Mittwoch, 21. Oktober 2015

Menschenjagd Marke BILD-Zeitung: Der „Galgenträger“



Die symbolischen „Galgen“ neulich auf einer Pegida-Demonstration waren für die Medien ein gefundenes Fressen. Und sie trafen offenbar auch den Nerv von gewissen Journalisten, die eine besondere Nähe zur (Regierungs-) Macht pflegen. Obwohl die Galgen-Satire gar nicht strafbar war, geiferten sofort die selbsternannten Gralshüter der Demokratie und riefen nach furchtbarer Vergeltung. Schnell war das Gesicht desjenigen, der diese kreative Form der freien Meinungsäußerung auf der Demo spazieren trug, gefunden.

Nun wurde medial zur Jagd geblasen. Nicht die Polizei, sondern vor allem die Presse fahndete nach dem unbekannten Träger der „Galgen“. Insbesondere die BILD-Zeitung, das Revolverblatt der Machtelite, veranstaltete eine regelrechte Menschenjagd. Unter der Schadenfreude Millionen dummer Leser und unverhohlener Sympathie ihrer Medienkollegen anderer Drecksgazetten.

In einer Art Steckbrief veröffentlichte BILD ein Foto des Mannes und fahndete mit großer Schlagzeile: „Wer ist der Galgen-Träger?“. Die Macht des Atlantikbrücken-Blattes von Chefjäger Kai Diekmann ist bekannt und gefürchtet. Und BILD drohte: "BILD findet den Galgen-Träger". Es dauerte daher auch nicht lange, bis der Gejagte sich lieber freiwillig "stellte". Bezeichnenderweise nicht bei der Polizei, sondern bei der Zeitung.

Am letzten Sonnabend triumphierten die Menschenjäger von BILD: „Jetzt hat BILD den Mann von der Pegida-Demo gefunden“. Die Menschenjäger suchten den Mann bei sich zu Hause heim, nötigten ihn zu einem Geständnis („Interview“) und fotografierten ihn (nach seiner Aussage) unerlaubt. Nachdem alles „im Kasten“ war folgte die totale Bloßstellung des Mannes. Typisches Nazi-Klischee, dummes Gefasel von Hass und Hetze, und alles unter Angabe von Wohnort, Alter und Beruf des Betroffenen. Den Namen kann sich mit diesen Angaben dann jeder selbst ganz leicht ergooglen. BILD hatte sein Opfer gejagt, gefunden und erfolgreich erledigt.

Wohlwissend, dass sich nun auch alle anderen Pressegauner über die Beute hermachen und das Ergebnis der BILD-Menschenjagd genüsslich wiederkäuen. Kritik an den Mafiamethoden der BILD-Zeitung findet sich nicht. Weder in der Politik noch bei anderen Medien. Alle Pressegauner wollen Anteil an der Hatz gegen den bösen Pegida-Demonstranten haben und dürfen sich dabei auf die BILD-Zeitung als „seriöse“ Quelle berufen.

So berichtet z.B. n-tv am 17.10.15: „Die "Bild"-Zeitung hat, nach eigenen Angaben, den Galgen-Träger von der Pegida-Demonstration am vergangenen Montag aufgespürt.“

Und die Ruhrnachrichten verkündeten am 18.10.2015: „Tagelang ist der Galgen-Träger bei einer Pegida-Demonstration ein Phantom. Nun bekennt sich ein Mann aus dem Erzgebirge als Urheber (…) Über die Identität des von der Polizei seit Dienstag Gesuchten hatte die "Bild"-Zeitung (Samstag) berichtet.“

Ein wenig dumm steht die Polizei dabei da, weil der nichts anderes übrig bleibt, als das Ergebnis der medialen Treibjagd anzunehmen und auszuwerten. Damit verstärkt sich noch der Eindruck für viele unkritische Menschen im Lande, dass es sowieso viel sinnvoller und besser sei, die „Verbrecherjagd“ künftig lieber den Medien statt der Polizei zu überlassen. Dem Betroffenen blieb angesichts der unheimlichen Macht der BILD-Zeitung, die bis in höchste Regierungs- und transatlantische Elitenkreise vernetzt ist, gar nichts anderes übrig, als sich selbst den Menschenjägern auszuliefern, ehe sie ihn mit noch mehr Tamtam selber aufspüren und ihrem öffentlichen Demokratentribunal vorführen.

Welche Folgen diese Menschenjagd für den Betroffenen hat, ist den Presseschmierfinken herzlich egal. Sie halten sich für legitimiert, mit solchen Methoden gegen unbescholtene Bürger vorzugehen, sobald diese sich kritisch gegen das herrschende System und dessen Repräsentanten äußern. Es hat keiner aus der Reihe zu tanzen, es darf nichts in Frage gestellt werden, die Überfremdungspläne der Machteliten von Merkel bis Obama schon gar nicht.

Zum Regieren bräuchte er nur „BILD, BamS und Glotze“, sagte einst Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder. Für das Gegenteil gilt das gleiche, könnte man hinzufügen. Politisch unliebsame Menschen und oppositionelle Bewegungen zu zerstören, das ist eine der Hauptaufgaben von BILD & Co., auch wenn die meisten Leser das nicht einmal merken. Und viel zu selten wird das Blatt für seine Menschenjagden zur Rechenschaft gezogen. Da brauchte es erst einen Jörg Kachelmann, damit BILD endlich einmal vor Gericht – und mit bemerkenswerter Deutlichkeit im Urteilsspruch – zur Rechenschaft gezogen wird.

Nicht Menschen mit anderer Auffassung, sondern Menschenjagden à la BILD sind ein Fall für den Staatsanwalt. Da kommt einiges mehr zusammen als bloß eine Störung des öffentlichen Friedens.

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