Mittwoch, 21. September 2016

Medien verbreiten Geheimdienst-Lügen gegen Whistleblower Snowden



US-hörige BRD-Medien wie z.B. die BILD-Zeitung verbreiten seit einigen Tagen Geheimdienst-Lügen über den Whistleblower Edward Snowden. Schlagzeilenträchtiger Titel: „Die Lügenakte Snowden“. Ungeprüft und kritiklos werden von der Journaille fragwürdige Behauptungen aus einem neuen Geheimdienstbericht des US-Geheimdienstausschusses aufgegriffen und mit geradezu missionarischem Eifer weiterpropagiert.

Wenn hier jemand lügt, dann wohl eher BILD und NSA...


Immer noch liegt den US-Geheimdiensten und ihren Vasallen in Europa schwer auf dem Magen, daß Snowden ihre globale Massenüberwachung – insbesondere das bis dahin geheime Spionageprogramm PRISM – öffentlich gemacht hat. Wer immer Snowden wirklich sein mag und was immer man ihm vorwerfen will, es bleibt sein Verdienst, daß die Öffentlichkeit zu diesem Zeitpunkt über das tatsächliche Ausmaß der globalen Totalspionage durch NSA und CIA erfahren hat.

Insofern ist es geradezu grotesk, daß ausgerechnet US-Geheimdienstbehörden Snowden „Spionage“ und „Gefährdung  von Menschenleben“ vorwerfen, wo sie doch selbst die allergrößte Spionage betreiben – und zwar ohne jede Rechtsgrundlage, weltweit, mit kriegerischen und tödlichen Folgen in vielen Ländern, also in höchstem Maße schwer kriminell.

Diese Kriminellen haben allerdings eine mächtige Lobby in den USA. Sie sind Teil einer verborgenen Schattenregierung, bestehend aus Geheimdiensten, Nichtregierungsorganisationen, einflußreichen Denkfabriken und Großbanken. Sie stellen die wirkliche Macht im Staate dar und ein Obama ist ebenso ihr Werkzeug wie es vorher George Bush und andere waren. Und dann kommt so ein Snowden daher und deckt zumindest einen wichtigen Teil ihrer kriminellen Machenschaften auf. Und er kann es auch beweisen, denn er hat alles schwarz auf weiß.

Da hilft nur die altbekannte Propagandamasche: Den Gegner unglaubwürdig machen, ihn so lange mit Dreck bewerfen bis genug hängenbleibt. Dafür mußten die Ausschußmitglieder offenbar recht lange herumwühlen und so einiges an den Haaren herbeiziehen. Herausgekommen ist ein Bericht von gerade mal 36 Seiten, von denen allerdings nur 3 Seiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Dort wimmelt es von persönlichen Beleidigungen und Unterstellungen, z.B. daß Snowden ein „notorischer Lügner und Schwindler sei“ und „absichtliche Lügen“ in sein „Verhaltensmuster“ passen würden.

Ernsthafte Belege dafür kann der Ausschuß freilich nicht präsentieren. Vielmehr werden Snowden Behauptungen unterstellt, um sie dann als falsch darzustellen. Dabei handelt es sich ausschließlich um belanglose Dinge wie z.B. die spannende Frage, ob ein Hochschulberechtigungsdiplom auf dem zweiten Bildungsweg exakt einem High-School-Abschluß entspricht oder nur annähernd. Oder ob ein doppelter Beinbruch der alleinige Grund für das Ausscheiden Snowdens aus dem Militär war oder auch ein Schienbeinkantensyndrom eine Rolle gespielt haben soll. Letztlich reine Haarspalterei, die als triviales Ablenkungsmanöver dienen soll. Ein billiges Schmutzige-Wäsche-waschen, perfekt geeignet, um die Konsumenten primitiver Boulevardblätter zu verschaukeln.

Natürlich wird wieder einmal versucht, Snowden den Status als Whistleblower abzusprechen, um ihn der Öffentlichkeit besser als Kriminellen vorführen zu können. Die US-hörigen BRD-Medien verbreiten diese Geheimdienstansicht widerspruchslos, obwohl auf der Hand liegt, daß Snowden definitiv im Interesse der Allgemeinheit gehandelt hat, ohne einen persönlichen Vorteil davon zu haben. Snowden hat die zahllosen NSA-Dokumente weder gewinnbringend an fremde Geheimdienste verscherbelt noch hat er damit persönlich jemandem geschadet. Snowden selbst sagte dazu in einem Interview: "Ich habe sorgfältig jedes einzelne Leaking-Dokument geprüft, um sicherzustellen, dass dessen Veröffentlichung im Interesse aller ist. Es gibt alle möglichen Dokumente, die sicher eine Riesenwelle gemacht hätten. Aber Menschen zu schaden ist nicht mein Ziel. Es geht um Transparenz."

Zynisch läßt der US-Geheimdienstausschuß verlauten, er habe keine Beweise dafür finden können, daß Snowden „offiziell versuchte, seine Bedenken über die Aktivitäten des US-Geheimdienstes vorgesetzten Mitarbeitern der US-Regierung mitzuteilen“. Das widerspricht der zuvor getroffenen Behauptung, daß Snowden „regelmäßige Konflikte mit seinen Vorgesetzten“ hatte. Abgesehen davon: Welchen Sinn soll es haben, ausgerechnet denjenigen seine Bedenken mitzuteilen, die als Vorgesetzte mitverantwortlich für die kriminellen Machenschaften der Regierung sind? Es wäre doch wohl lebensfremd anzunehmen, daß Snowden dadurch etwas hätte ändern können. Vielmehr hätte Snowden damit „schlafende Hunde“ geweckt und wäre umgehend kaltgestellt worden, bevor er etwas ausplaudern kann.

Heuchlerisch beklagen die US-Geheimdienstler mit Hilfe der unterwürfigen Medienpropaganda den „hohen Schaden“, den Snowden angerichtet hätte. „Schaden anrichten“ soll wohl ganz so klingen, als sei Snowden ein Schädling, der die Allgemeinheit beraubt hätte. Tatsächlich ist dieser „Schaden“ aber höchst erfreulich, weil er für die Allgemeinheit von größtem Nutzen ist. Bedauerlich ist alleine, daß die Allgemeinheit so wenig Notiz davon nimmt und weiterhin bedenkenlos ihre Privatsphäre auf dem Altar des technetronisches Zeitgeistes opfert.

Dabei sind die Pläne der US-Machtelite zur Schaffung einer total überwachten Gesellschaft mittels moderner Technik keineswegs neu. Darüber sprach bereits Zbigniew Brzezinski, einer der wichtigsten Strategen, in seinem Buch Between Two Ages: America´s Role in the Technetronic Era. Er verfasste es in den 1970er-Jahren, unmittelbar bevor er zum Direktor von David Rockefellers Denkfabrik Trilaterale Kommission ernannt wurde. Brzezinksi schrieb damals:


„Die technetronische Ära ist gekennzeichnet durch die schrittweise Entstehung einer stärker kontrollierten Gesellschaft. Dominiert werden wird eine solche Gesellschaft von einer Elite, die keiner Beschränkung durch traditionelle Werte unterläge. Schon bald wird es möglich sein, eine fast ununterbrochene Überwachung jedes einzelnen Bürgers zu gewährleisten und aktuelle Akten zu führen, in denen sogar die privatesten Informationen über jeden Bürger verzeichnet sind. Auf diese Akten können die Behörden jederzeit sofort zurückgreifen.“


Was damals noch wie eine erschreckende Verschwörungstheorie klang, beschreibt den heutigen Ist-Zustand mit Internet und dem von Snowden aufgedeckten PRISM-Programm ziemlich präzise. Was noch viel erschreckender ist, denn es zeigt, daß die Hintergrundmächte um Brzezinski und Rockefeller genau das geschafft haben, was sie sich damals vornahmen. 

Nicht Snowden ist ein Lügner, sondern alle jene Regierungen und Medien, die das Ausmaß globaler Überwachungsprogramme seitens ihrer US-Freunde die ganzen Jahre geleugnet und verschwiegen haben.

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