Sonntag, 17. April 2016

Jan Böhmermann: Ein Hofnarr verliert die Narrenfreiheit



Im Mittelalter genossen Hofnarren noch die sprichwörtliche Narrenfreiheit. Sie durften zur allgemeinen Belustigung so ziemlich alles frei von der Leber weg sagen, was sie wollten. Auch und gerade gegen die Herrschenden. Fürsten und Könige ließen sich ihren Spott gefallen, denn im Grunde waren die Hofnarren nichts anderes als eine Karikatur ihrer selbst. Aber sie erfüllten eine gewisse Ventilfunktion, durch die sich der Zorn des Volkes auf die Mächtigen hin und wieder Luft verschaffen mochte. In geregelten Bahnen natürlich.

Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Gerade über das Medium Fernsehen erfüllen jede Menge solcher Hofnarren den altbekannten Zweck. Mehr noch: Unter der Losung „Satire darf alles“ gaukeln sie dem Volk eine Meinungsfreiheit vor, die es in dieser Form eigentlich gar nicht gibt. Manchmal sogar nicht mal für die Hofnarren selbst, obwohl insbesondere die öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten es sich viel Geld kosten lassen, ihre Hofnarren vermeintliche Kritik an den Mächtigen üben zu lassen. Diese Kritik kann von primitiv bis ehrabschneidend alles sein, solange alles hübsch im antideutsch-demokratischen Rahmen bleibt.

ARD und ZDF beschäftigen einen ganzen Käfig voller Hofnarren. Von Dieter Nuhr und Urban Priol über Carmen Kebekus oder Oliver Welke bis hin zu einem Jan Böhmermann, dessen aktuelle ZDFneo-Sendung „Royale“ sich sogar dem Namen nach an einen königlichen Hofstaat anlehnt.  Sie alle halten sich für furchtbar witzig und unterhaltsam, vor allem aber für besonders scharfe Kritiker und Satiriker gegenüber den politisch-gesellschaftlichen Verhältnissen.

Der Schein trügt jedoch. Die öffentlich-rechtlichen Hofnarren sparen zwar nicht mit verbalen Rundumschlägen gegen die Politik, aber wer ihre Narreteien genau unter die Lupe nimmt, der wird feststellen, daß sich alles in sehr engen Grenzen bewegt und niemals den Boden der „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ verläßt. Jegliche Satire oder Kritik richtet sich niemals gegen das Ganze, das System wird nicht in Frage gestellt – schon gar nicht in dem Sinne, daß es ein antideutsches System ist, welches dem Volk viel mehr schadet als nützt. 

Kleiner überbezahlter Hofnarr im Staatsfernsehen: Jan Böhmermann


Auch Jan Böhmermann reiht sich nahtlos ein in die Riege der etablierten Hofnarren, die die üblichen Denkfabriken und Stationen im journalistisch-medialen Bereich der Bundesrepublik durchlaufen haben und geistig offenbar fest im System der Machtelite verankert sind. In der letzten Zeit ist Böhmermann ebenso wie seine übrigen Narrenkollegen von ARD und ZDF vorwiegend mit unerträglicher „Flüchtlings"-Propaganda aufgefallen und befindet sich damit voll auf Kurs mit der Machtelite. Wenn es nach Leuten wie Böhmermann, Kebekack oder Nuhr ginge, dann müßte unser Land noch viel mehr Kanakenhorden aus aller Welt aufsaugen, als es die Bundesregierung derzeit plant zugeben will.

Doch auch für tiefendemokratisch tolerant-weichgespülte Hofnarren endet die Narrenfreiheit dort, wo der Kopf der Kanzlerin tangiert wird. Der steckt nämlich sinnbildlich gesehen irgendwo im Allerwertesten vom Herrn Erdogan und möchte gerne noch tiefer, wenn es irgendwie ginge. Da passen öffentliche Schmähungen überhaupt nicht ins Konzept. Ein gut erzogener Hofnarr sollte rechtzeitig merken, wann es seinem König zu viel wird, aber der merkbefreite Böhmermann merkte nichts oder wollte sich mal wieder ganz besonders wichtig machen. Aber wehe, wenn die Mächtigen nicht mehr lachen, dann wird`s selbst für den lächerlichsten kleinen Hofnarren doch mal brenzlig.

Das Gedicht selbst ist an geistiger Armut kaum mehr zu übertreffen und zeugt von einem armseligen Niveau, gegen das selbst die Kanaksprak im Chorweiler Ghetto noch als Hochkultur gelten könnte. Gutmeinende Zeitgenossen würden Herrn Böhmermann sicher wünschen, daß dieses Skript von einem Ghostwriter stammen möge, aber alles spricht leider dafür, daß es Böhmermanns eigene gestörte Phantasie war, die ihn einen solchen Dünnschiss niederschreiben ließ.

Das Medienmagazin „ZAPP“ vom NDR feierte Böhmermann dafür als „Zauberlehrling“, der die bösen Geister nicht mehr loswird, die er rief. Das jedoch ist eindeutig zuviel der Ehre, denn Böhmermanns primitiver Schund aus fickenden Ziegen und „Fellatio mit 100 Schafen“ hat wahrlich nichts Zauberhaftes an sich und ist unabhängig von der Person Erdogans Lichtjahre von jeder guten Satire entfernt. Der Bremer Journalist, der sich selbst gerne tolerant und gutmenschlich gibt, entlarvt sich in seinen eigenen Zeilen als äußerst intolerant, haßerfüllt und vorurteilsbeladen. Und was gibt es in der BRD für solche Typen? Natürlich den Grimmepreis!

Den mochte sich der Böhmermann aber lieber nicht mehr persönlich abholen. Nachdem seine primitiven Schmähungen für Mißfallen beim Hofstaat sorgten, verkroch sich der sonst so großmäulige Selbstdarsteller lieber schnell in irgendeine Ecke und kam bislang nicht wieder hervor. Große Klappe, nix dahinter. Oder wie Böhmermann selbst gerne sagt: „Sackdoof, feige und verklemmt“. Laut Medienberichten soll Böhmermann sogar unter Polizeischutz stehen. In einer Kanakenstadt wie Köln, die von Erdogan-Anhängern dominiert wird, sicher eine gute Idee. Da befindet sich der Böhmermann quasi voll in der Multikulti-Falle, die er selber immer gerne propagiert. Seinen Dienst will der Hofnarr auch erst mal quittieren und kündigte eine vorläufige Pause seines royalen Hofnarrenprogramms an.

Unterdessen läßt der Hofstaat seinen Narren deutlich spüren, daß er seinen Auftrag dieses Mal verpfuscht hat: Die Regierung hat strafrechtlichen Ermittlungen wegen Verdachts der Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten (§ 103 StGB) zugestimmt. Das sei angeblich keine „Vorverurteilung“, ließ Kanzlerin Merkel wissen, ist es aber de facto irgendwie doch. Merkel kann sich offenbar keinen verstimmten Erdogan leisten und Erdogan nutzt jede Gelegenheit, um Macht zu demonstrieren. Jetzt ist die Staatsanwaltschaft aus Mainz am Zug. Ausgerechnet Mainz, die Narrenhochburg und Heimat des ZDF.

Und da kommen wir zu dem einzig spannenden Punkt an der ganzen Lappalie: Wie kann es überhaupt sein, daß die deutsche Justiz gegen ihre eigenen Bürger ermitteln darf, wenn diese einen ausländischen Staatsvertreter beleidigt haben? Dieser Paragraph belegt doch die ganze widerliche Auslandshörigkeit dieser Republik. In keinem anderen Land wäre so etwas denkbar. Glauben Sie, daß irgendein US-Bürger in den USA angeklagt würde, weil er die Merkel beleidigt hätte? Nein. Eine solche Hörigkeit und Unterwürfigkeit gegenüber dem Ausland gibt es nur bei uns in Deutschland.

Hoffen wir, daß Herr Böhmermann wenigstens DIESE Lektion für die Zukunft gelernt hat. Wir leben in einer auslandshörigen Republik, in der Narrenfreiheit selbst für Hofnarren nur dann besteht, wenn es politisch in die gewünschte Richtung geht.

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