Freitag, 8. Mai 2015

„OSS“ auch so eine V-Mann-Nummer wie „NSU“ ?



Etablierte Leitmedien wie BILD, Welt, SZ u.a. meldeten mit markigen Sprüchen die vermeintliche „Zerschlagung“ einer Neonazi-Terrorgruppe namens „Oldschool Society (OSS)“ durch Spezialkräfte der Polizei. Vier Verdächtige wurden dabei festgenommen und Wohnungen in mehreren Bundesländern durchsucht. Die Behörden betrieben dabei einen Aufwand an Personal und Kosten, der jeder Beschreibung spottet und durch nichts gerechtfertigt ist. Völlig überzogen und daher auch mühelos als PR-Aktion erkennbar.

Doch was ist dran an dem Vorwurf der Bildung einer terroristischen Vereinigung? Die Bundesanwaltschaft hat bislang offenbar nichts in der Hand, sie beruft sich in der Sache ausschließlich auf angebliche Erkenntnisse aus ihrem eigenen Geheimdienstsumpf. Konkrete Belege für bevorstehende Anschläge oder ähnliches fehlen komplett. Bei den „bundesweiten Razzien“ wurden gerade mal ein paar Silvesterknaller gefunden. Solchen Pyrokrams hat wahrscheinlich jeder dritte Jugendliche zu Hause gesammelt herumliegen, die Razzien waren also ein Schuss in den Ofen.

Noch Ende März gab die Bundesanwaltschaft auf Anfrage bekannt, dass sie überhaupt nichts davon wisse, dass sich irgendwo in der BRD ganz konkret rechte Terrorgruppen formieren. Nun plötzlich diese gezielte Aktion gegen eine Gruppierung, von der bis jetzt noch nie jemand was gehört hat. Nicht mal unsere staatstreuen Antifa-Journalisten, die sonst immer jede Menge Interna über den rechten Rand von Behörden und Diensten gesteckt kriegen.

Mehrere Leitmedien behaupten, die „OSS“ habe Anschläge auf Asylantenheime oder Moscheen geplant. Wie die Medien darauf kommen, verraten sie uns nicht. In der offiziellen Erklärung der Bundesanwaltschaft findet sich dazu nichts. Wurde den Journalisten dieser Unfug von Geheimdienstleuten unter der Hand erzählt, um die Berichterstattung über die Razzia besser ausschmücken zu können?

Die „OSS“ lässt sich bislang nur anhand ihrer Facebook-Seite beurteilen. Dort werden zwar große Sprüche geklopft, aber einen wirklich gefährlichen oder gar „terroristischen“ Eindruck macht das Ganze nicht einmal auf politische Gegner, die sonst gerne alles dämonisieren, was von rechts kommt. Es wird sogar stark bezweifelt, dass die OSS-Blogger überhaupt in der Lage seien, irgendwelche gut geplanten, klandestinen Aktionen durchzuführen.

Was sollen das auch bitte schön für „Untergrund-Terroristen“ sein, die sich im Internet ganz offen mit ihren Klarnamen und Fotos präsentieren? Wer als vermeintlich politisch aktiver Mensch dermaßen naiv im Umgang mit seinen persönlichen Daten ist, der muss wohl eher damit rechnen, selbst Opfer von kriminellen (linken) Anschlägen zu werden, als dass er selbst jemals irgendwas Geheim-gefährliches aushecken zu könnte. Hunde die bellen, beißen bekanntlich nicht.

Die Frage ist also: Was soll die ganze PR-Aktion der Bundesanwaltschaft? Ist es wirklich nur PR, weil der „tiefe Staat“ gerade jetzt, wo seine NSU-Lüge zerbröselt, dringend einen Erfolg gegen „rechten Terror“ vorweisen will? Interessant in diesem Zusammenhang ist die Aussage von Innenminister die Misere, der die „OSS“ mit dem „NSU“ verglichen hat. Eine solche Aussage macht ein Innenminister nicht aus Lust und Laune heraus, sondern wohlüberlegt. Wollte der Innenminister die PR-Aktion nur weiter dramatisieren? Oder sollen wir das als Hinweis werten, dass auch „OSS“ eine solche V-Mann-Nummer wie der „NSU“ ist?

Es ist schon merkwürdig, dass ausgerechnet das Tamtam gegen eine bislang völlig unbekannte (Facebook)-Gruppe als maßgeblicher Erfolg von Bundesanwalt Range gefeiert wird. Wurde das kleine Splittergrüppchen ohne eigenes Zutun von den Geheimdiensten kriminalisiert und benutzt? Oder steckt bei „OSS“ mehr geheimdienstliches drin, als bislang bekannt ist?

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