Sonntag, 18. Oktober 2015

Kölscher Klüngel konstruiert "rechten" Täter bei OB-Wahl



Gestern morgen wurde die Kölner OB-Kandidatin Henrietter Rekers bei einem Infostand auf einem Wochenmarkt von einem offenbar verwirrten Typen mit einem Messer angegriffen. Rekers war gerade dabei, ihre potentiellen Wähler mit Rosen zu bestechen. Als sie laut Zeugenaussagen auch dem Täter gerade eine Rose überreichen wollte, stach dieser zu. Bezeichnend für seinen Geisteszustand ist allerdings, daß er nach seiner Tat nicht etwa flüchtete, sondern völlig apathisch in der Nähe stehen blieb und sich später von der Polizei widerstandslos festnehmen ließ.

Natürlich stellt sich nach so einer Tat die Frage nach dem Grund. Den hatten Medien und Politiker auch sehr schnell gefunden, denn OB-Kandidatin Rekers ist Sozialdezernentin der Stadt Köln und somit u.a. zuständig für die Unterbringung von Asylschmarotzern. Und tatsächlich soll der Festgenommene laut Behörden bestätigt haben, daß er aus „fremdenfeindlichen Motiven“ heraus die Tat begangen haben will. Wie auf Bestellung. Paßt alles zusammen. Vor allem in die aktuelle Flüchtlings-PR der etablierten Leitmedien.

Ebenso wie auf Bestellung lieferte auch sofort die örtliche „Antifa“-Struktur Köln/Bonn den passenden Hintergrund: Es soll sich bei dem Täter um Frank Steffen handeln und der sei aus den 90er Jahren als „Neonazi“ bekannt. Vom NATO-Spiegel wurde das auch gleich ungeprüft und ohne direkten Quellenbezug übernommen. Alle weiteren Leitmedien folgten im Laufe des Tages dieser Story: Endlich ein richtiger „Neonazi“ als Attentäter. Nachdem das Kölner NSU-Phantom sich so langsam in Wohlgefallen aufzulösen drohte, war dieses Attentat fast schon ein „Glückfall“ für Medien, Behörden, Politiker und staatstragende Antifa.

Was die Antifa-Zuträger zu bieten haben, sind ganz alte Kamellen. In einem lokalen Antifa-Heftchen aus dem Jahre 1994 war Frank Steffen mit Foto und Name erwähnt, weil er an einer Heß-Demo 1993 in Fulda und einer Heß-Demo 1994 in Luxemburg  teilgenommen haben soll. Steffen gehörte damals wohl zum Umfeld der 1995 verbotenen FAP Bonn, aber das alles ist über zwanzig Jahre her. Seitdem war Steffen nirgends mehr in Erscheinung getreten und außer bloßen Teilnahmen an Versammlungen war da offenbar nichts gewesen.

In einem Antifa-Heftchen aus Winter 1997 findet sich lediglich noch eine kleine Notiz darüber, daß Frank Steffen inhaftiert worden sei. Den Grund kannten aber selbst die Linken nicht. Außerdem mußten sie damals schon zugeben, daß Steffen u.a. auch wegen eines unpolitischen Deliktes, nämlich wegen Raubes, vorbestraft war. Das widerspricht dem jetzt gezeichneten Bild eines „Neonazis“ komplett. Steffen war ganz offensichtlich kaum mehr als ein bestenfalls anpolitisierter Mitläufer, der damals schon Neigungen zeigte, die eher auf asoziale denn auf nationale Wesenszüge hindeuten.

Besonders grotesk wird der indymedia-Bericht der Antifa-Zuträger an der Stelle, wo die Antifa-Autoren ihrer Hoffnung Ausdruck verleihen, daß ausgerechnet der ihnen so verhaßte Geheimdienst „Verfassungsschutz“ ihr Halbwissen bestätigen können und mehr über Frank Steffen wissen müßte. Und ihr wollt den Verfassungsschutz abschaffen? Der Polizei liegen offiziell gar keine Erkenntnisse über den Täter vor. Das könnte daran liegen, daß der Mann wie gesagt seit zwanzig Jahren nicht mehr politisch aufgefallen war und seit fünfzehn Jahren völlig unauffällig in Köln lebt.

Was von seinen jetzigen Aussagen zu halten ist, das ist noch völlig unklar. Denkbar wäre, daß die Polizei den Festgenommenen bei ihren Verhören derart unter Druck gesetzt hat, daß am Ende irgendwelche typisch "rechten" Floskeln zum Thema Ausländer zustande gekommen sind. Bisher wissen wir das aber nur aus den Angaben der Polizei – beweiskräftige Belege gibt es dazu nicht. Es wäre also auch möglich, daß die Behörden eine falsche Interpretation der Aussagen in die Öffentlichkeit bringen oder sogar selbst eine Version zurechtbasteln. Das wäre höchst fahrlässig, zu Mal der Täter trotz seines offenbar verwirrten Verhaltens nicht auf Dachschäden im Oberstübchen untersucht worden ist. Dennoch hat die Polizei inzwischen eingeräumt, daß der Täter auch psychisch gestört sein könne.

Wenn wir bedenken, wie viele V-Leute bereits im NSU-Staatssumpf aufgeflogen sind, dann erscheint es auch nicht mehr so abwegig, daß ein Typ wie Frank Steffen im Vorfeld gezielt angeheizt wurde, um eine solche Tat zu begehen. Immerhin soll Steffen ja in einem Umfeld gewesen sein, daß von einem V-Mann geleitet worden war. Für eine klassische V-Tat sprich zum Beispiel, daß das Attentat zwar politisch völlig sinnlos, jedoch in der Wirkung auch total kontraproduktiv gewesen ist. Ein wirklich politischer Mensch würde so etwas nicht tun, weil es ja zwangsläufig negativ auf ihn und sein ganzes politisches Umfeld zurückfallen würde.

Aber vielleicht hat der Angriff auf Frau Rekers auch ganz andere Gründe und ihre Rolle bei der Flüchtlingsunterbringung dient lediglich als politisch willkommener Pappdrachen.

Auffällig ist zum Beispiel, daß die OB-Wahl nach dem gestrigen Angriff auf die Kandidatin Rekers plötzlich wieder in aller Munde ist und eine ganz neue Motivation zur Wahlbeteiligung bieten kann. Bis gestern war die heute stattfindende Wahl schon fast vergessen und bei den Bürgern Kölns höchstens noch als typischer Skandal des Kölschen Klüngels im Gedächtnis.

Der Termin zur OB-Wahl mußte auf den heutigen 18.10. verschoben werden, nachdem die Stadt falsche Wahlunterlagen verschickt hatte. Das passierte der Stadt dann sogar noch ein zweites Mal, so daß die Wahl von kaum noch jemandem ernst genommen wurde. Der „Kölner Stadtanzeiger“ scherzte, der Karnevalsprinz solle das Oberbürgermeister-Amt gleich mit übernehmen, dann könne man sich die Wahl künftig sparen.

Besonders aufschlußreich war die Aussage des FORSA-Chefs Manfred Güllner, der vor drei Tagen in der Presse wegen der Stimmzettelpannen und Wahlverschiebung eine „sehr niedrige Beteiligung“ befürchtete. Diese Befürchtung dürfte sich nach dem gestrigen Angriff auf die OB-Kandidatin zerschlagen haben. Die massive Medienkampagne gegen ein vermeintlich „rechtes Attentat“ dürfte viele Kölner dazu bewegen, jetzt doch an die Urnen zu treten – und aus Mitleid Frau Rekers zu wählen.

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