Mittwoch, 11. März 2015

Straßendesaster auf unsere Kosten




Wenn ich morgens früh zur Arbeit fahre, dann packt mich die Wut bei all den vollgestopften Straßen. Doch die Zeit ist dabei das kleinere Problem. Schlimmer sind die Verursacher, denn das sind meistens LKWs. Und die verstopfen unsere Straßen nicht nur, sondern machen sie richtig kaputt. Wenn ich mir überlege, dass EIN LKW, der über eine der vielen Autobahnbrücken donnert, ungefähr so viel Schaden anrichtet wie rund 10.000 Pkws, dann ist das echt kein Pappenstil.

Seit die frühere Bundesbahn „privatisiert“ wurde, hat der Schwerlastverkehr auf deutschen Straßen erheblich zugenommen. Insbesondere LKWs aus dem Ausland benutzen unsere Infrastruktur tagtäglich zu Hunderttausenden als kostengünstige Transitstrecke. Zum Wohl der Konzerne, zum Leid der Fahrer und auf Kosten des deutschen Steuerzahlers.

Klar, das ist in anderen europäischen Ländern auch nicht anders, seit die Politik auf Geheiß der Wirtschaft alle Grenzen geöffnet hat. Schutzzölle fallen weg, Kontrollen fallen weg, der Transport mit LKWs ist billiger denn je. Aber: Unsere Straßen waren und sind für diese immense Belastung niemals gemacht worden und es wäre für uns auch gar nicht finanzierbar, das zu machen. Schon jetzt sind große Teile unseres Straßennetzes bis in die kleinsten Dörfer völlig im Arsch und die Bauämter können bei all der Schuldenlast einfach nicht mit mehr der Instandsetzung hinterher kommen.

Wie soll das also mit unserer einst so guten Infrastruktur in Zukunft weitergehen? Alles und jeden einfach weiter drüber donnern lassen bis alles kaputt ist und dann bleibt`s halt so? Die Politik handelt bekanntlich nur im Sinne der Konzerne, vor allem der internationalen. Die LKW-Maut ist schon seit Jahren so ungerecht, wie es auch die PKW-Maut bald sein wird. Denn hier zahlen eben nicht die wirklichen Verursacher, sondern vor allem die große Masse des Volkes, die eh immer alles bezahlen muss.

Entgegen der Medienpropaganda kommt die Masse der LKWs definitiv aus dem Ausland, das weiß auch jeder, der z.B. täglich auf unseren Autobahnen unterwegs ist und die endlosen Schlangen der LKWs genauer betrachtet. Aber abgewälzt werden die Kosten auch auf die deutschen Firmen, die ihre Fahrzeuge ausschließlich hier in Deutschland angemeldet haben. Und dann werden mit diesen Geldern nicht nur Schlaglöcher gestopft, sondern ganz andere Löcher, zum Beispiel irgendwo im Bundeshaushalt oder sonstwo.

Jedenfalls wird die Kohle nicht wirklich für das verwendet, wofür sie eigentlich kassiert wird. Stattdessen werden Straßen mittlerweile auch schon privatisiert, das heißt von privaten Konzernen gebaut und dann an den Bund für horrende Summen vermietet. Unsere Infrastruktur kaputtfahren lassen und dann unser Volkseigentum an private Wegelagerer verschachern – da kann einem echt die Galle hochkommen!

Das mit der PKW-Maut hat die Regierung ja auch mal wieder auf die ganz linke Tour eingefädelt. Typisch Demokraten. Tun so, als ob sie nur das Beste für uns wollen, obwohl sie von Anfang an genau wussten, dass am Ende etwas ganz anderes dabei herauskommen wird. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass unsere Euro-Musterpolitiker nicht gewusst hätten, dass ihre Idee mit der Maut für Ausländer gegen EU-Recht verstößt? Na logo haben die Schweine das gewusst, es ist ja schließlich ihre EU! Seit Jahren macht die Politik das so, dass sie alles, was uns schadet, über die Brüsseler Hintertüre (zwangs-) einführt, um sich selber unbefleckt zu geben.

Also halten wir Deutschen auch für das Straßendesaster am Ende wieder als Melkkuh der Konzerne her. Dabei könnte die Politik sehr wohl dafür sorgen, dass ein großer Teil des Schwerlastverkehrs wieder zurück auf die Schiene verlegt würde. Die Sache hat nur einen Haken: Die Bahn hat im Zuge der Privatisierung viele Güterzugstrecken und Gleisanlagen, zum Beispiel in Industriegebieten, einfach abgerissen oder vergammeln lassen, weil sie angeblich nicht mehr rentabel waren. Tatsächlich trat die Bahn dann mit eigenen Logistikunternehmen als Konkurrenz zu sich selber auf und trägt daher erhebliche Mitschuld an der sinnlosen Zerstörung unserer – von Steuergeldern bezahlten – Infrastruktur.

Höchste Zeit wär`s, die Bahn endlich wieder komplett zu verstaatlichen und die ganzen Strecken wieder instand zu setzen, um unsere Straßen zu entlasten. Das wäre viel zu teuer, meinen Sie? – Ja, das wäre teuer, sehr teuer sogar. Aber das Geld wäre ja da, wenn die Politik es nicht ständig für fremde Interessen in alle Welt verpulvern würde. Unser Geld muss in unserem Land bleiben, dann können wir uns – z.B. nach Schweizer Vorbild – auch endlich wieder eine bezahlbare und gut ausgebaute Staatsbahn leisten. Eigentlich was ganz normales, sollte man glauben. Aber in diesem Irrenhaus hierzulande würde eine solche Maßnahme schon gleich die Systemfrage bedeuten, denn mit diesem System ist ja nichts vernünftiges mehr anzufangen…

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