Donnerstag, 30. April 2015

Bombige Mauscheleie in Hesse?



Die besten Anschläge sind immer noch die, die Papa Staat mit seinen hellseherischen Fähigkeiten heldenhaft verhindert hat. Da in deutschen Landen trotz aller Panikmache aber nahezu keine echten Terroranschläge passieren, kann es ja nicht schaden, wenn das eine oder andere Mal zumindest über einen erfolgreich verhinderten Anschlag gejubelt werden darf. Zumindest blieben die zuständigen Behörden in der Vergangenheit oftmals jeden nachvollziehbaren Beleg dafür schuldig, daß die von ihnen „verhinderten“ Anschläge überhaupt stattfinden sollten.

Ob das auch auf die aktuelle Meldung aus Hessen zutrifft, wissen wir nicht. Aber die bislang bekannt gewordenen Indizien sprechen mal wieder eher dagegen. In der Nacht zum 30.04.15 kam es laut Polizei zu einer Razzia in Oberursel, bei der ein fremdländisches Pärchen wegen des Verdachts auf Vorbereitung einer „schweren staatsgefährdenden Straftat“ und „Vorbereitung eines Explosionsverbrechens“ festgenommen wurde. In der Wohnung des Pärchens wurden laut Polizei eine funktionsfähige Rohrbombe, Bauteile eines Sturmgewehres G3, 100 Schuss Munition vom Kaliber neun Millimeter, ein Übungsgeschoss für eine Panzerfaust, drei Flaschen mit Wasserstoffperoxid und Brennspiritus gefunden.

Ob mit diesen Dingen tatsächlich so etwas wie ein Anschlag geplant war, ist völlig unklar. Pläne wurden weder gefunden noch gab es irgendwelche Anhaltspunkte dafür. Doch wie kam die Polizei überhaupt auf dieses Pärchen? Nach bisherigen Informationen offenbar nur durch einen „ungewöhnlichen“ Einkauf in einem Frankfurter Baumarkt, wo das Pärchen Ende März 3 Flaschen à 1L Wasserstoffperoxid kaufte. Was an einem im Baumarkt frei verkäuflichen Artikel so verdächtig sein soll, läßt sich nicht wirklich nachvollziehen. War es vielleicht der fremdländisch-islamische Hintergrund des Pärchens, der den Baumarkt-Artikel plötzlich so brandgefährlich erscheinen ließ?

Fakt ist, daß es in Baumärkten nur eine max. 12%ige Lösung zu kaufen gibt, die für spontane Explosionen nicht ausreicht. Zudem gibt es viele andere Gründe, warum jemand Wasserstoffperoxid kauft. Die Lösung wird z.B. zum Bleichen von Holz, zum Blondieren von Haaren, gegen Schimmelbefall, zur Desinfektion von Gewächshäusern, in der Zahnmedizin oder bei der Tierpräparation eingesetzt. Aber von allen möglichen Gründen wurde offenbar nur einer in Betracht gezogen und dann auch noch der unwahrscheinlichste.

Was sprach sonst noch für einen möglichen Anschlag? Ach ja, der Tatverdächtige Halil D. soll sich in den letzten Tagen „vermehrt entlang der Rennstrecke“ des Taunus aufgehalten haben, eines für den 1. Mai geplanten Radrennens. Nun ist diese Strecke nicht eben klein, sondern erstreckt sich über mehrere Orte rund um Frankfurt und es ist fast schon absurd, daraus ernsthaft ein Indiz konstruieren zu wollen. Aber ein „verhinderter“ Anschlag braucht halt ein Ziel und da bot sich das Radrennen möglicherweise an. Mit der Absage des Rennens unterstützt die Polizei jedenfalls ihre eigene Theorie vom „verhinderten Anschlag“, auch wenn jegliche Belege dafür fehlen.

Schwere Geschütze, wenn man bedenkt, daß selbst die Staatsanwaltschaft nur von einer „präventiven Maßnahme“ gegen das Pärchen sprach. Aber solche Geschütze erzeugen in den etablierten Systemmedien die gewünschten Schlagzeilen. Der SPIEGEL zum Beispiel titelt heute über die „Bombenpläne von Oberursel“, obwohl bislang keinerlei Pläne aufgefunden wurden. Dafür wird mit besonderer Vorliebe breitgetreten, daß der Verdächtige „mittelbar“ Kontakt zur „Sauerland-Gruppe“ gehabt haben soll. Hört sich wahnsinnig gefährlich an. Tatsächlich könnte es aber auch auf einen ganz anderen Hintergrund hindeuten, denn die „Sauerland-Gruppe“ war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von Geheimdiensten gezielt aufgebaut und bewaffnet worden. Als „Chef“ dieser ominösen „Gruppe“ galt Mevlüt K., der nach Angaben aus Sicherheitskreisen Kontaktmann des türkischen Geheimdienstes MIT und der CIA war und eine größere Anzahl Sprengzünder für die „Gruppe“ besorgte.

Mischen auch in Hessen Geheimdienste mit? Gibt es da etwa bombige Mauscheleie rund um das festgenommene Pärchen aus Oberursel?

Auch die „Sauerland-Gruppe“ flog ja bekanntlich auf, bevor sie überhaupt auch nur einen einzigen Anschlag verüben konnte. Ebenso wie das Pärchen in Hessen. Da drängt sich schon die Frage auf, ob es sich im Sauerland wie auch jetzt in Hessen nicht um von vornherein fingierte „Gruppen“ handelt, die gezielt aufgebaut und zum passenden Zeitpunkt zum „Auffliegen“ gebracht wurden, damit staatliche Erfolge im „Kampf gegen den Terror“ propagiert werden können…

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen