte, aus welchem Bereich die Tatverdächtigen stammen. So wurde der Anschlag von mehreren Medien in der Rubrik „Kriminalität“ eingeordnet, obwohl offiziell noch gar nichts in dieser Richtung verlautbart worden war. Es widerspricht sich sogar mit der Aussage aus der dpa-Mitteilung, wonach ein „politisches Motiv“ nicht ausgeschlossen werden könne.

 

Der entscheidende Hinweis findet sich jedoch nicht in den großen Massenmedien, sondern in einem Onlinetext von „Unternehmen heute“, wo die Täter als „Deutsche mit kurdischen Wurzeln“ bezeichnet werden. Auf gut deutsch also Kurden mit BRD-Pässen. Und die Journaille weiß es von Anfang an, verschweigt es aber, um Raum für Spekulationen zu lassen. Immerhin dürften viele Leute auch ohne gezielte Hetzkampagne ganz unbewußt gedacht haben, daß es mal wieder die bösen Rechten gewesen sein könnten. Hier wirken die zahlreichen rituellen Verdächtigungen vergangener Jahre, die das Unterbewußtsein einfach gestrickter Menschen bereits dermaßen manipuliert haben, daß der gewünschte Reflex auch ganz ohne es Auszusprechen zustande kommt.

Doch es gibt noch ganz andere Gründe, warum viele Massenmedien die kurdische Herkunft der Tatverdächtigen bislang verschwiegen haben: Die politische Dimension der Tat soll heruntergespielt werden, damit keine Panik in der Bevölkerung aufkeimt. Denn anders als von vielen Medien behauptet, handelt es sich bei diesem Anschlag eben nicht einfach nur um banale „Kriminalität“, sondern um einen politisch motivierten Stellvertreterkrieg zwischen Türken und Kurden in der Türkei. Diesen Krieg hat uns die herrschende Klasse der BRD durch ihre verantwortungslose Überfremdungspolitik der letzten Jahrzehnte ganz ohne Not ins Land geholt. Dieser Krieg tobt schon lange in Deutschland und flammt immer wieder auf.

Ganz aktuell nach den Festnahmen von Abgeordneten der pro-kurdischen Partei HDP durch die türkische Polizei greifen Kurden jetzt wieder zu allen Mitteln und haben auch in Deutschland gestern mit Massendemos symbolisch die Fäuste gegen Erdogans Türkei erhoben. Erdogan wiederrum hat gerade an Rhein und Ruhr eine starke Hausmacht von organisierten Türken hinter sich, die nicht weniger militant ihre Macht demonstrieren. Es dürfte ein offenes Geheimnis sein, daß nicht nur der jugoslawische Staat, sondern auch der türkische Staat politische Morde auf dem Gebiet der BRD verübt und es ist höchst unwahrscheinlich, daß deutsche Regierungen davon noch nichts mitbekommen haben sollen.

 

Beim Anschlag in Essen kam es zu seinem beachtenswerten Indiz, welches allerdings in der BILD-Zeitung und vielen anderen Medien unterschlagen wurde. Im Weser-Kurier finden wir jedoch ein dpa-Foto, das eine Patronenhülse zeigt, die offenbar vor dem türkischen Café drapiert wurde. Allerdings erklärt dpa nichts dazu. Von Schüssen im Zusammenhang mit dem Anschlag war bisher keine Rede, es ist aber auch sehr unwahrscheinlich, daß die Hülse nur zufällig genau dort am Boden lag. Es spricht eher viel dafür, daß es sich bei dieser Patronenhülse um eine symbolische Warnung der Täter handeln dürfe.

Das ist deshalb hochinteressant, weil es konkrete Parallelen zu Fällen aus der Vergangenheit gibt. Eine Patronenhülse wurde beispielsweise beim Mord an dem kurdischen Kioskbesitzer Kubasik 2006 in Dortmund aufgefunden. Dort wurde eine Patronenhülse demonstrativ auf der Registrierkasse abgelegt. Auch in Rostock im Jahr 2004 beim Mord an dem kurdischen Imbissbuden-Mitarbeiter Turgut wurde eine Patronenhülse demonstrativ unter der Kühlschranktür plaziert. In beiden Fällen bestand lange Zeit der Verdacht, daß es um türkisch-kurdische Auseinandersetzungen geht, bis die polizeilichen Untersuchungen im August 2011 plötzlich eingestellt werden mußten und kurz darauf ein bis heute mehr als ominöser „NSU“ die Mordtaten zugeschoben bekam.

Doch auch das Nagelbomben-Attentat in der Kölner Keupstraße, welches mittlerweile auch über den ominösen „NSU“  entsorgt werden soll, spricht nach Lage der Dinge ziemlich deutlich für eine Auseinandersetzung im türkisch-kurdischen Stellvertreterkrieg auf deutschem Boden. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hat im Hinblick auf die politische Entwicklung in der Türkei davor gewarnt, daß es auch in Deutschland zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen kann. Der Anschlag in Essen dürfte damit zusammenhängen – doch dieses Ausmaß wird in den Massenmedien verschwiegen, auch deshalb, weil es für die Zuwanderungs- und Flüchtlingspropaganda der Etablierten alles andere als förderlich wäre.

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