Mittwoch, 13. Januar 2016

„Terrorismus ist ein Herrschaftsinstrument“



Anschläge in Paris, Attentate in Istanbul, Terror hier, Terror da, Terror dort, von Italien bis Deutschland quer durch Europa. Angefangen hat es schon in den 1970er Jahren, seit dem 11. September 2001 jedoch wird es beinahe schon inflationär. Und je nach politischer Großwetterlage werden die Anschläge mal diesen, mal jenen Gruppierungen in die Schuhe geschoben. Mal sind es Linksextremisten, mal Rechtsextremisten, im Kalten Krieg waren es immer die Kommunisten und seit einigen Jahren hauptsächlich Islamisten, die von Politik und Medien verantwortlich gemacht werden.

Woher der gut organisierte Terrorismus tatsächlich kommt, dazu gab es in der gestrigen Dokumentation „Schüsse auf dem Petersplatz“ auf ARTE erfreulich konkrete Aussagen. Die Doku beschäftigte sich mit den Hintergründen des Papst-Attentats in Rom 1981, die sich bis heute nicht aufklären lassen. Der Täter – ein Türke – ließ sich erstaunlich schnell ermitteln und wurde auch verurteilt, aber woher er den Auftrag hatte, ist nach wie vor ein gut gehütetes Geheimnis der zwischen Auftragnehmer und Auftraggebern.

In der Doku führen die Spuren nicht nur zum Vatikan, sondern auch in Richtung der „Grauen Wölfe“ in der Türkei, denen der Täter angehört haben soll. Immer noch werden die „Grauen Wölfe“ von gewissen Lobbyjournalisten als „rechtsextreme“ und „nationalistische“ Organisation dargestellt, obgleich sie ganz offenkundig von ausländischen, westlichen Geheimdiensten geführt werden. Ganz explizit wurden die Verbindungen der „Grauen Wölfe“ zu NATO-Geheimdiensten, vor allem zum CIA genannt. Was also sollen das für „Nationalisten“ sein, die von ausländischen Geheimdiensten gesteuert werden? – Genau, eben keine. Sie bekamen ihren „nationalistischen“ Ruf lediglich zur Tarnung verpaßt, um gegenüber der Öffentlichkeit zu verschleiern, daß auf wessen Geheiß sie tatsächlich agieren.

Von größter Bedeutung war zweifellos die Aussage des damaligen Untersuchungsrichters des Papst-Attentats, Rosario Priore, der in der ARTE-Doku ganz klar feststellte:


"Der internationale Terrorismus ist ein Herrschaftsinstrument. Die Regierungen einzelner Länder mischen da kräftig mit, nutzen ihn und lassen nichts unversucht, ihn zu ihrem Nutzen zu steuern."


Die Machteliten brauchen einen gut funktionierenden Terrorismus, um die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen zu können. Je nach nationaler oder internationaler Interessenslage soll Panik vor Diesem oder Jenem verbreitet werden. Waren es im Italien der 1970er Jahre noch sozialistische Regierungen, die auf Anstiftung der NATO durch vermeintlich „linke“ Terroranschläge verhindert werden sollten, so ist es zum Beispiel heute in Deutschland ein politischer Rechtsruck, der durch geheimdienstlich inszenierten „NSU-Terror“ verhindert werden soll.

Es liegt auf der Hand, daß Terroranschläge vor allem den Herrschenden von Nutzen sind. Um davon abzulenken, werden sie jedoch politischen Oppositionellen oder feindlichen Staaten in die Schuhe geschoben. Das geschieht mit Hilfe etablierter Leitmedien, wie wir aktuell am Beispiel des „IS“ oder „NSU“ sehen können. Die bezahlten Hofberichterstatter von FAZ bis NATO-Spiegel, in deren Redaktionen die Geheimdienste ein- und ausgehen, sind Teil des Herrschaftsapparates. Sie sorgen mit ihrer Mediengewalt überhaupt erst dafür, daß die Bevölkerung Anschläge und Attentate so wahrnimmt, wie es die Herrschenden gerade haben wollen.

Auch in München bewährte sich das Zusammenspiel zwischen Medien und Sicherheitsbehörden in der Silvesternacht wieder bestens. Es wurde eine herrliche Panik vor islamistischen Anschlägen geschürt, daß gewisse Machtkreise wahrscheinlich vor Freude Pippi in den Augen hatten. Erst zehn Tage später offenbarte der SPIEGEL seinen Lesern die Unglaubwürdigkeit der ganzen Sache:


Die Münchner Polizei konnte weder die angeblichen Täter ermitteln, noch fand sie Sprengstoff oder Waffen. In den Sicherheitsbehörden diskutiert man deshalb, ob die Hinweise eine Desinformation des "Islamischen Staates" (IS) waren.“


Ja, es war ganz sicher eine Desinformation. Und woher sie wirklich stammte, das kann sich jeder denken, der noch selber denken kann. Oder wie es in der gestrigen Doku so schön hieß: Bei Geheimdiensten ist nichts so, wie es scheint.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen