Donnerstag, 29. Oktober 2015

Wo sind die Nazis im „NSU“-Phantom?



Gastbeitrag eines nationalen Dissidenten

Etablierte Medien, Journalisten, Politiker und andere Arschkriecher des Regimes haben den „NSU“ von Beginn an und ohne jeden Zweifel als „Terror“ aus „rechtsextremistischen“ bzw. „neonazistischen“ Kreisen propagiert.

Dafür genügte ihnen als Vorwand die Tatsache, dass sich die drei Hauptdarsteller Zschäpe, Böhnhardt und Mundlos eine gewisse Zeitlang in der „rechten Szene“ bewegt haben. Belegt ist das nur ein paar Jahre lang. Spätestens mit dem angeblichen „Untertauchen“ Ende der 90er Jahre verliert sich ihre Spur.

Die Gründe für ihr Mitlaufen in der „rechten Szene“ sind noch völlig unbekannt. Eine lokal oder gar regional bedeutsame Rolle in politisch aktiven Kreisen hat keiner von ihnen gespielt. Ob überhaupt eine politische oder gar weltanschaulich gefestigte Ausrichtung vorhanden war, ist bislang nicht ersichtlich. Die bloße Teilnahme an Aktionen, das Tragen szenetypischer Klamotten oder das Absondern einstudierter Parolen belegt gar nichts. Erfahrene Aktivisten aus der rechten und der linken Szene wissen, wie gut sich Spitzel mit klischeehaftem, antrainiertem Verhalten oftmals über Jahre in ihren Kreisen unbehelligt aufhalten konnten.

Im Zuge der Ermittlungen sind viele weitere Namen von Leuten aufgetaucht, die bei der Entstehung des „NSU“-Phantoms eine Rolle gespielt haben sollen oder die von interessierten Kreisen eine solche angedichtet bekamen, weil es gerade nützlich erschien. Je nach Interpretation ist von einem „isolierten Terrortrio“ die Rede, welches nur wenige Mitwisser und Helfer gehabt haben soll oder es wird von einem „großen rechten Netzwerk“ an Unterstützern phantasiert, welches dem „Trio“ wie auch immer geholfen haben soll. Eines fällt jedoch auf: Es sind fast alles V-Leute, die der Reihe nach auf der Bildfläche erscheinen.

Ob als Mitangeklagte, als „Kronzeugen“ der Anklage, als vermeintliche Helfer oder auch nur als scheinbar normale Zeugen – es handelt sich nahezu ausnahmslos um Leute, die entweder schon als V-Leute aufgeflogen sind oder die aufgrund der Aktenlage in zwingendem Verdacht stehen, V-Leute zu sein. In der Leipziger Volkszeitung (Quelle nicht mehr auffindbar, hat wer den Artikel noch?) war schon frühzeitig zu lesen, dass Beate Zschäpe für den Staat gearbeitet haben soll. Dementiert wurde das nie. Auch die Behauptung, dass Böhnhardt und Mundlos in den 90er Jahren als Spitzel in die Szene eingeschleust worden sind, steht widerspruchlos im Raume. Tote können natürlich schlecht widersprechen. Andererseits lässt sich der Mord an den beiden Uwes auch kaum anders erklären, als dass sie Mitwisser einer geheimdienstlichen Operation waren und deshalb beseitigt werden mussten.

Das traf vermutlich auch auf Thomas „Corelli“ Richter zu, der unter äußerst mysteriösen Umständen plötzlich verstarb, nachdem er zuvor als V-Mann enttarnt worden war, aber eigentlich noch eine wichtige Aussage hätte machen sollen. Es deutet vieles darauf hin, daß Richter alias „Corelli“ eine nicht unmaßgebliche Rolle bei der Erschaffung des „NSU“-Konstrukts zufällt. Richter war auch in der „Szene“ sehr rührig. Kein Wunder, schließlich wurde er für diese Rührigkeit gut bezahlt und wenn die Kohle weiter fließen soll, dann muss so ein V-Mann natürlich auch immer wieder mit Gegenleistungen glänzen. Gegenleistungen, die dem Staat irgendwie nützen, versteht sich.

Genau diese dubiose Verquickung, bei der überhaupt nicht mehr klar ist, ob ein V-Mann noch aus eigenen (politischen?) Motiven heraus agiert oder nur noch wegen seiner gut entlohnten Staatstätigkeit, war der Grund, warum das Verfassungsgericht das Verbotsverfahren gegen die NPD im Jahr 2003 eingestellt hat. Es spricht einfach zu vieles dafür, dass es sich bei solchen V-Leuten wie Richter einfach nur um gesteuerte Marionetten handelt, die mit Politik und Gesinnung nie etwas zu tun hatten, aber sich gerne ihr Leben auf diese Weise finanzieren lassen.

Weitere Beispiele dafür sind auch Tino Brandt und Kai Dalek, deren vermeintlich politische Motive im Nachhinein äußerst fraglich erscheinen. Brandt war schon zu Szenezeiten als homosexuell entartet bekannt und hielt sich vermutlich eher deshalb in der überwiegend männlich geprägten „rechten Szene“ auf. Zudem war er von Anfang an als V-Mann unterwegs und ein echter Spitzenverdiener. Ihm muss jegliche politische Meinung nachträglich abgesprochen werden – seine Moral war Verrat, Lüge und Geld. Zusammen mit dem V-Mann Kai Dalek war Brandt Initiator des Thüringer Spitzelvereins „Thüringer Heimatschutz“ (THS), dem rund 40 V-Leute angehörten. Dalek verschwand ca. 1998/99 aus der „rechten Szene“, wurde ein paar Jahre später auf einer linken Demo in Berlin gesichtet. Offenbar ein neues Einsatzgebiet für den V-Mann, der nur völlig gesinnungsfrei flexibel einsetzbar bleiben kann.

Auch der (zum Schein?) mitangeklagte „Kronzeuge“ Carsten Schultze war weit davon entfernt, ein Nazi zu sein. Er soll angeblich 2001 oder 2002 dem „NSU“ die Mordwaffe beschafft haben. Seltsam, denn er hatte schon 2000 mit Hilfe eines Aussteigerprogrammes die „rechte Szene“ verlassen. Angehört haben kann er ihr aufgrund seines jugendlichen Ausstiegsalters höchstens ein paar Jahre. Auch seine Wahl zum Beisitzer bei der JN Thüringen machte ihn nicht zu einem politischen Aktivisten, im Gegenteil, gerade Thüringen war bekanntlich dermaßen von V-Leuten durchsetzt, dass dort eine JN-Versammlung wohl mehr ein Arbeitstreffen der Geheimdienste als irgendwas anderes war. Aktiv ausgeübt hat Schultze dort jedenfalls nichts und bald nach seiner Wahl verließ er die Szene. Sein späterer Lebenswandel zeigt, dass Schultze in jungen Jahren bestenfalls orientierungslos in der rechten Szene herumirrte, wohl mehr weil es damals einfach „in“ war – mit einer politischen Haltung hatte das gerade in Mitteldeutschland meist gar nichts zu tun. Welche Gefälligkeiten Schultze als Gegenleistung für die staatliche Ausstiegshilfe erledigen mußte, können wir nur erahnen. Ohne Schultze hätte der Staat es aber schwer gehabt, einen Ralf Wohlleben in die Anklage hineinzuziehen. Dumm nur, dass der Kaufhof, wo sich Schultze angeblich mit Wohlleben zur Waffenübergabe getroffen haben will, erst noch gebaut werden musste…

Über die Rolle eines Holger Gerlachs oder der Emingers ist bei NSU Leaks schon so viel Erhellendes veröffentlicht worden, dass kaum noch Zweifel daran bestehen können, dass wir es hier ebenfalls mit bezahlten Staatsdienern zu tun haben dürften. Einzig beim Mitangeklagten Ralf Wohlleben ist bislang noch offen, ob er gezielt in dieses Konstrukt hineingezogen wurde, um ihn politisch unschädlich zu machen, oder ob nur seine politische Rolle schon die ganzen Jahre über im Auftrag der Dienste vorgespielt war. Letzteres würde wohl niemanden mehr überraschen, denn er wäre bislang tatsächlich der Einzige in diesem ganzen Schauspiel, der kein V-Mann wäre. Ist das noch vorstellbar, wo doch Wohlleben auch zum Umfeld des Spitzelvereins THS gerechnet werden muss? Ohne das V-Konstrukt THS wäre das „NSU“-Konstrukt wahrscheinlich gar nicht möglich gewesen, das sollten wir uns immer vor Augen halten.

Wenn wir uns also mit all den Personen auseinandersetzen, die da bislang im konkreten Zusammenhang mit dem „NSU“-Phantom auftauchen, dann sei die Frage erlaubt: Ja, wo sind denn nun die Nazis?

Will man uns ernsthaft weismachen, dass Leute, die für diesen Staat gearbeitet haben, gleichzeitig auch Nazis sein sollen, die gegen diesen Staat arbeiten? Das ist absurd und weltfremd. Das einzige, was all diese V-Leute gemacht haben, ist, dass sie in der Szene herumgewuselt haben. Meist eher negativ, als positiv. Ihr Handwerk ist in der Regel ein sinnloser und schädlicher Aktionismus, der den wirklich politischen Leuten schadet, der unnötige Willkür und Verbote herbeiführt, der den Medien das notwendige Futter für ihre Hetze gegen Rechts liefert. Wenn wir heute das „NSU“-Phantom und seine Auswirkungen betrachten, dann sehen wir, wozu V-Leute wirklich da sind, auch wenn sie nach Außen wie „Nazis“ wirken sollen.

Der Verfasser dieser Zeilen ist Nationalsozialist. Einer, der schon viele Jahre lang politisch aktiv ist und die „rechte Szene“ bestens kennt. Einer, der seine Überzeugung lebt und weiß, was er tut. Für mich ist es eine schlimme Beleidigung, wenn ich mit Staatsdienern auf eine Stufe gestellt werde. Es verletzt mich in meiner Ehre, wenn andere sagen, dass ein schmieriger V-Mann die gleiche Gesinnung haben soll, wie ich sie habe. Ich sage deshalb ganz deutlich: Wer für diesen Staat und seine Geheimdienste tätig ist, der KANN nicht die gleiche Gesinnung haben wie ich, sonst würde er nicht mit diesem antideutschen Regime kooperieren.

Besonders perfide ist die Propagandastrategie interessierter Kreise, die eine „große Verschwörung“ zwischen Staat und Nazis herbeireden wollen. Das käme diesen Kreisen sehr gelegen, entbehrt aber jeder Grundlage. Wer es genau wissen will, der braucht sich nur mal mit Leuten unterhalten, die wirklich im nationalen Widerstand politisch aktiv sind und von diesem System tagtäglich verfolgt werden. Das läuft kein bißchen anders ab, als z.B. in der DDR. Die systematische Verfolgung, Ausgrenzung und Ächtung aller ernsthaften nationalen Oppositionellen ist Realität. Und wer hilft dem Staat dabei? Die V-Leute! Das ist die einzige Verschwörung in dieser Sache, sie spielt sich zwischen Staat und V-Leuten ab. Und auch das nur solange, wie die V-Leute dem Staat im Kampf gegen uns nützlich sind.

Vergessen wir also all die V-Leute, die Staatsdiener in diesem ganzen „NSU“-Konstrukt und wenden uns jenen zu, die wirklich und glaubhaft als politisch aktive Menschen im nationalen Widerstand anzusehen sind. Wo sind sie? Im „NSU“ sind sie bislang (zum Glück) nicht zu finden. Ich spreche sicher für alle ernsthaften nationalen Dissidenten, wenn ich sage, dass gerade WIR das allergrößte Interesse daran haben, dass abseits der staatlich gelenkten „Ermittlungen“ eine wirkliche Aufklärung stattfindet, denn WIR sind die maßgeblich Betroffenen in dieser Angelegenheit. Nicht die Wühlarbeit irgendwelcher Spitzel, sondern unsere politische Arbeit als überzeugte Gegner dieses antideutschen Regimes soll durch das „NSU“-Phantom sabotiert werden. Das ist ganz offenbar das Ziel dieser geheimdienstlichen Operation unter dem Decknamen „NSU“. 

Wem nutzt es? Diese Frage haben sich Ermittler zu stellen, wenn sie herausfinden wollen, warum zum Beispiel ein Mord verübt wurde. Schon immer führte diese Frage unweigerlich zu den wahren Hintergründen. Beim „NSU“ ist das nicht anders. Den Nazis nutzt der „NSU“ ganz sicher nicht, so viel dürfte wohl jeder begriffen haben, der nicht total unterbelichtet ist. Dem Staat hingegen nützt der „NSU“ sehr, wie die Auswirkungen von der Medienkampagne bis zur Verschärfung der Repression deutlich zeigen. Damit ist auch klar, daß jeglicher Versuch, ein Konstrukt zwischen Staat und Nazis zu erfinden, lächerlich ist. Entlarvend ist, daß diese Versuche ausgerechnet von jenen kommen, die selbst zu den Nutznießern des „NSU“ gehören.  Linke, Demokraten und andere Nazi-Gegner sind also als „Aufklärer“ in Sachen „NSU“ höchst ungeeignet, weil definitiv befangen. Sie sollten lieber ihr Schandmaul halten und sich tunlichst daran erinnern, wie es damals mit dem RAF-Phantom gewesen war. War es da denn etwa eine „große Verschwörung“ zwischen Staat und Linken?

Montag, 26. Oktober 2015

Lutz V-Mann von PEGIDA - oder der geniale Coup der Demokratie-Simulation



flickr.com/ Metropolico.org/ (CC BY-SA 2.0)

PEGIDA hatte Geburtstag. Im Rundfunk brach man aus gegebenem Anlass auf zu neuen Ufern der Hetz-und-Hass-Propaganda: „Menschenverächter“ seien alle, die bei PEGIDA mitgingen. Und gesprochen hatte dort natürlich „Der Führer (Kunstpause) … von PEGIDA.“ So Hans-Joachim Wiese auf Deutschlandradio (Un)Kultur. Schwamm drüber. Wir haben wichtigeres zu besprechen.

Es war die Geburtstagsveranstaltung, die mich endgültig an PEGIDA zweifeln ließ. Als auf den dritten unterirdischen Redner der vierte folgte, wurde ich von meinem Bauchgefühl, dass hier 30.000 Leute verarscht wurden, übermannt. Mein Kopf begann fieberhaft zu arbeiten. Alte, längst verdrängte Gedanken waren plötzlich wieder präsent. Gerhard Wisnewski hatte schon im Dezember 2014 angedeutet, dass er PEGIDA für eine inszenierte Bewegung hält. Ich hatte den Einwurf damals zur Kenntnis genommen und im Hinterkopf behalten, wollte aber zunächst abwarten, wie sich die Bewegung entwickelt, ob sie politisch etwas ins Rollen bringt, oder nicht.

Ende Januar 2015 hatten sich auch bei mir sehr viele Ungereimtheiten im Zusammenhang mit PEGIDA zu einem starken Zweifel verdichtet. Ich schrieb einen Artikel für Buergerstimme, den ich aber – bereits abgeschickt – dann doch nicht zu veröffentlichen bat. Ich traute meiner eigenen Logik nicht. Der Kopf sagte, mit PEGIDA stimme etwas nicht, das Herz sagte, aber es wäre gut, wenn alles stimmte, und der Bauch sagte, warte doch erst mal ab. Ich wollte der Bewegung nicht journalistisch in den Rücken fallen, falls sie wider allen Zweifels doch echt sein sollte. Es gab genug, die gegen PEGIDA schrieben. Ich wollte nicht der einzigen ernstzunehmenden bürgerlichen Protestbewegung Deutschlands schaden. Deshalb schrieb ich, bis auf einen Besuch in München, vorerst nicht mehr über PEGIDA. Der Zweifel legte sich. Bis Montag.

Eine solche Veranstaltung wie diese Geburtstagsfeier hatten die Menschen nicht verdient. Schlechte Reden, ein lustlos und billig wirkendes Filmchen, eine Hymne, die keine richtige war, weil niemand dazu sang… Konnte man zum Jahrestag nicht irgendwo einen halbwegs guten Sänger auftreiben? Konnte man nicht irgendeinem anonymen, PEGIDA wohlgesonnenen Profi ein lila Scheinchen in die Hand drücken und sagen, hier, sing bitte mal für die 30.000 ordentlich pathetisch unsere extra komponierte Hymne? Wieso musste Bachmann, anstatt komponiert „kombiniert“ sagen, wieso musste er anstatt „hört es Euch an“ sagen, „zieht’s Euch rein“? Jener Bachmann, der in seiner Rede am selben Abend den „Erhalt der deutschen Kultur“ beschwor? Und vor allem und immer wieder: Wieso hat diese Bewegung in einem Jahr noch keinen politisch glaubwürdigen und überzeugenden Führungscharakter hervorgebracht?

Nein, dieser Dilettantismus, dieses seit einem Jahr andauernde ganz-knapp-am-Ziel-Vorbeischießen konnte nicht echt sein. Am Montag, zum ersten Geburtstag wurde ich Zeuge, wie jemand hinter der PEGIDA-Maske lachte. Er lachte über das Volk. Er lachte über mich. Und ich hörte ihn lachen. Inmitten all des Widerstands- und Merkel-muss-weg-Geschreis hörte ich ihn leise lachen. Er lachte das Volk aus, weil sie derartig emotionslos gehaltenen Reden lauschten und ihnen dabei sterbenslangweilig wurde. Er lachte über das Volk, weil es sich in der Kälte fahnenschwenkend die Beine in den Bauch stand und sich nichts, aber auch gar nichts deswegen ändern wird. Er lachte mich aus, weil ich meinen Zweifel so lange verdrängt hatte. Als ich das verstanden hatte, sah ich plötzlich auch die anderen Dinge, die ich nicht hatte wahrhaben wollen. Hier deshalb eine Chronologie des über ein Jahr wachsenden Zweifels.

Oktober 2014

HoGeSa demonstriert gegen Salafisten, ein Polizeibus wird umgestürzt. Zwei Wochen lang hat die Presse ihr Thema. Ein Jahr später kommt heraus, dass der Gründer von HoGeSa ein V-Mann gewesen ist.

Oktober / November 2014

PEGIDA trennte wochenlang zwischen Islam und Islamismus. Islam war ansich okay, Islamismus hingegen schlecht. Dabei hätte Bachmann die Äußerung Erdogans, dass es zwischen beidem keine Trennung gibt, bekannt sein müssen. Denn diese Bemerkung wurde im Internet ausgiebig diskutiert.

Anfang Dezember 2014

Es tauchten Informationen über Bachmanns Vorleben auf. Ein Krimineller soll er gewesen sein. Mit Drogen soll er gedealt haben. Und vor der Inhaftierung ins Ausland geflohen sein. Im Gefängnis soll er gesessen haben und vorbestraft sein. Als Bachmann das auf der folgenden PEGIDA selbst thematisierte und mit seinem eigenen Rücktritt kokettierte, war man wieder geneigt, beide Augen zuzudrücken. Hatten wir nicht alle schon mal etwas „ausgefressen“? Und war nicht der Umstand, dass die Medien wie gedruckt logen, der beste Beweis dafür, dass PEGIDA recht hatte? Außerdem sagte Bachmann verschmitzt „Betäubungsmittel“, und man nahm an, er meinte Marihuana. Es war aber Kokain. Das sagte er aber nicht.

Traum und Untergang der Wehrsportgruppe Hoffmann X: Corelli kommt



Nachmittag des 4. November 2011, Schloss Ermreuth

Karl Heinz Hoffmann setzt sich an den Rechner. Über ein Jahr ist es jetzt her, dass er nach all den Jahrzehnten der Entfernung von der Politik wieder ins Feuer geraten ist. Der Herbst 2010 hatte ein absurdes, ergebnisloses Ermittlungsverfahren gegen ihn gebracht, Hausdurchsuchungen und neuerliche Medienhetze. Das war auch der wirtschaftliche Ruin gewesen. Jetzt, Anfang November 2011, plant Hoffmann einen Vortrag in Leipzig.

Er öffnet seine E-Mails. Draußen scheint die Sonne.



Von einem solchen Richter hat Hoffmann noch nie etwas gehört, und die E-Mailadresse ist ihm suspekt. „geheimkult@yahoo.de“, was soll das sein? Ein Verrückter, ein Feigling, ein Provokateur? Es ist kurz nach vier; der Absender hat seine Zuschrift um 15 Uhr 36 losgelassen.

Die Wehrsportgruppe gibt es in diesem November 2011 seit über 30 Jahren nicht mehr. Hoffmann hat ein paar Kleinigkeiten von damals aufgehoben, mit einigen Kameraden hat er noch Kontakt, sie sind Freunde geworden oder eben alte Bekannte geblieben. Er ist jetzt ein alter Mann; aber wenn er guten Mutes ist, sieht er zwanzig Jahre jünger aus, da blitzt eine jugendliche Freude am Neuen und Unbekannten in seinen Augen.

Das Bekannte ist meist weniger lustig; der Mythos der WSG ist immer noch lebendig, Hoffmann selber eine Projektionsfläche für die Ängste und den Hass seiner alten Gegner und auch jener geworden, die ihn gar nicht kennen. – Naja, dann eben weiter die Mails durchsehen und dem Mann antworten.



Auf Hoffmanns Nachfrage, wer ihn denn kenne, auf wen er sich berufen könne bei seiner Anmeldung für den Vortrag, reagiert „Thomas“ lässig. Die Kameraden Lümmel und Rolle, auch ein gewisser Chemo aus Leipzig seien Freunde in der „Szene“. Hoffmann traut dem Braten nicht und bietet dem Unbekannten an, für seine Sicherheit zu garantieren, wenn er ein Linker sei. Der aber gibt sich als Nationaler aus und kokettiert mit seiner Legasthenie. Hoffmann lässt sich nicht auf nähere Kontakte zu dem Kerl ein, auch nicht in den darauffolgenden Wochen, nachdem Richter zunehmend ungehalten wird.

In der sächsischen Stadt Zwickau brennt am selben Tag ein Haus. Um etwa 15 Uhr 40, kurz nach Richters erster Mail, ist der Brand gelöscht.

Damals, 1980, hatte man versucht, Hoffmann den Oktoberfestanschlag anzuhängen. Das war mit einem ungeheuren Aufwand unternommen worden. Selbst Hoffmann kann die Intrigen, die sich damals zutrugen, nach Jahren der Forschung nicht ganz überschauen. 2010, vor einem Jahr, hatten sie ja wieder angeklopft; eine Richterin unterschrieb einen Hausdurchsuchungsbefehl, in dem die Vermutung ausgesprochen war, Hoffmanns Rechner sei grundsätzlich dazu geeignet, darauf eine Bombenbauanleitung zu speichern (welcher neuzeitliche Rechner wäre dies nicht).

Am Ende war es nichts, Verfahren eingestellt.

Die Einschläge kamen aber näher. Ohne Zweifel.

Heute wissen wir, wer sich an diesem 4. November 2011, genau in jenen Minuten, in denen das Haus in Zwickau brannte, bei Hoffmann gemeldet hat. Gemeldet hat sich Thomas Richter, genannt Corelli, ein langjähriger Spitzel und vor allem Provokateur des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Corelli spielte, wie wir heute wissen, eine wesentliche Rolle beim Aufbau des NSU-Mythos. Eine CD, die er nach 2003 verbreitet hatte, trug das Kürzel „NSU“ und verleitete die versammelte Antifa samt aufklärungsunwilliger Behörden und Parlamentarier zu dem Glauben, es habe einen solchen NSU schon vor 2011 gegeben.

Thomas Richter alias V-Mann Corelli

 Auch an anderer Stelle, in Baden-Württemberg, hat Corelli eine Rolle in jenem Komplex an spektakulären Scheinspuren gespielt, die im Nachhinein auf ein „NSU-Netzwerk“ hindeuten sollen. Ein Meister der Verstrickung und der Verstellung; ein Zyniker und Melancholiker. 2014 starb er, unter seltsamen Umständen.

Nicht umsonst hatte man versucht, Hoffmann schon im Vorfeld jener Ereignisse, die im Jahr 2010 zu dem abstrusen Ermittlungsverfahren geführt hatten, „im kleinen Kreis“ mit Ralf Wohlleben zusammen zu bringen. Die Staffage jenes Ermittlungsverfahrens wirkt, auch von den Örtlichkeiten und den involvierten Personen her, auf den heutigen Betrachter wie eine perverse Trockenübung in Vorbereitung zur NSU-Affäre.

Es ist den finsteren Mächten, wie Hoffmann sie nennt, in diesem Herbst 2011 nicht noch einmal gelungen, ihn dranzukriegen. Im Netz der gelegten Trugspuren, diesem Wald an tödlichen Reusen staatlicher Abartigkeit, hat sich der Gründer der Wehrsportgruppe nicht noch einmal verfangen.

Bis heute kämpft Hoffmann gegen diese finsteren Mächte. Es wird nicht aufhören, so viel steht fest.


Weitere Teile dieser Serie:
Traum und Untergang der Wehrsportgruppe Hoffmann I

Freitag, 23. Oktober 2015

Das politische Pressetagebuch - 23.10.2015



Mediale Eskalation war geplant

Warum die vielen mysteriösen Brandstiftungen bei Asylantenheimen? Warum die verbale Eskalation in etablierten Talk-Shows der ARD? Warum die provozierende Berichterstattung über jeden kleinen Furz zum Thema Asylanten? Warum dieses plumpe gegeneinander Aufhetzen von Asylbefürwortern und Asylgegnern in der täglichen Medienberichterstattung? Warum die Kriminalisierung von friedlichen Anti-Asyl-Protesten in den Medien?

Ach, darum:  


"Mehr Geld für Sicherheitsbehörden - Koalition will wegen rechter Gewalt Verfassungsschutz und BKA ausbauen" 


(Focus online v. 23.10.15)

Da haben die staatlichen Provokateure – gekaufte Journalisten, V-Leute, Undercover-Bullen – ja wieder ganze Arbeit geleistet. Es wird eskaliert, provoziert und kriminalisiert was das Zeug hält. Solange, bis irgendwelche Irren Amok laufen oder V-Leute als "Irre" getarnt losschlagen können. Anschläge gegen Asylantenunterkünfte werden grundsätzlich als "rechte Gewalt" deklariert, obwohl die Hintergründe fast immer unaufgeklärt bleiben und wirklich organisierte Aktivisten dabei keine Rolle spielen. Auseinandersetzungen zwischen Asylbefürwortern und Asylgegnern bei Demonstrationen werden pauschal als "rechte Gewalt" diffamiert, auch wenn die Gewalt meist von Linken ausgeht. Selbst Auseinandersetzungen der Asylanten untereinander werden verallgemeinert und in den Kontext Gewalt / Flüchtlinge gebracht.

Während die Zahl tatsächlicher Gewaltdelikte durch politisch aktive „Rechte“ seit Jahren rückläufig ist, bauen die etablierten Leitmedien, auch mit Hilfe getürkter Geheimdienstinfos, ganz gezielt einen Popanz "rechter Gewalt gegen Flüchtlinge" auf. Welche Rolle dubiose Parteien wie die "AfD" bei der Befeuerung dieses Popanz spielen, steht noch auf einem anderen Blatt. Tatsache ist, daß die zumeist friedlichen Proteste von Gegnern der Asyl- und Überfremdungspolitik in den Medien verzerrt und zu einer großen Gefahr aufgebauscht werden. In diesen Kontext läßt sich dann sogar der Attentäter von Köln packen, weil er vor zwanzig Jahren mal Kontakt zur rechten Szene hatte. Viel interessanter wäre mal zu beleuchten, warum die Akte dieses Typen beim Arbeitsamt gesperrt und als geheim eingestuft ist. Aber die Story von „Nazi-Gewalttäter“, der eine OB-Kandidatin niedermetzelt, weil sie sich für Asylanten einsetzt, passt natürlich viel besser ins festgelegte Konzept.

Sicherheitsbehörden brauchen Feindbilder. Damit ihnen diese nicht ausgehen, müssen immer neue Feindbilder geschaffen werden. Zur Zeit bietet es sich förmlich an, in den Leitmedien wieder mal das Bild einer „rechten Gefahr“ zu dämonisieren. Die politisch organisierte Massenüberfremdung, die unser Volk sowieso noch Kopf und Kragen kosten wird, soll jetzt auch noch dazu ausgenutzt werden, den Überwachungsstaat weiter auszubauen. 

SPD-Innenexperte Burkhard Lischka:  


"Wir brauchen eine erhebliche Personalaufstockung sowohl beim Bundesamt für Verfassungsschutz als auch beim BKA"


Die Rede ist von einer dreistelligen Zahl neuer Mitarbeiter. Geplant war das mit Sicherheit schon lange, aber erst mußte medial der Boden bereitet werden, damit die Leute Verständnis für diese Maßnahme haben.

Es soll aber keiner glauben, daß die Verstärkung des Überwachungsstaates sich nur gegen Rechts richten wird. Das Regime rüstet sich ganz generell im Kampf gegen das Volk, denn je mehr fremde Horden in unser Land geschaufelt werden, desto mehr wird das Volk dagegen aufbegehren. Die Machtelite will sich aber in ihren Überfremdungsplänen nicht vom Volk stören lassen, also müssen Geheimdienste und politische Polizei dringend verstärkt werden. Das hätte es auch einen weiteren Vorteil: Es stünden künftig noch mehr V-Leute zur Verfügung, um oppositionelle Bewegungen zu unterwandern und "Gewalt" zu provozieren.


Ein „kontrollierter Irrer“ gießt Öl ins Feuer

Akif Pirincci kann sich nach seinem Redeauftritt bei der Pegida-Demo über öffentliche Aufmerksamkeit nicht beklagen. Obwohl er nach eigener Aussage „mit Rechten nichts am Hut“ habe, folgte er sehr gerne der Einladung einer Pegida-Mitorganisatorin, auf der Montagsdemo in Dresden zu sprechen. Mit seiner KZ-Äußerung sorgte er dann auch für einen unvergessenen Auftritt, der die Pegida-Bewegung in einer bislang nicht dagewesenen Form öffentlich diskreditierte.

War es wirklich nur eine unglückliche verbale „Entgleisung“ des kleinen Akif? Dass der Türke, der sich selbst gerne als „deutscher als die Deutschen“ wähnt, gerne mit provokanten Rundumschlägen glänzt, ist seit Jahren bekannt. Diese Provokationen sind in der Regel auch stets gut vom ihm kalkuliert gewesen. Er sei ein „kontrollierter Irrer“, wie er dem STERN in einem Interview nach der Pegida-Rede sagte. Pirincci wußte also stets genau, wie er die Medienöffentlichkeit mit geplanten Provokationen für sich gewinnen konnte. Ob grüne Kinderfickerpartei, Verschwulung der Gesellschaft oder Muslimischer Terror – beim kleinen Akif bekam jeder sein Fett weg und dafür war er bei den Medien in seiner Rolle als Provokateurr stets gut gelitten.

Von daher fällt es schwer zu glauben, daß dieser durchaus intelligente Schriftsteller ausgerechnet seine KZ-Provokation nicht vorher genau kalkuliert haben soll. Und auch, daß er sich nicht der Folgen einer solchen Äußerung bewußt gewesen sein soll, ist bei diesem Medienprofi mehr als unwahrscheinlich. Es spricht also viel dafür, daß der kleine Akif seinen KZ-Spruch mit voller Absicht tat. Über das Warum zerbrechen sich jetzt sicher viele Leute die Köpfe.

Tatsache ist: Den politischen Schaden hat ausschließlich Pegida.

Pirincci selbst beklagt zwar, dass er seine berufliche Existenz mit seiner Rede zerstört hat, aber das hat er offenbar in Kauf genommen und finanziell dürfte ihn das nicht wirklich treffen. Sein Auskommen hat er sich durch seine vielen Bücher in der Vergangenheit längst gesichert. Das öffentliche Aufsehen und der Skandal um seine Person stören den BRD-Türken ganz und gar nicht. Er genießt es regelrecht, ein Interview nach dem anderen geben zu können und sich ganz und gar in den Vordergrund zu stellen.

Wüßte man, daß der kleine Akif von gewissen Kreisen für seine KZ-Provokation bezahlt worden wäre, um der Pegida-Bewegung gezielt zu schaden, so müsste man jetzt resümieren: Mission erfolgreich erfüllt. Oder anders gesagt: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen. Genau das hat der kleine Akif auch vor. Im STERN-Interview kündigte er an, Deutschland demnächst verlassen zu wollen. Angeblich unter dem Vorwand, er wolle nicht in einer „muslimischen Gesellschaft“ leben. Klar, welcher Türke will das schon. Das klingt natürlich total logisch. Dann lieber zurück in die Türkei, wo es keine bösen Muslime gibt.

Es kann natürlich nicht sein, daß der „kontrollierte Irre“ einfach nur verschwinden will, bevor herauskommt, wer ihn kontrolliert hat, um diesen Bärendienst in Dresden zu verzapfen? Einer gewissen Komik entbehrt es ja nicht, daß ausgerechnet ein Türke Öl ins Feuer gießt und damit vielleicht eine ganze Protestbewegung zum Zerfall bringt. So richtig böse sind ihm die Medien deshalb auch nicht, im Gegenteil, sie sprechen ja schon wieder mit ihm und eigentlich hat er ja genau in ihrem Sinne gehandelt. Zufälle gibt`s…